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Der Dämon von Schwarz, Ralf J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2017
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Der Dämon

"Gut. Du sollst deinen Willen haben!" Helene von Frankenbergs Herz jubiliert. Widerwillig gestattet ihr Vater, dass sie erst einmal ihre Hochzeit verschiebt und stattdessen einen Job bei der Polizei annimmt. Sie begleitet Kommissar Friedrich Halbach nach Rossbrücken. Dort jagt ein verrückter Mörder junge Frauen, um sie zu verschleppen und zu töten. Gleich nach ihrer Ankunft lernt sie Philippe kennen. Eine Romanze für nur einen Sommer? Wenn da nicht Josef wäre, der ihr ebenfalls den Kopf verdreht. Alles könnte so schön sein. Aber es geschehen weitere Morde. Und Helene setzt alles daran, den Mörder zu fassen. Bis sie selbst in die Schusslinie gerät. Ralf Schwarz, geboren 1964 in Saarbrücken, lebt mit Sohn und Ehefrau heute in der Nähe seiner Geburtsstadt. Schon früh schrieb er die ersten Kurzgeschichten, die er aber nie veröffentlichte. Einige Bücher folgten. Viele von ihnen liegen jedoch in Schubladen herum und warten auf den richtigen Zeitpunkt. Neben der Schriftstellerei beschäftigt er sich mit Studien der Psychologie und der Pädagogik. Seine wahre Leidenschaft gilt aber den dunklen Seiten des Menschseins.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 20.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740773700
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 606kBytes
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Der Dämon

Prolog

Mit Entsetzen hörte Polina Stoch das Drehen des Schlüssels im Schloss. Ihr Herz begann, wie wild zu pochen. Urplötzlich fragte sie sich, warum es ihr immer so schlecht ging, wenn sie dieses Geräusch hörte. Sie wusste doch ganz genau, was gleich passierte. Denn es geschah immer das Gleiche. Zwar mit einigen Variationen, aber in den Grundzügen war es immer gleich.

Anfänglich wehrte sie sich immer noch, wenn er ihr zu nahe kam. Aber mit all seiner brutalen Kraft gelang es ihm schnell, sich zu nehmen, was er wollte. Anfangs? Wann war das? Sie hatte hier in dieser ständigen Dunkelheit jedwedes Zeitgefühl verloren. Vielleicht war sie hier Wochen, möglicherweise aber auch Monate, gefangen. Mittlerweile hatte sie sich an die alltäglichen Schmerzen, die Erniedrigungen, die tägliche Todesangst, gewöhnt. Wenn man sich überhaupt daran gewöhnen konnte.

"Los. Ausziehen. Dann wasch dich." Grinsend knallte er einen Eimer mit eiskaltem Wasser vor sie hin. Langsam, ohne sie zu beachten, schlurfte er in die Raummitte und richtete die Petroleumlampe aus. Dann ließ er sich in seinen Holzstuhl fallen.

Polina begann ohne zu zögern, ihr Kleid über den Kopf zu streifen und sich zu waschen. Sie wusste, was sie nach dieser Prozedur erwartete. Er würde ihr die Fußfessel abnehmen und sie dann stundenlang vergewaltigen. Immer wieder unterbrochen von einigen sadistischen Spielen, die sie immer wieder an die Schwelle zum Tod bringen würden. Aber was sollte sie tun? Sie war hier angebunden wie ein Kalb, wurde von ihm gefüttert und getränkt wie ein Stück Vieh. Es war schwer, aber nach und nach musste sie zugeben, dass sie ihm auf gedeih und Verderb ausgeliefert war. Und er hatte ihr Leben in der Hand.

Innerlich lachte Polina kurz auf, als sie die Hand in die eiskalte Brühe tauchte und den Lappen, der darin schwamm, herauszog. "Als gefangener Mensch gewöhnt man sich einfach an alles", dachte sie und begann sich zu waschen. Irgendwie fühlte sie, dass es heute anders war, als an den anderen Tagen. Gestern hatte sie den Stall neben ihrem auskehren müssen. Und nach der täglichen quälerischen Prozedur, die sie danach auf sich nehmen musste, hatte er die drei obligatorischen Eimer darin verstaut.

Würde sie Besuch bekommen. Vielleicht wollte er sich eine neue Frau suchen. Dann wären ihre Qualen endlich zu Ende. Ob er sie dann gehen lassen würde. Sicherlich, anders konnte es doch nicht sein. Was sollte er mit zwei Frauen. Und sie hatte schließlich seine Perversionen mehr oder minder still ertragen. Also wäre das nur gerecht.

Ihre Gedanken flogen zurück zu dem Abend, an dem er sie einfing. An die laue Frühlingsluft, das schöne Gefühl, als sie nach dem langen Winter erstmals wieder barfuß über das Feld rannte. Was wohl jetzt ihre Zwiebelchen taten?

Dabei hatte das neue Jahr so schön angefangen. 1904! Wie fortschrittlich sich das anhörte. Es sollte ein Jahr des Friedens und der Neuerungen werden. So hatte es der Kaiser versprochen. Und es sah wirklich alles danach aus. In den Kolonien herrschte endlich wieder Ruhe. Der Herero-Aufstand, der im Januar begonnen hatte, war zwar noch nicht überwunden, aber die Männer waren auf dem besten Weg, dieses Hindernis zu beseitigen. Mit den Franzosen und den Engländern kam das Deutsche Reich einigermaßen zurecht. Und mit dem Verbündeten Österreich an der Seite würde es wohl nie wieder einen Krieg geben.

Jetzt endlich wäre die Zeit gekommen, um zu heiraten. Ja, den Wunsch würde sie sich erfüllen, wenn er sie endlich gehen lassen würde. Vielleicht mochte er sie doch ein wenig. Möglicherweise war er überhaupt nicht so bösartig, wie sie die ganze Zeit dachte.

"Hier. Zieh das an. Wirf den alten Fetzen hier raus." Polina staunte. Seitdem er sie hierher brachte, trug sie ihr verschlissenes, verdrecktes Kleid. In den ersten Tagen hatte sie noch versucht, es einigermaßen sauber zu halten. Aber mit dem feuchten Stoff auf der Haut fror sie schlimmer, al

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