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Der Nachtjäger Thriller von Klewe, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Nachtjäger

Linus Roth, Ex-Bulle, jetzt Privatermittler, genannt der Gepard, lebt auf einem Hausboot im Düsseldorfer Hafen. Gerade hat er einen Auftrag erledigt, da tauchen seine ehemaligen Kollegen auf und wollen ihn verhaften. Denn Roth wird des Mordes an einem Jungen aus seinem Heimatdorf verdächtigt, der vor 20 Jahren verschwand. Dessen Überreste wurden nun gefunden - zusammen mit Spuren von Roths DNA. Doch das ist nicht alles: Der Journalist Bodo Stein, den Roth für eine Auftraggeberin ausfindig gemacht hat, ist ermordet worden. Stein recherchierte im Fall des toten Jungen. Für Roths Kollegen ist der Fall klar. Für den Gepard gibt es nur eins: Die Flucht nach vorn.

Sabine Klewe, Jahrgang 1966, arbeitet als Schriftstellerin, Übersetzerin und Dozentin in Düsseldorf und hat zahlreiche erfolgreiche Kriminalromane veröffentlicht. "Der Nachtjäger" ist der Auftakt einer neuen Reihe um den Privatermittler Linus Roth.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 20.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220730
    Verlag: Goldmann
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Der Nachtjäger

Linus

Es war noch keine sieben Uhr, und der Morgen dämmerte grau, als ich wieder aufstand, mich an meinen Schreibtisch setzte und versuchte, so viel wie möglich aus dem Foto herauszuholen, das ich von der unbekannten Person im Vorgarten gemacht hatte. Das Bild war sehr grobkörnig, doch ich besaß ein Programm, das wahre Wunder bewirken konnte.

Während ich darauf wartete, dass die Software ihre Arbeit erledigte, starrte ich auf das bleifarbene Wasser, das nur wenige Zentimeter unterhalb des Bullauges gegen den Schiffsrumpf plätscherte, rieb mir die verfrorenen Hände und dachte, dass es Zeit wurde, den alten Kohleofen anzuschmeißen. Der Herbst war bisher mild gewesen, doch bald würde der Winter anklopfen. Die kalte Jahreszeit war nicht die gemütlichste auf dem Wasser. Nicht auf dem Rhein zumindest, und noch dazu in einem betagten Gefährt wie dem meinem, auf dem es durch jede Ritze zog.

Mein Boot war ein alter holländischer Frachtkahn, der vom Vorbesitzer auf den Namen Tramp getauft worden war. Er war ziemlich geräumig. Vom Steuerhaus aus ging es über eine Holzstiege unter Deck in einen Wohnraum mit Kochzeile, Esstisch und Sofa. Dahinter lag ein schmaler Gang, von dem das Arbeitszimmer, das Bad und das Schlafzimmer abzweigten. Ein weiterer kleiner fensterloser Raum lag ganz vorne im Bug. Dessen Tür hielt ich immer sorgfältig verschlossen.

Als sich endlich das hochgerechnete Bild vor mir aufbaute, klappte mir die Kinnlade herunter. Ungläubig betrachtete ich das Gesicht einer Frau mit mädchenhaften Zügen und dunklen mandelförmigen Augen. Es lag halb im Schatten der Kapuze ihres Pullis, die auch die Haare verbarg, war aber trotzdem recht gut zu erkennen. Die Frau war einige Jahre jünger als ich, höchstens dreißig, vermutete ich. Was mich am meisten überraschte, war jedoch der Rucksack oder, besser gesagt, das, was ich im Dunkeln für einen Rucksack gehalten hatte. Es war eine Art Dokumentenrolle, die sie an einem Gurt auf dem Rücken trug.

Und in dem Moment begriff ich.

Das Haus, das ich gestern stundenlang observiert hatte, um meine Zielperson beim illegalen Betreten zu erwischen, beherbergte eine der exquisitesten privaten Gemäldesammlungen des Rheinlandes. Eine Sammlung, der jetzt womöglich einige Stücke fehlten.

Zwei Stunden später kehrte ich an meinen Arbeitsplatz zurück, frisch geduscht und versorgt mit der Tageszeitung und einem Cappuccino aus einem Café, das im schickeren Teil des Hafens lag. Ich blätterte in der Zeitung, suchte nach einer Schlagzeile, in der ein Gemälderaub erwähnt wurde, obwohl ich wusste, dass es dafür noch zu früh war.

Stattdessen stieß ich auf einen Artikel, der mich Hals über Kopf in die Vergangenheit katapultierte.

Gebeine vermutlich von verschwundenem Maik

Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus

Die menschlichen Überreste, die vor einer Woche in einem Waldstück in der Eifel von Wanderern gefunden wurden, stammen wahrscheinlich von dem kleinen Maik Wilkens, der vor zwanzig Jahren spurlos verschwand. Im Sommer 1998 spielte der achtjährige Junge mit Freunden auf der Wiese hinter dem Hof seiner Eltern in Olefthal. Nach einem Streit gingen die anderen beiden fort, Maik blieb allein zurück. Was danach geschah, ist bis heute ein Rätsel. Der Junge tauchte nicht mehr auf, selbst eine groß angelegte Suchaktion mit Spürhunden und einer Hundertschaft der Polizei blieb ohne Ergebnis.

Nun scheint sicher, was die Eltern all die Jahre befürchtet haben. Ihr Sohn ist tot. Ob ein Verbrechen vorliegt, konnte die Polizei bisher noch nicht sagen, auch die Todesursache konnte anscheinend noch nicht ermittelt werden. Erik Hoffmann, ehemaliger Kriminalkommissar und seit Kurzem Bürgermeister von Olefthal, versprach, sich höchstpersönlich darum zu kümmern, dass der Fall aufgeklärt wird und die Familie endlich Gewissheit darüber bekommt, was damals mit ihrem Sohn geschah.

Ich erin

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