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Der Präsident Thriller von Bourne, Sam (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Präsident

Stell dir vor, der mächtigste Mann der Welt wäre ein gefährlicher Egomane ... Als die Bürger der USA einen unberechenbaren Demagogen zum Präsidenten wählen, hält die Welt den Atem an. Kaum jemand weiß: Bereits kurz nach Amtsantritt ordnet der Präsident fast einen Nuklearstreich an, nachdem ein Wortgefecht mit dem Machthaber von Nordkorea aus dem Ruder läuft. Eins ist den Mitwissern klar: Jemand muss etwas unternehmen, oder die Welt steht kurz vor einem dritten Weltkrieg. Ein Attentat scheint der einzige Ausweg ... Ein hochrasanter Verschwörungsthriller mit aktuellem Bezug zur politischen Lage in Amerika

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 479
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732550999
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2569 kBytes
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Der Präsident

Zweites Kapitel

Das Weiße Haus, Montag, 08.45 Uhr

"Was zum Teufel ist das? "

Maggie Costello stand in dem Vorzimmer, in dem die Privatsekretärin ihres Chefs mit zwei anderen Beamten saß. Sie hatte soeben etwas entdeckt: An der Wand hinter der Sekretärin hing ein Kalender, gleich neben den Porträts der Männer, die früher das ehrwürdige Amt des Rechtsberaters im Weißen Haus bekleidet hatten. Typische Kalender in Washingtoner Regierungsgebäuden zeigten spektakuläre Aufnahmen von amerikanischen Landschaften. Dieser hier hingegen gehörte zu der Sorte, die man eher in einer Autowerkstatt erwarten würde. Das Bild des aktuellen Monats Mai zeigte eine Frau auf allen vieren, die mit nichts am Leib als einem knappen Bikinihöschen in die Kamera blickte. Sie hatte den Mund geöffnet, sodass man die Spitze ihrer Zunge sehen konnte.

Die Privatsekretärin, eine Schwarze in den Fünfzigern, zuckte resigniert mit den Schultern.

"Im Ernst, Eleanor, wer hat den da aufgehängt?"

Die Privatsekretärin blickte Maggie mit einem vielsagenden Ausdruck an: Bring mich nicht in Schwierigkeiten .

Maggie beugte sich vor und senkte die Stimme zu einem Flüstern. "Ich verrat's keinem."

Eleanor schaute kurz über die Schulter und sagte dann: "Anweisung von Mr McNamara. Er hat sie im ganzen Westflügel aufhängen lassen. Er meinte, es sei längst überfällig, dass man in diesem Gebäude auf Tuchfühlung mit der arbeitenden Bevölkerung unseres Landes geht. Es sei höchste Zeit, dass es hier wie an einem normalen amerikanischen Arbeitsplatz aussieht."

"Das ist nicht mal ein Witz, oder?"

Die Frau schüttelte den Kopf.

Maggie beugte sich weiter vor, langte über Eleanors Schulter und riss den Kalender mit einem Ruck von der Wand. Dann zerriss sie das dicke, beschichtete Papier zweimal und ging zu den Abfalleimern. Aus Gewohnheit hielt sie Ausschau nach dem grünen, der für Papier vorgesehen war.

"Kein Recycling mehr, Maggie. Das hat er auch abgeschafft. 'Wir sind hier nicht im Grünen Schwuchtelhaus. Wir sind im Weißen Haus.'"

" Das hat er gesagt?"

"Uh-hm."

Maggie warf die Überreste des Bikinimodel-Kalenders in den einzigen Papierkorb im Raum, ging in ihr Büro und knallte die Tür hinter sich zu.

Sie hätte sich gern bei ihrem direkten Vorgesetzten beschwert, bei dem Mann, der den Titel Rechtsberater trug. Doch bekleidete er das Amt in ständiger Abwesenheit; ein Kumpan des Präsidenten, der ihm früher als persönlicher Anwalt in Konkursangelegenheiten gedient hatte und dafür mit einem Posten im Weißen Haus belohnt worden war. Maggie war ihm nur einmal begegnet, auf der Cocktailparty anlässlich seiner Ernennung; seither hatte er sich nicht mehr im Weißen Haus blicken lassen.

Sie nahm ihr Smartphone zur Hand und schrieb Richard eine Nachricht: Was zum Teufel machen wir hier?

Früher hatten hier viele Frauen auf allen möglichen Ebenen gearbeitet, die den Kalender ebenfalls weggeworfen oder Maggie zumindest dabei unterstützt hätten. Jetzt gab es nur noch zwei Frauen in ihrer Abteilung: sie selbst und Eleanor. Die übrigen Mitarbeiter waren ausnahmslos Männer, die meisten davon Weiße. Und dieses Schema zog sich durchs gesamte Weiße Haus.

Richard antwortete wenige Sekunden später: Sitze gerade mit Wirtschaftsleuten zusammen. Heute Abend reden?

Sie ließ das Telefon über den Schreibtisch schlittern, wo es gegen das Bild prallte, das sie zusammen mit dem vorherigen Präsidenten zeigte; ein solches Foto auf dem Tisch zu haben war in der laufenden Amtsperiode ein verhaltenes Zeichen der Rebellion. Im Moment hätte sie ihren ehemaligen Chef am liebsten verflucht. Zum Teil war es seine Schuld, dass sie noch immer hier war.

"Hören Sie, Maggie", hatte er gesagt. "Ich weiß, was Sie von meinem Nachfolger halten ..."

Sie hatte ihn nicht ausreden lassen. "S

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