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Das Testament des Damien First von Thurnhofer, Hubert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Das Testament des Damien First

Wer ist Damien First? Diese Frage beschäftigt die Leser des Kunst-Krimis 'Das Testament des Damien First'. Ein ominöser Kurator schockiert mit einem scheinbar harmlosen Konzept die Besucher der Ausstellung '7 KünstlerInnen'. Die Ausstellung besteht aus sieben überdimensionierten Glasampullen mit einem Durchmesser von einem halben Meter und einer Höhe von fast zwei Metern. Darin schwimmen erwachsene Menschen - 7 seit kurzem oder langem abgängige KünstlerInnen - nackt wie Gott sie geschaffen und ein Konservator sie für die Ewigkeit präpariert hat. Ein gräulicher Serienmord? Eine Wahnsinnstat? Ein Kunstwerk? Wer verfügt über die Organisation, so etwas zu planen und auszuführen? Was haben die Galeristen Larissa und Hugo Königshofer mit dem Fall zu tun? Kommissar Werner Ohnesorg ermittelt! Ein KUNSTKRIMI mit hohem Tempo und beißender Ironie. geboren 1963 in Mürzzuschlag, 1982-1987 Studium der Philosophie an der UNI Wien. 1989-1994 Lektor für Deutsch und österreichische Landes- und Kulturkunde an der Moskauer Linguistik Universität, seit 1994 Galerist, Journalist, Kommunikationsberater und Autor. Bisher erschienen: "Musil als Philosoph", 1987; "Glaube Hoffnung Management. Entscheidungsfindung in Unternehmen", 2009 und "Die Kunstmarkt-Formel", 2014

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 152
    Erscheinungsdatum: 08.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741231407
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3613kBytes
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Das Testament des Damien First

Kapitel 2 - Die Vernissage

"Es tut mir leid! Ich kann nichts machen. Bitte haben Sie etwas Geduld, ich bin sicher, er wird bald kommen", entschuldigt sich die Galeristin bei den wartenden Gästen vor dem verschlossenen Eingang zur Galerie "der Kunstraum". Es ist zehn vor sieben Uhr, und Hugo Königshofer steckt möglicherweise im Stau irgendwo zwischen Baden und Wien. Seine Frau Larissa - sie trägt wie immer zeitlos mondäne Kleidung, die ihre schlanke Linie betont, heute ganz in Schwarz - bemüht sich mit wachsender Nervosität, Hugo auf dem Handy zu erreichen. Vergeblich. "Bitte warten Sie ein paar Minuten, ich versuche, vom Centermanager einen Schlüssel zu bekommen", versucht die ansonsten immer coole Galeristin, ihre Nervosität zu verbergen. Vor dem Kunstraum, der sich im Obergeschoss des noblen Einkaufszentrums neben der Oper befindet, haben sich mittlerweile fünfzig bis sechzig Vernissagegäste eingefunden. Unter ihnen die Society-Lady Fiona Pacifico Griffini-Grasser und ihre Busenfreundin Ofina Atlantico Grassini-Griffel. Manche, viele, fast alle kennen einander und stellen Vermutungen an, was mit Königshofer passiert sein könnte. Auffällig, einige orakeln "verdächtig", dass ein schwerer, schwarzer Vorhang die breite, sonst offene und einladende Glasfront der Galerie verdeckt. Kein noch so kleiner Spalt gibt einen Blick frei in das Innere der Galerie.

Punkt sieben Uhr hört man ein kurzes Rütteln an der Glastür und sieht unter dem Vorhang eine Hand, die den Schlüssel in das Schlüsselloch schiebt, zweimal dreht, dann die Tür nach innen zieht und dabei den Vorhang an der Tür vorbeischiebt. Wie Deus ex Machina löst sich Königshofer aus den Vorhängen und bleibt vor der Tür im Foyer des Einkaufszentrums stehen. Mit den Worten "Servus, guten Abend, grüß Gott, servus, freut mich, servus ..." schüttelt der Galerist jenen Gästen die Hand, die zufällig dem Eingang am nächsten stehen, und erhebt dann die Stimme: "Entschuldigen Sie die Wartezeit, bitte einzeln eintreten, nicht drängeln, lasst euch Zeit!"

Der Reihe nach verschwinden die Gäste hinter dem Vorhang.

Königshofer ist diesmal von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, obwohl er sonst eher graubraune Töne und gelbe oder beige Krawatten bevorzugt, sogar eine dicke schwarze Brille hat er auf, obwohl man ihn sonst nur mit Randlosbrillen sieht. Er achtet darauf, dass jeder Gast ein paar Sekunden Zeit bekommt, bevor der nächste durch den Vorhang in den Kunstraum eintaucht.

"Entschuldigen Sie, die U-Bahn ist 30 Minuten gestanden, offenbar schon wieder ein Selbstmord auf der Linie U4." Eine Dame, deren Alter schwer einzuschätzen ist, läuft zwanzig Minuten später atemlos die Stiege zur Galerie herauf und streckt Königshofer die Hand entgegen.

"Kein Problem, freut mich, dass Sie da sind, wir haben noch nicht richtig angefangen", beruhigt sie der Galerist, "wir warten noch auf ..."

"Wo ist Mary?", unterbricht ihn die Mutter der Künstlerin Maria Wonderland und ärgert sich, dass sie nicht schon zwei Stunden früher losgefahren ist, um vor der Ausstellung wenigstens ein paar Minuten in Ruhe mit Mary ...

"Kommen Sie, trinken Sie zunächst ein Gläschen!", vermeidet der Galerist eine direkte Antwort und schiebt Emilie Wonderland durch den Vorhang in die Galerie.

Die 200 Quadratmeter große Galerie, sonst ein hell erleuchteter, hoher, weißer Kubus, ist komplett schwarz gestrichen, und nur sieben Grablichter, die vor riesigen Glasobjekten stehen, spenden mit ihren kleinen Funzeln gerade so viel Licht, dass die Besucher nicht aneinanderstoßen oder gar über die zerbrechlichen Kunstwerke stolpern.

Königshofer nimmt Frau Wonderland am Arm und zieht sie am Publikum vorbei bis zum Buffet, schenkt ihr ein Gläschen Prosecco ein, nimmt ein zweites Glas, das er leer lässt, greift sich ein Messer, das neben der Schüssel mit den Brotaufstrichen liegt, und bringt damit sein Glas zum Klingen. Die hellen Klänge übertönen das dumpfe Ge

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