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Der Jünger von Las Vegas Ein Ava-Lee-Krimi Band 2 von Hamilton, Ian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2012
  • Verlag: Kein & Aber
eBook (ePUB)
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Der Jünger von Las Vegas

Kaum hat die chinesisch-kanadische Agentin Ava Lee einen Fall erfolgreich abgeschlossen, wartet 'Onkel', ihr dubioser und mächtiger Auftraggeber aus Hongkong, bereits mit einer neuen Mission: Der reichste Mann der Philippinen wurde bei einem Grundstückskauf um 50 Millionen Dollar betrogen - und Ava soll das Geld wieder beschaffen. Die Spur der Drahtzieher führt die Kosmopolitin abermals rund um den Globus. Schließlich gerät sie in das zwielichtige Milieu des Onlinepokers, wo sie auf den 'Jünger' trifft, einem exzentrischen Profipokerspieler, dem alle Mittel recht sind, um Avas Ermittlungen zu stoppen. Zudem muss sie sich vor einem Feind aus vergangenen Tagen retten, der eine alte Rechnung mit ihr begleichen will und deshalb chinesische Auftragskiller auf sie ansetzt - doch Ava zeigt sich unerschrocken wie immer. Ian Hamilton, 1946 in Toronto geboren, war Journalist, bevor er für die kanadische Regierung und als Geschäftsmann arbeitete. Heute lebt er mit seiner Frau in Burlington, Ontario. Bei Kein & Aber erschienen die Fälle: "Die Wasserratte von Wanchai" (2011), "Der Jünger von Las Vegas" (2012), "Die Bestien von Wuhan" (2012) und "Der Rote Stab von Macao" (2014).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 25.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783036992051
    Verlag: Kein & Aber
    Serie: Ava Lee Bd.2
    Größe: 2799 kBytes
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Der Jünger von Las Vegas

2

D as Südchinesische Meer glitzerte in der Morgensonne, als das Flugzeug auf der künstlichen Insel des Hongkonger Flughafens landete. Ava entdeckte Onkel im hinteren Teil der Wing Lounge, wo er entspannt in einem der Sessel saß. Da er nur etwa so groß und fast ebenso schlank war wie sie, wirkte er darin ein wenig verloren, beinahe wie ein Kind. Obwohl er über siebzig sein musste, war seine Haut bis auf wenige haarfeine Fältchen um die Augen und auf der Stirn glatt, und in seinen kurzgeschorenen schwarzen Haaren zeigten sich nur vereinzelte graue Stellen. Wie üblich trug er einen schlichten schwarzen Anzug, darunter ein bis zum Hals zugeknöpftes, gestärktes weißes Hemd. Sein einfacher Kleidungsstil diente teils der Bequemlichkeit, teils der Tarnung - für Nichteingeweihte wirkte er dadurch lediglich wie ein elegant gekleideter älterer Herr.

Onkel war seit über zehn Jahren Avas Mentor und ihr Partner bei der Wiederbeschaffung gestohlener Gelder. Ava war Wirtschaftsprüferin mit Abschlüssen von der York University, der University of Toronto sowie dem Babson College bei Boston. Vor ihrer Zusammenarbeit war sie bei einer renommierten Firma in Toronto angestellt gewesen, empfand die Bürokratie in dem riesigen Betrieb jedoch als erstickend. Nachdem sie gekündigt hatte, machte sie sich selbständig und arbeitete hauptsächlich für Freunde ihrer Mutter. Dann wurde einer ihrer Klienten von einem chinesischen Importeur übers Ohr gehauen, und sie beschloss, die Schuldeneintreibung selbst in die Hand zu nehmen. Dabei lernte sie Onkel kennen, der denselben Importeur für einen anderen Klienten ausfindig machen sollte. Ihre gemeinschaftlichen Anstrengungen waren schließlich von Erfolg gekrönt, woraufhin Onkel ihr eine Partnerschaft vorschlug.

Während Onkels Leumund eine bunte Vielfalt von Klienten anzog, ließ Ava sowohl ihre buchhalterischen Fähigkeiten als auch sanftere Methoden der Schuldeneintreibung einfließen. Ihre Klienten waren Asiaten, die sich gewöhnlich bereits am Rand der Verzweiflung befanden, wenn sie sie engagierten: Ihre Unternehmen standen vor dem Abgrund, ihre Familien vor dem finanziellen Ruin, und alle konventionellen Methoden zur Wiederbeschaffung ihrer Gelder waren bereits ausgeschöpft worden. Eins von Onkels Credos lautete: "Die Menschen tun das Richtige aus den falschen Gründen." Ava hatte ein besonderes Gespür dafür entwickelt, welche falschen Gründe eine Zielperson dazu brachten, das Richtige zu tun, was in ihrem Fall bedeutete, dem rechtmäßigen Besitzer das gestohlene Geld zurückzugeben, wovon ihr und Onkel dreißig Prozent Provision zustanden.

Ava hielt nach Sonny Ausschau, konnte Onkels Chauffeur und Bodyguard jedoch nirgends entdecken. Er war doppelt so breit wie Ava und der gefährlichste Mann, den sie kannte. Er begleitete sie oft auf Reisen, besonders nach China, wo es nie schadete, Stärke zu demonstrieren. Vermutlich ging Onkel davon aus, dass er auf den Philippinen keinen Schutz brauchen würde. Leise schlich Ava sich näher an seinen Sessel heran, in dem Glauben, er schliefe, bis er unvermittelt sagte: "Bist du's, Ava?"

"Ja, Onkel."

"Ich wusste es. Dein Annick-Goutal-Parfüm hat dich verraten", erklärte er und schlug die Augen auf, wobei ein kleines Lächeln seine Mundwinkel umspielte. "Du siehst gut aus, wie immer."

"Danke."

"Aber diese Sachen ...", sagte er mit Blick auf ihr schwarzes Giordano-T-Shirt und die Trainingshose. "Du musst dir etwas anderes anziehen. Wir werden vom Flughafen direkt zu Ordonez ins Büro gebracht."

"Das dachte ich mir schon. Hier habe ich alles, was ich brauche", sagte sie auf ihre Double-Happiness-Tasche von Shanghai Tang deutend. "Ich bin gleich wieder zurück."

Ava betrat die Umkleideräume der Lounge, duschte kurz, schlüpfte in frische Unterwäsche und eine rosafarbene Brooks-Brothers-Bluse mit abgewandeltem italienischem Kragen, dann überlegte sie, ob sie dazu eine Hose oder ei

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