text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Engelmacher von Frankfurt Kriminalroman von Schaub, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2015
  • Verlag: mainbook Verlag
eBook (ePUB)

7,99 €1

5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Engelmacher von Frankfurt

Band 1 der Engelmacher-Trilogie. Band 2 'Der Schatten des Engelmachers' und Band 3 'Die Rache des Engelmachers' liegen ebenfalls bei mainbook vor. Kaltblütig und unberechenbar tötet er die Schatten seiner Vergangenheit ... Eine Serie an Ritualmorden hält Frankfurt in Atem. Der Täter bahrt blonde Frauen wie Engel auf, heftet ihnen Flügel an, löst die Zunge heraus und stopft ihnen eine Schlange in den Mund. Die Presse tauft ihn 'Engelmacher'. Privatdetektiv Tom Martini gerät ins Fadenkreuz der Ermittler. Er nimmt die Fährte des Mörders auf, an deren Ende ein dunkles Geheimnis auf ihn wartet ... Alexander Schaub, 1969 in Frankfurt am Main geboren. Seit über 20 Jahren in der IT tätig, zurzeit im Bereich 3D-Druck im techni-schen Support. Verheiratet mit seiner Traumfrau Corinna. 'Der Engelmacher von Frankfurt' ist sein Debüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 210
    Erscheinungsdatum: 06.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944124674
    Verlag: mainbook Verlag
    Größe: 464 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Engelmacher von Frankfurt

Kapitel 2

In der Vergangenheit, irgendwo in Frankfurt

Der Nachkriegsbau entstand um 1947. Das Haus entsprach dem Stil der klassischen Wohnblocks, die überall in Frankfurt zu dieser Zeit wie Pilze aus dem Boden sprossen. Es beherbergte sechs Wohnungen, erste bis dritte Etage, und einen Laden im Erdgeschoss. Zwei Jahre nach der Währungsreform, Ende 1950, pachtete ein Metzger die Ladenfläche. Nach diversen Umbauarbeiten eröffnete er im Januar 1951.

Das Geschäft lief gut an. Weniger als zwei Monate nach der Eröffnung konnte sich der Metzger vor Arbeit nicht retten. Alle Kunden waren sich einig, er produzierte die beste Ware im ganzen Stadtteil. Er erhielt Aufträge für Hochzeiten, Geburtstage und große Gesellschaften.

Die Wohnungen mieteten rechtschaffene Bürger, denen nichts entging, was in und um das Haus geschah. Es bildete sich eine Hausgemeinschaft, in der jeder jedem half.

Ende der Siebziger bereitete der alte Metzger sich auf die Rente vor und übergab das Geschäft an seinen Sohn, der bei seinem Vater in die Lehre gegangen war. Doch trotz der exzellenten Ausbildung seines Sohns, lief der Laden schlecht. Die Kunden blieben aus und nach und nach auch die Aufträge. Den guten Ruf, den sich der Vater über Jahre erarbeitet hatte, zerstörte der Sohn innerhalb kurzer Zeit. Zwei Jahre nach der Übergabe des florierenden Familienunternehmens vom Vater an den Sohn, musste dieser Konkurs anmelden.

Mittlerweile brach das Jahr 1981 an. Das Bild des Frankfurter Stadtteils änderte sich drastisch. Die vorhandenen Häuserblöcke wurden in sozialen Wohnraum umgewandelt, die besser Verdienenden zogen aus dem Viertel weg und Mitte der Achtziger sprach man von einem sozialen Brennpunkt. Zwei Wohnungen in dem vierunddreißig Jahre alten Gebäude standen leer, inklusive der alten Metzgerei. Die Wohnungsbaugesellschaft, die dieses und einige der umliegenden Häuser besaßen, fand keine Mieter für ihre leer stehenden Objekte.

Bis Ende der neunziger Jahre wollte niemand die Metzgerei mieten. 2001 wurde der Laden in Wohnraum umgewandelt, um die Chancen zu erhöhen einen Nachmieter zu finden. Trotz all dieser Maßnahmen dauerte es weitere fünf Jahre, bis sich endlich jemand für die ehemaligen Geschäftsräume interessierte.

Das Seltsame an der Geschichte war, dass der eigentliche Mieter nie in Erscheinung trat. Alle Verhandlungen liefen über einen Strohmann und selbst dieser kannte das Gesicht seines Auftraggebers nicht. Er erhielt alle Anweisungen schriftlich. Es war ihm auch egal, für wen er arbeitete, Hauptsache die Kohle stimmte.

Und so kam es, dass die alte Metzgerei Ende 2006 wieder vermietet wurde. Die restlichen Parteien im Haus sahen niemals jemanden in den Laden hinein- oder hinausgehen. Gelegentlich hörte man nachts seltsame Geräusche, doch niemand sah je den neuen Pächter.

In den Wohnungen lebten seit mehr als dreißig Jahren die gleichen Mieter. Keiner besaß mehr die Schnelligkeit, an ein Fenster zu springen, um festzustellen, wer kam oder ging. Keiner kannte den Neuen und er sollte sich auch nie vorstellen.
Samstag, 31. Juli, 4:00

Kellerräume ähnelten oft kleinen Lattenverschlägen, in denen nichts sicher verwahrt oder versteckt werden konnte. Dieser Keller wich vom Standard ab. Er bestand aus gemauerten Wänden und wurde von einer massiven Stahltür verschlossen. Keine Chance für neugierige Blicke. Keine Chance, die sich dahinter verbergenden Geheimnisse zu ergründen.

Eine nackte Glühlampe hing von der Decke. Sie schaukelte wie von Geisterhand bewegt an ihrer Anschlussleitung hin und her. Dabei warf sie diffuse Schatten an die vier nackten Wände des Raums. Die blassen Schemen wirkten wie körperlose Gestalten, die ziellos umherirrten.

In einem alten hohen Ledersessel saß er. Sein Blick unverwandt starr an die ihm gegenüberliegende Mauer geheftet. Die Arme stützte er auf die Lehnen des Sessels.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen