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Der letzte Agent Ein Siggi-Baumeister-Krimi von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.01.2013
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Der letzte Agent

Der Journalist Siggi Baumeister hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit der gräßlich zugerichteten Leiche, die er im Eifelwald findet, gewissermaßen fast vor seiner Haustür. Auch eine resolute alte Dame aus Berlin tritt plötzlich auf den Plan und stellt sich als seine Tante Anni vor. Baumeister hat noch nie von ihr gehört. Und schließlich entpuppt sie sich als eine mit allen Wassern gewaschene Frau vom Fach, eine pensionierte Kripo-Kommissarin. Baumeister kann jede Hilfe gebrauchen, denn die Fährte, die er verfolgt, führt ihn direkt zu einem alten Stasi-Komplott, das man erschreckend wendig der neuen politischen Situation angepasst hat. Nur eines hat man beim alten belassen: die Entschlossenheit, lästige Störenfriede gnadenlos zu liquidieren... Jacques Berndorf ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, 'Eifel-Blues', erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. Sein Roman 'Eifel-Schnee' wurde im Jahr 2000 für das ZDF verfilmt. Drei Jahre später erhielt er vom 'Syndikat', der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den 'Ehren-Glauser' für sein Lebenswerk. Dazu zählt mittlerweile auch der erfolgreiche Agenten-Thriller 'Ein guter Mann' (2005), dessen Verfilmungsrechte von Regisseur Detlev Buck erworben wurden. Von Jacques Berndorf sind bei KBV die Siggi-Baumeister-Krimis 'Der letzte Agent', 'Requiem für einen Henker', 'Der Bär' und 'Mond über der Eifel' erschienen sowie 'Der Monat vor dem Mord' ein Manuskript aus dem Jahr 1972, geschrieben für den 'stern', der damals noch Woche für Woche einen Kriminalroman veröffentlichte. Außerdem ist er Herausgeber der KBV-Kurzkrimisammlung 'Mords-Eifel', 'Tatort-Eifel' und 'Tatort Eifel 2'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 281
    Erscheinungsdatum: 04.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954410019
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi Bd.3
    Größe: 1222 kBytes
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Der letzte Agent

1. Kapitel

Meine Katze Krümel sprang auf den Küchenschrank und zog mit einer ganz spitzen Tatze die Glastür im Oberteil auf. Dann stellte sie sich mit beiden Pfoten hoch, um die Lage zu inspizieren, und verteilte sich schließlich malerisch über einen Stapel Untertassen und Kuchenteller, wobei sie ihren Schwanz um eine ziemlich kostbare alte Milchkanne drapierte, die ich gerade auf einem Krammarkt erstanden hatte.

Mir war nicht klar, wie ich reagieren sollte. Ich konnte sie auf Kosten meines gesamten Porzellans verprügeln, ich konnte sie aber auch wegen der ausgesprochen artistischen Leistung loben. Ich entschied mich, ich sagte bewundernd: "Du bist ein ganz phantastisches Weib!" Da schloss sie die Augen, blinzelte arrogant und rülpste dann leise.

Im Radio spielte Chet Baker 'Misty', der Milchwagen hielt gegenüber, pumpte eine große Kanne leer und röhrte dann weiter. Irgendjemand wünschte irgendwem lautstark einen schönen guten Tag. Das Wetter war sehr warm, irgendein Politiker, der sich der Stimme nach zu urteilen für wichtig hielt, bemerkte im Radio, der Krieg am Golf sei nun längst vorbei, obwohl Tausende von Kurden in den Bergen krepierten und mindestens sechs große Clans darauf warteten, den Diktator Saddam Hussein abschlachten zu dürfen. Politiker sind gelegentlich unpassend.

Erwin hatte mir zwei Eisenkeile und einen Aluminiumkeil vor die Haustür gelegt, auf dass ich einigen Buchen zu Leibe rücken konnte. Erwin konnte nicht wissen, dass er mich damit festnagelte. Bis jetzt hatte ich der Arbeit an den Buchenstämmen aus dem Weg gehen können, schließlich war das ohne Keile nicht zu machen. Jetzt musste ich mich auf die Seite der arbeitenden Bevölkerung schlagen, war aber eigentlich viel zu faul. Ich konnte mich nur noch retten, indem ich schleunigst eine Grippe kriegte, oder irgendetwas in der Art. Aber leider war ich ziemlich gesund.

Meine Katze Krümel starrte mich aus dem Küchenschrank an, und ich schloss die Glastür vor ihrer Nase und erklärte: "Jetzt bist du mein Schneewittchen." Es machte keinen Eindruck auf sie, wahrscheinlich kennt sie sich mit deutschen Märchen nicht aus. Außerdem verspürte ich keine große Neigung, sie zu küssen. Also machte ich die Schranktür wieder auf, und ich wette, ihre grünen Augen waren voller Spott.

Da mir mein Gesicht beim Rasieren ungefähr so altbacken vorgekommen war wie ein Sechskornbrötchen nach vierzehn Tagen Liegezeit, beschloss ich, mich zu verwöhnen. Ich entschied mich für Spiegeleier nach Elvis-Presley-Art. Ich weiß, ich muss das erklären: Ich erhitze eine kleine Eisenpfanne, gebe dann etwa drei Eßlöffel Distelöl hinein und lege drei Scheiben rohen Eifelschinken in das heiße Öl. Dann schreite ich zum Plattenspieler und lege Elvis Presleys 'Good Rockin' Tonight' auf. Beim ersten Ton stehe ich bereits wieder an der Pfanne und schlage drei Eier auf den Schinken. Während nun Elvis abrockt, stehe ich da und schnuppere. Nach genau zwei Minuten und dreizehn Sekunden sind beide fertig: Presley und meine Eier.

Während Elvis dann zu 'Heartbreak Hotel' und anderen Köstlichkeiten überging, mümmelte ich vor mich hin und war ungefähr in der Gegend von 'King Creole' fertig. Mutig ging ich dann vor das Haus und betrachtete die Buchenstämme. Sie stammten aus dem Gebiet, das ich immer den Märchenwald nenne, weil dort nie ein Tourist zu finden ist und deshalb alles wächst, was in der Eifel wachsen kann. Der Sturm namens Wiebke hatte den Märchenwald vollkommen zertrümmert, hatte Dreißig-Meter-Stämme wie Papier umhergewirbelt. Der dickste Stamm hatte einen unteren Durchmesser von gut achtzig Zentimetern und war von einer Windbö abgedreht und vollkommen zerspleißt worden. Mitten in diesen wohl halbmeterlangen Holzzungen, die vom Wind und Regen gebleicht waren, hing ein öliger Leinenlumpen, mit dem ein Waldarbeiter seine Motorsäge

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