text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Mann mit der Waffe von Teuber, Bernd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2017
  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Mann mit der Waffe

Normalerweise gilt der Hochzeitstag als der schönste Tag des Lebens. Doch für Jürgen und Tanja Scholz wird er zu einem Albtraum. Ein bewaffneter Mann stört die Feier. Er zwingt die Gäste, sich zu entkleiden. Und das ist nur der Auftakt für ein perfides Spiel. Doch welchen Plan verfolgt der Fremde? Ist er nur ein Verrückter, oder hat er es auf etwas ganz Bestimmtes abgesehen? Der neue Roman von Bernd Teuber - Autor von 'Das Grab ohne Namen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 22.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738910049
    Verlag: Uksak E-Books
    Größe: 824 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Mann mit der Waffe

Roman:

Die Ehe ist wie eine Lebensversicherung. Je später man eintritt, desto teurer wird sie. Das pflegen viele Männer zu behaupten, bevor sie sich zu dem entscheidenden Schritt entschließen. Jürgen Scholz, fünfundzwanzig Jahre alt und Filialleiter eines Supermarkts, hielt nichts von dieser Lebensweisheit. Er glaubte noch an die große Liebe.

Lange hatte er gesucht, ausgewählt und sortiert. Und endlich, vor zwei Jahren hatte er sie kennengelernt, Tanja Winkler, seine Traumfrau. Bereits in der ersten Nacht schliefen sie miteinander. Sechs Wochen später wurde er schließlich ihren Eltern vorgestellt. Andre Winkler besaß einen großen Pharma-Konzern. Obwohl er Jürgen wie einen zugelaufenen Straßenkater behandelte, der bei der bevorstehenden Kastration entwischt war, wich der junge Mann nicht mehr von Tanjas Seite.

Trotzdem dauerte es noch zwei Jahre, bis sie sich endlich das Ja-Wort geben konnten. Andre Winkler betrachtete Jürgen als Erbschleicher, der es nur auf Tanjas Geld abgesehen hatte. Doch schließlich gelang es ihr, ihn davon zu überzeugen, das sie ohne Jürgen nicht mehr leben konnte. Andre Winkler, wie die meisten Väter einziger Töchter mit der Zeit nachgiebig und wohlwollend, hatte schließlich in die Heirat der beiden eingewilligt. Dass er dabei ein ungutes Gefühl in der Magengrube verspürte, verschwieg er ihr allerdings.

Der große Tag war heran gebrochen. Andre Winkler hatte ein Lokal gemietet, Einladungen drucken und verschicken lassen und sich dafür die zweifelhafte Ehre eingehandelt, an diesem Nachmittag fünfundzwanzig gepflegte Hände schütteln zu müssen. Das Essen war ausgezeichnet, die Wirtsleute liebenswürdig, und die Unterhaltung angenehm, wenn auch nicht von höherer geistiger Bedeutung.

Bis zu diesem Zeitpunkt - es war kurz nach zweiundzwanzig Uhr - hatte es keinen erwähnenswerten Zwischenfall gegeben. Tanja war glücklich, Jürgen zufrieden, Andre Winkler hatte sich mit seinem Schwiegersohn abgefunden, und die Gäste hatten inzwischen den halben Alkoholvorrat des Lokals heruntergespült. Aus den im Festsaal verteilten Lautsprechern dudelte ununterbrochen Musik und übertönte die laut geführten Gespräche und auch die Liebesschwüre, die Jürgen seiner Frau ins Ohr flüsterte.

Während einige der Gäste eng umschlungen tanzten, saßen andere an dem festlich gedeckten Tisch. Tanja und Jürgen sprachen über ihre Zukunft. Dabei schauten sie sich tief in die Augen und hatten keinen Blick für das, was in dem Lokal vor sich ging. Einer der Gäste, ein zwei Zentner schwerer Mann, der eher einem Schlachtermeister als einem Kaufhausbesitzer glich, wollte gerade sein Weinglas leeren, als er den Mann entdeckte, der plötzlich mitten im Raum stand.

Er hatte eine Pistole in seiner Hand. Es war eine kleine, fast zarte Hand, und die Waffe sah unglaublich groß und hässlich aus. Sie war direkt auf das Brautpaar und die Gäste gerichtet. Diese Dinge bemerkte er in der ersten überraschten Sekunde. Doch dann sank sein Doppelkinn auf die weiße Fliege herab und verdeckte sie völlig, als er belustigt auflachte. Er war davon überzeugt, dass der Gastgeber sich etwas Besonderes hatte einfallen lassen. Auch die anderen Gäste blickten überrascht und erwartungsvoll auf den fremden Mann mit der Waffe.

Und dann sahen sie seine Augen. Sie wölbten sich hinter dicken, blaugetönten Brillengläsern. Die Iris war so bleich, dass sie einem kaum wahrnehmbaren, undeutlichen Schatten glich, den man eher spürte, als wirklich sah. Sein Gesicht war glatt, die Haut rosa und frisch. Er lächelte den Anwesenden ermutigend zu, aber an diesem Lächeln war etwas Ausdrucksloses, dass alles andere als beruhigend wirkte.

Keiner im Saal dachte an etwas Böses. Während die Gäste annahmen, Andre Winkler warte mit einer nächtlichen Überraschung auf, liefen die Gedanken des B

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen