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Das Wahrheits-Serum Roman von Cordy, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Wahrheits-Serum

Professor Carlo Bacci gelingt eine sensationelle Entdeckung: Er findet eine Droge, die wahre Liebe erzeugen kann. Von dem Gedanken besessen, seine Erfindung der ganzen Welt zugänglich zu machen, sucht er einen Finanzier. Er entschließt sich für eine renommierte Privatbank in der Schweiz, die sich im Besitz der Familie Kappel befindet. Doch der Seniorchef der Bank, Helmut Kappel, hat ganz andere Pläne mit Baccis Erfindung: Er sieht die Chance, sich mit der Droge jeden Menschen gefügig machen zu können. Michael Cordy war bis 1993 als Marketingleiter in einem englischen Konzern tätig, bis ihm mit 'Das Nazareth-Gen' auf Anhieb ein Bestseller gelang, der in über 25 Ländern erfolgreich war. Mit Mutation konnte er sich als einer der besten britischen Thrillerautoren etablieren. Michael Cordy lebt mit seiner Frau Jenny in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641180980
    Verlag: Heyne
    Größe: 2251 kBytes
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Das Wahrheits-Serum

Prolog

"Aufwachen, Max, aufwachen! Wir müssen los."

Max hört das eindringliche Flüstern seiner Mutter nicht. Er ist ganz in seine Träume versunken und fährt mit dem blitzenden roten Fahrrad, das er am nächsten Tag zu seinem neunten Geburtstag zu bekommen hofft. Ein paar Stunden zuvor war er so aufgeregt, dass ihn seine Mutter, mit ihrer kühlen Hand über seine Stirn streichend, in den Schlaf streicheln musste. Doch jetzt kann nichts mehr seinen Schlaf stören. Nicht der hawaiische Vollmond, der durch die dünnen Vorhänge dringt und seine braune Haut und das weißblonde Haar in einen bläulichen Schein taucht. Nicht die Wellen, die sich am Strand hinter dem abgeschiedenen Holzhaus brechen. Nicht einmal die rauen Stimmen und schweren Schritte draußen auf der sandigen Terrasse.

Jetzt schüttelt ihn dieselbe kühle Hand, die ihn vorher in den Schlaf gestreichelt hat. "Wach auf, Max. Los."

Flackernd fliegen seine Augen auf. Seine Mutter, in einem weißen Nachthemd, sieht sehr aufgeregt aus; das Dunkel lässt ihre hohen Wangenknochen noch deutlicher hervortreten, und ihr langes blondes Haar schimmert in dem bläulichen Licht. "Sie sind gekommen, um uns zu holen, Max. Wir müssen weg. Schnell und ganz leise."

Er stöhnt. "Nicht schon wieder, Mum. Ich bin müde."

"Diesmal ist es keine Übung, Max. Diesmal ist es ernst. Sie sind hier."

Er hört die kehligen Stimmen vor dem Haus, und in seinem Bauch entrollt sich etwas Kaltes. Plötzlich ist er hellwach, sein Geburtstag ist vergessen. "Ist er hier?", flüstert er.

Mit großen Augen nickt sie und legt einen Finger an ihre Lippen.

Als sie ihn über den Flur in ihr Schlafzimmer führt, ertönt vom Eingang ein durchdringendes Krachen. Die Tür wölbt sich nach innen, und zwischen dem splitternden Holz erscheint der Kopf einer Axt. Bisher hat sie die Lage des Bungalows an der Nordwestküste von Kauai, der westlichsten der Hawaii-Inseln, geschützt. Jetzt macht sie seine Abgeschiedenheit wehrlos.

Im Schlafzimmer seiner Mutter schließt sie die Tür ab, und sie schieben die Kommode davor. Sie holt einen Baseballschläger unter dem Bett hervor, außerdem zwei fertig gepackte Rucksäcke und eine Plastiktüte, die einen Packen Dollarscheine und drei Pässe enthält: einen amerikanischen Pass auf ihren Mädchennamen Collins und zwei Pässe mit Max' Foto - einer schweizerisch, der andere amerikanisch. Im Schweizer Pass steht sein vollständiger Name, Max William Kappel. Im amerikanischen Pass stehen sein Mittelname und der Mädchenname seiner Mutter: William Collins. Sie rollt den Teppich zurück, zieht an einer im Holzboden eingelassenen Messinglasche und öffnet eine Klappe, die zu dem Kriechbereich unter dem Haus führt.

Sie springen auf den Sand hinab, und als sie zwischen den Stützen hindurchkriechen, auf denen das Haus steht, hört Max auf den Bodendielen über ihnen schwere Schritte. Seine Mutter zieht ihn zur Vorderseite des Hauses, aber er kann an der Veranda Beine entlanggehen sehen. Er schüttelt den Kopf und zeigt auf die Jasminbüsche auf der Seite des Hauses. Es wird länger dauern, aber die Büsche bieten ihnen Deckung.

Die warme Luft ist erfüllt vom schweren Duft der Jasminblüten, als sie vom Meer fort auf festeren Untergrund kriechen. Als der Mond hinter einer Wolke verschwindet, machen sie sich die Dunkelheit zunutze, um über den unbefestigten Weg am Eingangstor in den Carport zu huschen, wo der alte Jeep steht. Max ist groß für einen Neunjährigen, größer als manche Jugendlichen, aber er ist ungelenk und läuft schwerfällig. Als er den schützenden Carport erreicht, ist er völlig außer Atem. Während seine Mutter den Jeep aufschließt, blickt er zum Haus zurück, das die letzten zwei Jahre ihr Zuhause war. Die zertrümmerte Eingangstür klafft wie eine Zahnlücke, und im Innern zucken die Lichter von Taschenlampen herum. Er schaut zum Anleger hinter dem Haus und sieht eine große weiße Jacht neben ihr

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