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Das Verlangen von Holst, Evelyn (eBook)

  • Verlag: Virulent
eBook (ePUB)
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Das Verlangen

Von der Elternzeit direkt in den Kiez: Als Alexa Martini zurück in den aktiven Dienst der Kripo will, wird sie von ihrem 'liebenswerten' Vorgesetzen an den familienunfreundlichsten Arbeitsplatz gesetzt, den die Hamburger Polizei zu bieten hat: das Revier rund um den Hauptbahnhof. Der erste Fall nach der Babypause führt die Kommissarin mit den unkonventionellen Ermittlungsmethoden direkt ins Milieu. Gefahr vorprogrammiert! Evelyn Holst hat dreizehn Jahre für den Stern gearbeitet, davon fünf in New York als Korrespondentin. Seit über zehn Jahren schreibt sie vorwiegend Romane und Drehbücher. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864740367
    Verlag: Virulent
    Größe: 962 kBytes
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Das Verlangen

Vanilla, Vanille Freundliche Bezeichnung für Menschen, die Sex am liebsten ohne SM-Elemente betreiben (Vanilla-Sex, Blümchensex). Abgeleitet von Vanille als der beliebtesten Eissorte und der Tatsache, dass es trotzdem eine Menge Leute gibt, die Pistazie oder Zitrone-Amaretto-mit-rohem-Kuchenteig vorziehen. Der Ausdruck "Stinos" (von "stinknormal") gilt dagegen als eher unhöflich, und "Normalos" wird ausschließlich von Journalisten gebraucht, die ihre Insiderkenntnisse unter Beweis stellen wollen.

Kathrin Passig, Ira Strübel: Die Wahl der Qual.

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Ihre Stimme. Sie tat die merkwürdigsten Dinge mit ihm, diese Stimme. Dieses weiche Gefühl von Schwäche und Sehnsucht, das er sofort ärgerlich verdrängte und das ihn trotzdem zu den unpassendsten Momenten heimsuchte - im Gespräch mit Geschäftspartnern, wenn es um Immobilien und Ostkontakte und die Zukunft des Kiez, also um weiß Gott wichtigere Dinge ging als um diesen rauchzarten Samt, der sich in seinem Ohr verfing, diese sündige, orale Verheißung ... Wenn sie nur seinen Namen sagte, hätte er vergehen können. Fjodor. Keine sprach seinen Namen so aus wie sie, den Mund erst spitz, dann zu einem sexy Rund geformt.

Jedes Mal, wenn sie es tat, sah er sie nackt. Sah er sie beide ... sah sie ... Es war wie ein Fluch. Ein Fluch, der auf ihm lastete, seit er sie vor sieben Jahren zum ersten Mal getroffen und sie auf den allerersten Blick rasend begehrt hatte. Eine Frau wie ein feuchter Traum: groß, schlank, mit auch im Winter sonnengeküsster Haut und diesen ungebärdigen dunkelbraunen Haaren, die immer aussahen, als käme sie aus einem Sturm, auch wenn sie sie gerade gebürstet hatte. Wie er ihre Haare liebte!

Es war bei einer Razzia in einem seiner Puffs in Hamburg-Harburg gewesen. Seitdem war der Laden geschlossen, weil es zu viel Ärger mit der Ausländerbehörde gegeben hatte, genauer gesagt mit einer ganz besonders akribischen Sachbearbeiterin namens Dorrit Strenge, die inzwischen allein erziehende Mutter war und die Buchhaltung für ihn machte, ein ärgerliches Kapitel, das er nicht verdrängen konnte, zumal Teja, ihr Sohn, ihm leider sehr ähnlich sah und trotz seiner gerade mal sechs Jahre und einer schwächlichen Gesamtverfassung zu ausgesprochen russischen Jähzornsanfällen neigte.

"Die Ausweispapiere bitte", das war ihr erster Satz, nicht an ihn gerichtet, sondern an eins seiner Mädchen, und klar waren die gefälscht, aber von einem Könner aus Usbekistan, niemand hatte bis jetzt etwas gemerkt, selbst die damalige Sachbearbeiterin Strenge nicht. Alexa hatte nur einen flüchtigen Blick auf die Papiere geworfen und sie mit einem "Gut gefälscht ist auch verboten" grinsend in ihre Jeanstasche gesteckt.

"Kleines Schnäpschen auf den Schreck?", hatte er cool erwidert und auf ihr Grinsen hin einen selbst gebrannten Kräuterschnaps aus der Tasche gezogen, scharf und hitzig wie ein Steppenbrand. Während ihres "Ich darf im Dienst lei..." hatte er die Flasche entkorkt, beim "... der" trank sie den ersten Schluck ohne zu husten, bei "keinen" den zweiten, bei "Alkohol" auf ex. Dabei verzog sie keine Miene. Er sah sie an und wusste, dass sie die einzige Frau war, die er sein Leben lang gewollt hatte. "Du gefällst mir gut, Mädel", hatte er lässig gesagt, um dieses fast beängstigend intensive Gefühl zu verscheuchen, "willst du nicht für mich arbeiten?" Sie hatte nur laut gelacht. "Du gefällst mir auch, Lude", hatte sie erwidert, "zu schade, dass ich erstens nicht auf Männer stehe und zweitens bei der Kripo bin. Sonst hätten wir beide sicher viel Spaß miteinander."

Den hatten sie trotzdem. Sie wurden Freunde, vertrauten einander, sie lachten, tranken, zockten zusammen. In der Anfangsphase ließ er sie gewinnen, dann gewann sie ohne seine Rücksicht, was ihn ärgerte. Wenn in einem seiner

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