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Das Spätzle-Syndikat Schwabenkrimi von Hafermeyer, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Spätzle-Syndikat

Elsa Dorn ist frustriert: Statt ihr kriminalistisches Gespür auf der Suche nach Mördern einzusetzen, hat ihr Erzfeind Kriminaldirektor Jansenbrink dafür gesorgt, dass sie sich weiterhin als Kommissarin bei der Sitte rumschlagen muss. Ihr neuester Fall wird allerdings gerade zum Politikum, denn irgendjemand klaut der Augsburger Damenwelt reihenweise Dessous - ein direkter Angriff auf Sicherheit und Tugend der Bevölkerung! Doch es kommt noch schlimmer, als ein aufsehenerregender Mord passiert. Tatwerkzeug: ein Spitzen-BH ... Franz Hafermeyer heißt in Wirklichkeit gar nicht Franz Hafermeyer. Denn hauptberuflich jagt er selbst die bösen Jungs, und die sollen ja nicht erfahren, welche finsteren Abgründe in dem freundlichen Kommissar schlummern, der ihnen da gegenübersitzt. Absolut wahr hingegen ist, dass er mit seiner Familie im bayrischen Schwaben wohnt und Leichengeld schon sein zweiter Roman ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 398
    Erscheinungsdatum: 13.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732530496
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1631 kBytes
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Das Spätzle-Syndikat

KAPITEL 1

"Was für ein billiger Scheiß!" Elsa Dorn betrachtete den riesigen Haufen Reizwäsche und knabberte an ihren Fingernägeln. Ein weinrotes Latexhöschen lag ganz oben auf dem Stapel, der ungefähr die Ausmaße der Zugspitze hatte. Direkt daneben ein schwarzer BH, wobei man nicht wirklich von schwarz sprechen konnte, so durchsichtig, wie das Ding war. Darunter erblickte Elsa weitere aufreizende Teile in den verschiedensten Varianten: ultraknappe BHs, Corsagen und Stringtangas. Letztere bestanden deutlich mehr aus String als aus Tanga. Der ganze Kram schien direkt bei einem Onlineshop für Pornoschauspielerinnen bestellt worden zu sein.

Sie kniff die Augen zusammen und beäugte ein Paar Strapse. Auch ohne sie anzufassen war klar, wie kratzig und steif sich der Stoff anfühlen würde. Grauenvoll. Was veranlasste eigentlich eine Frau, sich in solche Dinger zu quälen? Elsa hielt sich nicht für prüde, und Mode hatte sie schon immer fasziniert. Ihr Job als Hauptkommissarin ermöglichte es ihr, sich ab und zu mal etwas Schönes zu gönnen. Wie zum Beispiel ihre heißgeliebten Leopardenpumps, die sie vor ein paar Wochen in einem noblen Onlineshop erworben hatte und heute trug. Sie waren eine wunderbare Ergänzung zu ihren Booties in derselben Raubtieroptik, die langsam zu abgetreten waren. Aber solche Sachen, die auf die allerbilligste Weise provozierten? Nein, die konnte sie sich definitiv nicht in ihrem Kleiderschrank vorstellen. Für wen hätte sie sich auch so anziehen sollen? Ihr Liebesleben war ungefähr so aufregend wie die jährliche Steuererklärung.

Sie blickte an sich hinab und musterte ihren nachtblauen Blazer, die weiße Bluse von Burberry Brit und die schlichte Tweed-Hose. Dann unterdrückte sie ein Seufzen. Ob es solche Erotikfummel überhaupt in Übergrößen gab? Vielleicht bei Rigby & Peller. Die hatten ja dafür gesorgt, dass auch Frauen mit Kleidergröße 42-46 nicht mehr rumlaufen mussten wie ...

"Stehst du auf so was?", riss eine unangenehme Stimme sie aus ihren Gedanken. "Wenn dir was davon gefällt, also ich habe nichts gesehen, wenn du zugreifen möchtest."

Valentin Häuslers Zähne leuchteten in einem derart strahlenden Weiß, dass es kein Problem gewesen wäre, im Dunkeln neben ihm ein Kreuzworträtsel zu lösen. Hatte der Idiot ihr gerade ernsthaft vorgeschlagen, den Tatort zu verändern? Wie dieser Mann es bis zur Kripo geschafft hatte, war Elsa ein Rätsel.

Sie setzte ihr süßestes Lächeln auf. "Danke für das Angebot. Aber ich trage keine Unterwäsche. Niemals!" Sie ließ ihn stehen, verließ den begehbaren Kleiderschrank und trat ins Schlafzimmer, wo Kriminaloberkommissarin Carmen Holler gerade ihren Spurensicherungsbericht ins Diktiergerät sprach.

Die hübsche Blondine schaltete das Gerät ab und zog fragend die Augenbrauen hoch.

Elsa verdrehte die Augen und zischte: "Vollidiot!"

Carmen nickte, gab aber keinen Kommentar ab. Weibliche Solidarität benötigte keine Worte.

Elsa sah der Kriminaltechnikerin an, dass sie ihre Arbeit schnellstmöglich beenden wollte, um wieder zurück ins Polizeipräsidium zu fahren.

Wo Elsa eigentlich ebenfalls hinwollte, aber zuerst galt es, einige Fragen zu klären.

Der Kollege Häusler hatte Elsa vor einer knappen Stunde im Büro angerufen und sie zum Schauplatz eines Einbruchs gebeten. Ohne allerdings weitere Details am Telefon zu verraten. Nur, dass der Tatort für Elsa interessant sein könnte, hatte Häusler durchblicken lassen. Was mal wieder typisch für ihn war.

Elsa hatte Häusler innerlich verflucht. Aber letztendlich war ihr nichts anderes übrig geblieben, als sich auf Verdacht einen Dienstwagen zu schnappen und ins Lechviertel zu fahren, das sich in der Augsburger Altstadt befand. Dort hatte sie ihren Wagen auf dem Kopfsteinpflaster am Holbeinplatz geparkt, direkt neben einem der Lechkanäle, die durch die Stadt plätscherten und ein bisschen Venedig-Flair verströmten. Nachdem Elsa mit ihren Pumps auf dem

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