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Der Beschützer Psychothriller von Bauer, Belinda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2012
  • Verlag: Manhattan
eBook (ePUB)
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Der Beschützer

Würdest du einen Mörder erkennen, wenn du ihm in die Augen siehst?
Mitten im Winter schockiert der Mord an einer hilflosen alten Frau den kleinen Ort Shipcott im englischen Somerset. Während der Schnee die Bewohner von der Außenwelt abschneidet, versucht Dorfpolizist Jonas Holly den Killer zu finden. Doch dann reißen Beamte aus der Stadt die Untersuchung an sich, und Holly wird zu einer Statistenrolle verdammt. Daraufhin treffen immer bedrohlichere anonyme Botschaften bei ihm ein, in denen ihm vorgeworfen wird, seine Pflicht nicht zu tun. Als weitere Morde geschehen, werden aus den Vorwürfen unverhohlene Drohungen. Irgendjemand scheint Jonas die Schuld an den Ereignissen zu geben. Selbstanklagen und die Sorge um seine schwerkranke Frau bringen ihn langsam an den Rand des Zusammenbruchs. Zumal er sich fragen muss: Wer jagt hier wen?

Belinda Bauer wuchs in England und Südafrika auf. Sie arbeitete als Journalistin und Drehbuchautorin und wurde mit dem renommierten Bafta Award for Young British Screenwriters ausgezeichnet. Ihr Romandebüt legte sie mit dem von Kritikern wie Lesern gefeierten Werk "Das Grab im Moor" vor, das als bester Spannungsroman des Jahres mit dem Gold Dagger ausgezeichnet wurde. Auch mit ihren weiteren Romanen wurde Belinda Bauer ihrem Ruf als Ausnahmetalent immer wieder aufs Neue gerecht. Die Autorin lebt in Wales.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 19.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641082086
    Verlag: Manhattan
    Originaltitel: Darkside
    Größe: 1101kBytes
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Der Beschützer

22 Tage

Der erste Schnee dieses Winters fiel in stürmischen kleinen Flockengestöbern, als schleudere ein launischer Gott handvollweise Raureif über das Moor. Er sammelte sich nur in den Bodenvertiefungen und ließ das Moor mehr fahl als wirklich weiß aussehen. In den Dörfern ließ er die Gehsteige glatt werden, ohne sie zuerst zu verschönern, und für diese Sünde zogen die wetterharten Bewohner des Exmoors - Ponys und Menschen gleichermaßen - die Schultern hoch und straften die stichelnden Flocken hartnäckig mit Missachtung.

Obwohl ihre Bekanntschaft nicht eben gut begonnen hatte, rief Jonas Marvel an, bevor er das Haus verließ, um dem Ermittlungsteam sein Wissen über Land und Leute anzubieten. Das war doch nur professionell.

Am anderen Ende der knisternden Leitung entstand eine kurze Pause, dann erwiderte Marvel: "Ich denke, wir kommen auch ohne Sie klar ...", ehe die Verbindung abbrach. Möglicherweise war er einfach aus der Leitung geworfen worden - auf dem Exmoor war der Empfang bekanntermaßen miserabel -, doch Jonas war sich ziemlich sicher, dass sein Gesprächspartner gerade einfach aufgehängt hatte.

Er legte den Hörer auf, und Lucy sah ihn neugierig an.

"Dann eben nicht", meinte er achselzuckend und kam sich vor wie ein Trottel.

Um neun Uhr hatte es aufgehört zu schneien, und gegen zehn schmolz der Schnee allmählich weg.

Jonas hatte eine übliche Routine. Er parkte am Rand jedes Dorfes, das zu seinem Revier gehörte, dann ging er auf einer Seite der Hauptstraße hinauf und auf der anderen wieder hinunter, eine ungefähre Runde. Er schaute kurz in kleinen Läden oder auf Postämtern vorbei, sah nach betagten Dorfbewohnern, schlichtete Streitigkeiten zwischen Nachbarn, trank eine Cola im Pub. Erst wenn er sicher war, dass alles in Ordnung war, fuhr er weiter zum nächsten Ort. So sahen die Leute, was sie an Polizeiarbeit für ihre Steuern bekamen. Im Winter brauchte er für jedes Dorf nur halb so lange wie im Sommer. Sommer, das hieß stehen bleiben und plaudern, Touristen den richtigen Weg beschreiben, den Sonnenschein genießen, sich ein Eis kaufen. Im Winter herrschten flotte Schritte und eilige Begrüßungsworte vor, damit die Leute wieder an die Arbeit oder an den warmen Ofen zurückkehren konnten.

Doch die Buschtrommeln des Exmoors waren nicht untätig gewesen, und heute wollte jedermann über Margaret Priddy reden. Haustüren öffneten sich, wenn er vorbeikam, und Wärme wallte aus Cottagetüren, während Hausfrauen auf der Schwelle standen und wissen wollten, was geschehen sei, und vorüberkommende Fußgänger herbeieilten, um das Neueste zu erfahren.

Natürlich gab es nichts Neues. Jedenfalls nichts, worüber er Bescheid wusste, und am frühen Nachmittag hatte Jonas das ewige "Ich weiß es nicht" und die überraschten, verlegenen Mienen der Dorfbewohner gründlich satt.

In Exford wies er den alten Reg Yardley an, seinen Hund am Fluss und nicht auf der Grünanlage spazieren zu führen - zum ungefähr hundertsten Mal -, und der Mann marschierte davon und brummelte etwas von " richtige Verbrecher jagen". Jonas ging nicht darauf ein, doch es trug nicht dazu bei, sein schlechtes Gewissen oder das wachsende Gefühl des hilflosen Verdrusses zu mindern. Verdruss darüber, dass er in Sachen Öffentlichkeitsarbeit an vorderster Front stand, jedoch keinerlei Insiderwissen über die Ermittlungen besaß.

Nicht dass er den Leuten mehr hätte erzählen dürfen oder wollen, als es ihm jetzt möglich war, doch "wir" sagen zu können anstatt "die Kollegen", wenn er von der Suche nach dem Mörder sprach, hätte den Menschen bestätigt, dass ihr Bobby Interesse an dem Fall zeigte, und er wäre sich weniger wie ein Hochstapler vorgekommen. Jonas war kein Wichtigtuer - als bei Lucy Multiple Sklerose diagnostiziert worden war, hatte er seine Zukunft hinter sich zurückgelassen und nie zurückgeschaut -, doch jetzt hatte er zum ersten Mal in seiner berufli

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