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Der Kormoran Thriller von Österdahl, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Kormoran

Sankt Petersburg: Eine junge Frau verschwindet spurlos. Stockholm: Ein Hackerangriff legt das Mobilfunknetz lahm. Russlandexperte Max Anger ermittelt!
Paschie, Mitarbeiterin einer schwedischen Denkfabrik, verschwindet in Sankt Petersburg spurlos. Zeitgleich legt ein Hackerangriff das schwedische Mobilfunknetz lahm. Max Anger, Paschies Freund und Kollege, unterbricht die Nachforschungen zu seiner Familiengeschichte, um sie zu suchen. Ihm bleibt nicht viel Zeit, will er die Frau, die er liebt, lebend wiedersehen. Denn Paschie ist einem gefährlichen Mann in die Quere gekommen. Als Max entdeckt, dass es eine Verbindung zwischen Paschies Verschwinden, dem Hackerangriff und seiner eigenen Vergangenheit gibt, ist es fast zu spät ...

Martin Österdahl, aufgewachsen in Stockholm und London, hat BWL, Zentral- und Osteuropäische Geschichte und Russisch (Master of Science) studiert. Er arbeitete über zwanzig Jahre für TV-Produktionen und war gleichzeitig Programmdirektor eines schwedischen Fernsehsenders. Mit seiner deutschstämmigen Frau und den drei gemeinsamen Kindern lebt er außerhalb Stockholms.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 01.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641206956
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Max Anger .1
    Originaltitel: Be inte om nåd (Max Anger 1)
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Der Kormoran

2

Unruhig wanderte Max Angers Blick zwischen seinem Handy und der Wand des Konferenzraums hin und her, an der auf mehreren Bildschirmen Nachrichtensender aus ganz Zentral- und Osteuropa liefen. Dann las er erneut Paschies SMS . Sie hatte ihm am Freitag geschrieben, dass sie versucht habe, ihn zu erreichen. Daraufhin hatte er es am Wochenende mehrmals auf ihrem Vektor-Handy probiert. Doch das Handy war ausgeschaltet gewesen. Was in aller Welt ging da vor?

Er blickte erneut zu den Bildschirmen. Der Ton war abgestellt, stumme Bilder blitzten ihm entgegen. Wie immer interessierte ihn der russische Kanal am meisten. Max rutschte auf seinem Stuhl herum, als Bilder des zugefrorenen Wassers rund um Archangelsk an einem sonnigen und klaren Spätwintermorgen gezeigt wurden.

Durch eine Rinne im Eis fuhr ein rostiger Fischkutter auf den Fähranleger zu. Als das Boot den Kai erreichte, stießen die Männer an Deck ihre Jagdstöcke gen Himmel und riefen den Demonstranten, die sich an Land versammelt hatten, trotzige Antworten entgegen.

Dann wurden Bilder eines offenen Lkws mit einer Ladefläche voller Robbenjungen eingeblendet. Wieder andere Bilder zeigten, wie die Jungtiere an einer Laderampe bei lebendigem Leib gehäutet wurden.

Das ist nicht korrekt - das müssen sie noch auf dem Eis machen!

Max rutschte wieder nervös auf seinem Stuhl hin und her. Die Fernsehbilder erweckten alte Erinnerungen zum Leben. Er sah aus dem Fenster auf den Valhallavägen hinunter, wo die Wipfel der großen Bäume im Wind hin- und herschaukelten wie schäumende Wellen, die einander nachjagten.

Er war zwölf Jahre alt gewesen, als er von Arholma aus - der Insel vor der schwedischen Ostküste, wo er aufgewachsen war - nach Osten übers Eis zur unbewohnten nächsten Insel lief. Die Strecke war deutlich länger, als er gedacht hatte, und er schwitzte aus allen Poren. Als er die Jacke aufknöpfte, hörte er plötzlich ein merkwürdiges Röcheln. Er drehte sich um - und bei dem unerwarteten Anblick des schlafenden Robbenjungen verschlug es ihm den Atem. Es war schneeweiß, im Schnee annähernd unsichtbar, lag flach auf dem Bauch und tankte Sonne. Es war allerhöchstens ein paar Tage alt. Max wusste, dass der Pelz maximal zwei Wochen so strahlend weiß blieb.

Das Robbenjunge schlug seine rabenschwarzen Augen auf und sah Max neugierig an.

Er wusste, was zu tun war, wenn er auf dem Eis auf so ein Jungtier traf. Er wusste, dass er ihm den Schlagstock einmal hart über die Schnauze ziehen musste. Wenn er richtig traf, setzte der Blinzelreflex aus, und das Junge starrte ihn mit leerem Blick an.

Diese Tat würde ihn zum Mann machen, der unter Beweis gestellt hatte, dass er dem altehrwürdigen Mannesideal gerecht wurde, das sein Vater immer noch in Ehren hielt. Die Freunde seines Vaters würden ihre Sachen packen, zu ihnen nach Hause kommen und mit ihnen Max' erstes Robbenjunges feiern.

Doch Max vermochte sich nicht zu rühren.

Je mehr Zeit verstrich, desto unmöglicher fühlte es sich an. In diesem Moment und an dieser Stelle begriff Max, dass er anders war. So ein unschuldiges Wesen totzuschlagen war keine Großtat - nichts, was aus einem Jungen einen Mann machte. Er sollte nie auf der anderen Insel ankommen. Er machte kehrt und lief wieder nach Arholma, erzählte niemandem von dem weißen Robbenjungen und hängte auch kein Robbenfell vor dem Haus auf.

Irgendeines Tages würde es wieder eine Gelegenheit geben. Und da würde alles komplett zum Teufel gehen.

Mit einem Mal gingen die Bildschirme aus.

"Violet hat mir gesagt, dass ich dich hier finde."

Sarah Hansen stand mit der Fernbedienung in der Hand hinter ihm und sah ihn an. Womöglich hatte sie dort schon eine ganze Weile gestanden.

"Du siehst echt schlimm aus, Rospigg", sagte sie und fuhr sich mit den Fingern durch das strubbelige weißblonde Haar.

Sarah Hansen war

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