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Den letzten beißt der Dorsch Küsten Krimi von Haese, Ute (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Den letzten beißt der Dorsch

Was ist nur los im idyllischen Bokau am Passader See? Da wirft jemand Hunde und Katzen von einer Brücke, ein Verrückter attackiert Frauen, schließlich gerät sogar "Private Eye" Hanna Hemlokk in sein Visier - und das ist erst der Anfang. Doch die Detektivin der etwas anderen Art lässt sich auch von ihrem bisher gefährlichsten Auftrag nicht schrecken... Ute Haese, geboren 1958, promovierte Politologin und Historikerin, war zunächst als Wissenschaftlerin tätig. Seit 1998 arbeitet sie als freie Autorin und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Krimi- und Satirebereich sowie der Fotografie. Sie lebt mit ihrem Mann am Schönberger Strand bei Kiel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 22.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960411024
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Küsten Krimi Bd.6
    Größe: 2855 kBytes
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Den letzten beißt der Dorsch

EINS

Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Mord und Totschlag lagen anfangs in weiter Ferne, stattdessen sah es lediglich nach ein bisschen Hilfe für engagierte junge Leute aus, denen ich mit meiner langjährigen Erfahrung als Privatdetektivin unter die Arme greifen sollte. Das war auch schon alles. Der Fall schien weder besonders knifflig zu sein noch irgendwelche ermittlungstechnischen Raffinessen zu erfordern. Nein, mit Geduld und Spucke sowie einer einigermaßen soliden Ermittlungsarbeit würde man schon ans Ziel kommen. Genau so sah es aus. Ein Klacks also eigentlich. Tja, so kann man sich täuschen. Denn in diesem Fall ging es um alles: um Geld, viel Geld, um einen Beinahe-Mord, um Hinterlist und Heimtücke sowie um ein gerütteltes Maß an Verzweiflung, sodass es kein Wunder war, dass ich dabei körperlich und seelisch an meine Grenzen stieß. Doch das alles wusste ich natürlich nicht, als Krischan, Jana und Philipp an einem sonnigen Septembernachmittag bei mir hereinschneiten und die Geschichte ihren Anfang nahm.

Ich fütterte gerade den noch verbliebenen vierköpfigen Nachwuchs meines griechischen Landschildkrötenpaares - zwei Minis hatte ich kürzlich mit gemischten Gefühlen in die vertrauenswürdigen Hände einer Bekannten aus meiner Feuer-&-Flamme-Kochgruppe gegeben -, während ich angestrengt darüber nachgrübelte, wie man heutzutage wohl Blaublüter korrekt anredet. Baronesse? Herr Graf? Eure Fürstliche Hoheit? Oder sagt man im 21. Jahrhundert ganz einfach Herr von Schlagmichtot zu so einem Erlauchten? Keine Ahnung. Alles klang in meinen bürgerlichen Ohren verdammt nach Courths-Mahler, wo das Antlitz der liebreizenden Unschuld vom Lande stets hold und süß ist, die roten Rosen glühen und blühen, bis das Blattwerk qualmt, und sich der adlige Held an ihren Lippen satt küsst. Himmel, Arsch und Wolkenbruch, was für ein Gesülze!

Ich warf sicherheitshalber nach den ausnahmsweise spendierten leckeren, aber ungesunden Bananenstückchen doch noch ein paar verdauungsfördernde Blätter Löwenzahn, die ich frisch von Silvias Wiese geklaut hatte, in das Terrarium der Lütten. Wer es noch nicht weiß: Silvia ist eine Kuh und, seit ich in meiner Anderthalb-Zimmer-Villa lebe, meine Nachbarin von gegenüber. Wir kommen wunderbar miteinander aus. Keine überhängenden Zweige gefährden unser freundschaftliches Verhältnis, keine nächtliche Blasmusik entzweit uns. Sie muht hin und wieder wie ein asthmatischer Trecker über den Passader See. Na und? Mich stört es nicht, ich finde es schön.

Nachdenklich betrachtete ich Marga, Theo, Johannes und Harry, die nach ihren Paten genannten mittlerweile knödelgroßen Kröten, die sich so eifrig auf das Grünzeug stürzten, als hätten sie nicht soeben ihre Banane verschlungen, sondern seit Monaten gedarbt. Hieß so ein waschechter Freiherr oder Herzog heute eigentlich immer noch zwingend mit Vornamen Clemens Otto oder Eberhard Johannes? Oder existierten auf den Schlössern, Burgen und Herrenhäusern Europas mittlerweile schon ein paar Dennisse, Bens und Tims?

"Graf Tim", sagte ich probehalber laut. "Baron Dennis, Edle von Mandy."

Na ja, wohl eher nicht. Aber ich hatte auch in diesem Fall keine Ahnung, obwohl ich bekanntlich im Nebenjob als Tränenfee arbeite und Liebesgeschichten - ich, und nur ich!, nenne sie wahlweise Schmalzheimer oder Sülzletten - für die Yellow Press fabriziere. Davon kann und muss man leben, wenn man im Detektivgewerbe immer noch nicht zu den absoluten Spitzenkräften gehört. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin gut, sehr gut sogar, doch was das Finanzielle angeht, sahnt man bei den dicken Fischen in Berlin, Hamburg oder München nun einmal ein klitzekleines Stück mehr ab als im ländlichen Bokau mit doch eher bescheidenen Einkommensverhältnissen. Da gibt es kein Vertun. Und weil das so ist, hatte ich den Vorschlag meiner Agentin, es d

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