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Der Monat vor dem Mord Kriminalroman von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2013
  • Verlag: KBV
eBook (ePUB)
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Der Monat vor dem Mord

Niemand ahnt etwas von Horstmanns Träumen. Für seinen Chef ist er der hochqualifizierte Chemiker, der nur in Formeln denken kann. Für seine Kollegen, besonders für Ocker, ist er der nette, immer ein wenig zerstreute Weltfremde. Seine Träume? Er braucht Geld, um sie realisieren zu können. Viel Geld. Ein neuer Forschungsauftrag kommt ihm daher sehr gelegen. Der Auftrag lautet, ein Seine Träume? Er braucht Geld, um sie realisieren zu können. Viel Geld. Ein neuer Forschungsauftrag kommt ihm daher sehr gelegen. Der Auftrag lautet, ein Mittel gegen einen verheerenden Kiefernschädling zu entwickeln. Horstmann will dieses Mittel schneller finden als die Kollegen, schneller als die Konkurrenz. Umsichtig und raffiniert macht er sich an die Arbeit, die ihn seinem Ziel einen Schritt näherbringen soll. Einem Ziel, das er ohne Gewalt nicht erreichen kann. Einem Ziel, das einen Monat entfernt vor ihm liegt. Deutschlands meistgelesener Krimiautor hat in seinem Fortsetzungsroman im 'stern' den Zeitgeist der Siebziger Jahre eingefangen uns seziert mit dem aufmerksamen Blick des Journalisten und dem großen Talent eines versierten Erzählers das Kleinbürgertum in einer wilden Zeit des Aufbruchs. Jacques Berndorf ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, 'Eifel-Blues', erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. Sein Roman 'Eifel-Schnee' wurde im Jahr 2000 für das ZDF verfilmt. Drei Jahre später erhielt er vom 'Syndikat', der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den 'Ehren-Glauser' für sein Lebenswerk. Dazu zählt mittlerweile auch der erfolgreiche Agenten-Thriller 'Ein guter Mann' (2005), dessen Verfilmungsrechte von Regisseur Detlev Buck erworben wurden. Von Jacques Berndorf sind bei KBV die Siggi-Baumeister-Krimis 'Der letzte Agent', 'Requiem für einen Henker', 'Der Bär' und 'Mond über der Eifel' erschienen sowie 'Der Monat vor dem Mord' ein Manuskript aus dem Jahr 1972, geschrieben für den 'stern', der damals noch Woche für Woche einen Kriminalroman veröffentlichte. Außerdem ist er Herausgeber der KBV-Kurzkrimisammlung 'Mords-Eifel', 'Tatort-Eifel' und 'Tatort Eifel 2'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 15.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954410040
    Verlag: KBV
    Serie: KBV Krimi
    Größe: 1160 kBytes
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Der Monat vor dem Mord

1. Kapitel

Das war absolut nichts Besonderes, geschweige denn irgendetwas ganz Ausgefallenes. Gegen elf Uhr klingelte Horstmanns Telefon, ein Mädchen sagte: "Doktor Horstmann! In einer halben Stunde beim Chef."

"Gut", sagte Horstmann.

Es war wirklich nichts Besonderes. Er hatte sich nichts vorzuwerfen, seine Leistungen waren gleichbleibend überdurchschnittlich, und niemand würde beim Chef gegen ihn sprechen. Das war ziemlich sicher, denn er verhielt sich zu allen Leuten so, wie man es einfach mit "nett und bescheiden" beschreibt. Er war ein großer, dunkelhaariger Mann, der niemals in Intrigen verwickelt war, und von dem alle Welt glaubte, er könne nur in chemischen Formeln denken.

Er hockte sich zwischen zwei Tische, auf denen die für die Chemie so seltsam geformten Glasbehälter standen, und rauchte eine Zigarette mit sehr schwarzem Tabak. Er musste sofort husten.

Trotzdem rauchte er diese Zigaretten. Er erinnerte sich matt daran, dass ein ihm bekannter Professor einmal gesagt hatte: "Es ist ganz typisch für bestimmte Linksintellektuelle, dass sie zwar gelegentlich Haschisch probieren, meist aber schwarze französische Zigaretten rauchen. Sie lassen sich diese Zigaretten "aufdrücken", wie eine besondere Sorte ergiebiges Mastschwein einen Gütestempel auf den Hintern gedrückt bekommt." Damals hatte Horstmann gelacht, aber gleichzeitig begonnen, seine Umwelt zu beobachten. Er hatte festgestellt, dass der Professor bei einer ganz bestimmten Gruppe im Betrieb sicherlich Recht hatte. Der Chef rauchte auch schwarze französische Zigaretten.

Ich müsste dringend eine Gehaltserhöhung haben, dachte er mechanisch, oder viel Geld auf einmal. Maria wird natürlich sagen, dass wir mehr Geld nicht brauchen, aber sie weiß nicht, wie sehr ich Bequemlichkeit liebe. Ich will meinen Rasenmäher nicht mehr schwitzend vor mir herschieben wie ein Kuli. Ich will, dass er kraft elektrischen Stromes leise surrend das Gras im Garten frisst. Dann will ich einen größeren Wagen haben und gelegentlich allein nach Wiesbaden fahren, um ein Spiel zu machen. Nicht hoch, aber auch nicht zu zaghaft.

Auf jeden Fall werde ich immer allein fahren. Ich kann zu Maria sagen, ich hätte zu arbeiten oder dergleichen. Allein zu fahren, ist sehr wichtig für mich.

Du lieber Gott im Himmel, ich möchte wissen, wieso ich auf die Idee gekommen bin, diese Frau zu heiraten und zwei Kinder mit ihr zu haben. Es macht keine Freude, mit ihr im Bett zu sein. Es ist eine stinklangweilige Prozedur, und ich kann nicht einmal erwarten, hinterher erleichtert zu sein. Glücklich bin ich auch nie dabei. Und sie liegt da und hat sich abgemüht, und manchmal weint sie.

Er warf die Zigarette in einen Eimer, in dem Wasser stand. Einen Augenblick lang war er amüsiert darüber, dass er so etwas dachte. Alle Welt regte sich auf, dem Sexus sei ein viel zu großes Stück der Partitur des Lebens eingeräumt worden. Dann zündete er sich eine neue Zigarette an und dachte: Trotzdem ist etwas daran. Der Mensch hat sich ein wenig befreit von denen, die man Pharisäer nennt,

Er stand auf und stellte sich an das Fenster. Das Laborgebäude lag unmittelbar an der Straße. Um diese Zeit war immer sehr viel Betrieb. Er achtete besonders auf die Mädchen mit langen Haaren und sehr kurzen Röcken, und er stellte sich die Frage, ob eine von ihnen vielleicht nochJungfrau war, und mit welchen Lügen sie durch das Leben gingen.

Es war eine feste Überzeugung von ihm, dass jeder Mensch mit Lügen durch sein Leben ging. Wie sahen die Lügen dieser

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