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Der Johnson County-Krieg von Wallon, Alfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.05.2017
  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
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Der Johnson County-Krieg

Wyoming, 1892. Immer mehr Siedler strömen hoffnungsvoll in den Staat - doch ihre Träume werden schnell beendet: Die mächtigen Viehzüchtervereinigungen sind nicht bereit, auf Land zu verzichten, das ihrer Meinung nach ihnen gehört. Immer wieder kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen. Endgültig droht die Situation zu eskalieren, als der Revolverheld Wes Logan das lukrative Angebot bekommt, für die Rinderbarone zu arbeiten. Aber kann er dies mit seinem Gewissen vereinbaren? Ein brutales Kapitel der amerikanischen Geschichte - fesselnd erzählt von Alfred Wallon, Mitglied der Western Writers of America.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 07.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738909586
    Verlag: Uksak E-Books
    Größe: 794 kBytes
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Der Johnson County-Krieg

Kapitel 1

"Pass auf, Henry! Gleich haben wir das Rind!"

Die Stimme des bärtigen Mannes klang gehetzt, als er sein Lasso über dem Kopf schwang und das Hereford-Rind damit einzufangen versuchte. Ein heftiger Fluch kam über seine Lippen, als ihm das nicht gleich beim ersten Versuch gelang und das Rind zu fliehen versuchte.

"Es haut ab - verdammter Mist!"

Steve Nemeth geriet in Panik, als er seine Chancen schwinden sah. Er riss den Revolver aus dem Hosenbund, zielte auf das Rind und drückte nur Bruchteile von Sekunden später ab. Der Schuss durchbrach die Stille des friedlichen Morgens, und die Kugel traf ihr Ziel.

Das Rind brach zusammen, zuckte noch einmal kurz mit den Beinen und lag dann still.

"Bist du wahnsinnig geworden!", fuhr ihn Henry Tomkin an, als das Echo des Schusses verhallte und er auf das getötete Rind schaute. "Wir hatten doch vereinbart, dass nicht geschossen wird und ..."

Seine Stimme zitterte, als er in Richtung der Hügel blickte. Die Sonne war erst vor zwei Stunden aufgegangen, und die drei Männer spürten noch die Kälte der Nacht. Der Winter war in diesen Teilen des Landes noch immer gegenwärtig. Auch wenn es schon Ende März war.

Noch blieb alles still - aber der Schuss würde schon sehr bald Folgen haben. Deshalb mussten sie sich beeilen.

"Es wäre durchgegangen, Henry", versuchte sich Nemeth zu verteidigen. "Und dann hätten wir ..."

"Halt den Mund, Steve!", fiel ihm Benjamin Schultz ins Wort. "Wir haben keine Zeit, um uns zu streiten. Los, fangen wir an, bevor ..."

Er sprach seine Befürchtungen nicht aus. Das war auch nicht nötig. Denn jeder der Männer wusste, was es bedeutete, wenn sie jetzt und hier jemand bei ihrem Vorhaben entdeckte. Die großen Bosse der Viehzüchtervereinigung hatten ihre eigenen Methoden, um gegen Viehdiebstahl vorzugehen. Und das hatten sie bis jetzt unerbittlich in die Tat umgesetzt. Jeder der Siedler wusste das. Und doch blieb ihnen keine andere Möglichkeit, als das zu tun, was sie jetzt unternahmen. Ihre Familien hungerten, und die verzweifelten Augen der Kinder verfolgten sie in ihren Träumen.

Nemeth wich den Blicken der beiden anderen Männer aus. Zusammen mit Tomkin und Schultz gingen sie dann ans Werk . Sie wussten, dass ihnen nicht viel Zeit blieb. Wenn sie Pech hatten, dann hatten die Revolvermänner der Viehbarone den Schuss gehört. Und was das bedeutete, war jedem von ihnen klar.

Tomkin hörte das Knurren seines Magens, als er sein Messer zückte und große Fleischstücke aus dem Kadaver des getöteten Rindes heraus schnitt. Im Nu waren seine Unterarme mit Blut besudelt. Genau wie bei Schultz und Nemeth auch. Aber Tomkin verstand sein Handwerk. Im fernen Polen war er Metzger gewesen - aber hier in diesem weiten und immer noch sehr fremden Land war er ein Hungerleider, der täglich ums Überleben kämpfen musste. Genau wie Schultz, dessen Frau schon seit Wochen krank war und vor sich hinsiechte. Nemeths Familie dagegen war bisher von Krankheiten verschont geblieben - noch ...

Schultz nahm die Fleischstücke entgegen, die Tomkin aus dem Rind schnitt und verstaute diese in Säcken, die die Männer mitgebracht hatten. Der süße Geruch von Blut hing über der kleinen Lichtung, wo das Rind lag.

Es war ein schöner Tag. Der Winter verzog sich allmählich, und das Frühjahr stand vor der Tür. Aber keiner der Männer konnte diesen fast idyllisch wirkenden Morgen so richtig genießen. Denn sie wussten, was es bedeutete, wenn sie jetzt auf frischer Tat bei ihrem blutigen Handwerk ertappt wurden.

"Das reicht, Henry!"

Nemeths Stimme klang mit jeder weiteren Minute immer ängstlicher. Immer wieder drehte er sich um und schaute ängstlich hinüber zu den Hügeln. Als wenn er damit rechnete, dass die Schergen der Rancher jede Sekunde über die Kuppe preschen und sie angreifen würden.

Aber noch blieb alles still - obwohl es eine sehr trüg

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