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Der Pate von Glasgow Kriminalroman von Meyrick, Denzil (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Der Pate von Glasgow

DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow sitzt in dem kleinen
Küstenort Kinloch fest, seit er die Revierleitung dort übernehmen musste. Doch vergessen hat man ihn im Hauptquartier offenbar nicht - er bekommt das Video eines brutalen Mordes geschickt.
Der Täter: James Machie, der Pate von Glasgow, von Daley persönlich hinter Gitter gebracht. Das Opfer: der damalige Kronzeuge. Den zweiten Kronzeugen und ehemalige rechte Hand des Paten, Frank MacDougall, soll Daley nun beschützen. Nur, wie beschützt man jemanden vor einem Geist? Denn Machie wurde vor fünf Jahren ermordet ...

"Fesselnd und mitreissend."
Wall Street Journal

"Gerade die richtige Menge Authentizität. Höchst Beachtenswert."
The Herald

Denzil Meyrick wurde in Glasgow geboren und wuchs an der schottischen Küste in Campbeltown auf. Nach einem Politikstudium arbeitete er als Polizist, freier Journalist und Geschäftsführer einer Whisky-Destillerie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 02.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677561
    Verlag: HarperCollins
    Serie: DCI Jim Daley Bd.2
    Originaltitel: The Last Witness
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Der Pate von Glasgow

1

Melbourne, fünf Jahre später.

Verregnete Tage waren in Melbourne nichts Ungewöhnliches, aber heute fand er sie besonders scheußlich.

Er sah auf seinen üppig grünen Garten hinaus, während schwere Regentropfen in die Jacarandabäume klatschten. Das Spielzeug seiner Enkelkinder lag auf dem Rasen herum, ein Wirrwarr aus Puppenwagen, kleinen Fahrrädern und Bällen in allen Formen und Farben. Ein Klettergerüst flankierte ein gigantisches Trampolin, dem wiederum eine Schaukel gegenüberstand.

Einen Augenblick lang dachte er an seine eigene Kindheit zurück. Sein Spielplatz auf Paisleys Gallowhill war ein beliebter Treffpunkt gewesen von gelangweilten Teenagern, die Likörwein soffen, von Drogendealern und der gelegentlichen Prostituierten. Überall hatten Spritzen, Glassplitter und Hundehaufen herumgelegen. Er schüttelte sich.

Bald würde der Regen aufhören, und die Kinder von Ringwood East kamen wieder zum Spielen heraus. So war das Wetter in diesem Land, auch wenn die dunklen Wolken im Augenblick bedrohlich wirkten. Die Vorstadt war genau genommen ein eigener kleiner Ort im Osten der City, ein Sammelpunkt für die Ehrgeizigen und Aufstrebenden. Gute Schulen, sichere Umgebung und große Grünflächen. Hier konnten Kinder und Erwachsene in ihren großzügig ausgestatteten, klimatisierten Häusern mit Pools und Fitnessräumen im Keller Zuflucht vor einer gefährlichen und unsicheren Welt finden.

Natürlich war er mit vierundvierzig noch recht jung, um drei Enkelkinder zu haben, aber er bereute es nicht. Seine Tochter hatte wie er früh eine eigene Familie gegründet und war schon in ihren Teenagerjahren stolze Mutter von zwei Kindern gewesen. Seine Frau hatte sie dazu überredet, zu ihnen nach Australien zu ziehen, nachdem Andy Lafferty, dieser Mistkerl von ihrem Freund und selbst ein Fußsoldat des Machie-Klans, ihr davongelaufen war. Er hatte sie in einem Hochhaus in Glasgow buchstäblich auf dem Trockenen sitzen lassen und sich ein anderes, leicht zu beeindruckendes Mädchen geschnappt. Dumm gelaufen, aber letztlich war er damit zufrieden, wie sich die Dinge entwickelt hatten.

In den zwei Jahren seit ihrer Ankunft hatte sich seine Tochter verliebt, geheiratet und noch ein Kind bekommen. Ihr Mann war ehrlich, bodenständig und freundlich, ein junger Bautechniker mit guten Zukunftsaussichten, dem es nichts ausgemacht hatte, die Stelle eines Vaters einzunehmen, der Tausende von Kilometern entfernt lebte. Immer vorausgesetzt, dass dieser überhaupt noch am Leben war. Wer auf der falschen Seite von Schottlands größter Stadt wohnte, dem war oft nur eine kurze, bedeutungslose Existenz beschieden. Zerfressen von Alkohol, Drogen oder einer Kombination von beidem, war er der Verwahrlosung und Verrohung hilflos ausgeliefert, die am Rande der Gesellschaft lauerte.

Kein großer Verlust.

So hätte auch sein eigenes Leben aussehen können. Noch zu Schulzeiten hatte er sich mit dem Verbrechen eingelassen. Angefangen hatte es mit kleinen Ladendiebstählen bei Woolies und in dem kleinen Süßigkeitenladen die Straße runter. Es folgten aufgebrochene Autos und eingeschlagene Fenster, Taschendiebstähle. Dann kamen Drogenhandel und Schutzgelderpressung, und zu dem Zeitpunkt gehörte er bereits einer gut organisierten Verbrecherorganisation an, die sich in einzelne Zellen gliederte wie eine terroristische Vereinigung. So waren diejenigen an der Spitze gleichermaßen vor der Polizei wie vor ihren eigenen Leuten geschützt. Er hatte sich oft gefragt, ob der Typ mit dem teuren Anzug, der mit einem deutschen Sportwagen herumfuhr, der geheimnisvolle Mr. Big war, dem sie alle Gehorsam schuldeten, oder bloß ein blöder Wichser von einer Bank. Aber eigentlich war es ihm egal gewesen. Er hatte reichlich Geld verdient, mehr als die meisten armen Schweine, mit denen er zur Schule gegangen war, selbst die Intelligenteren von ihnen. Außerdem verfügte er über diese gewisse Ausstrahlung, die man nicht kaufen konnte,

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