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Der Psychologe von Nilsonne, Åsa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.06.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Der Psychologe

AUTORIN AUSGEZEICHNET MIT DEM SCHWEDISCHEN KRIMIPREIS! Wegen eine Beinverletzung hat die krank geschriebene Polizistin, Monika Pedersen, die Zeit, um zu lesen. In dem Buch eines berühmten Psychologen stößt sie auf eine unheimliche, bekannte Geschichte: Der dort beschriebene Fall einer schwangeren jungen Frau scheint das Schicksal ihrer eigenen Mutter zu erzähle, die aufgrund ihrer psychisch labilen Disposition ihr Kind zur Adoption freigegeben hatte und schon als junge Frau ermordet wurde. Alle Details in dem Buch passen haargenau auf Monikas Mutter, bis auf die Tatsache, dass diese nicht ermordet wurde, sondern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Wenn ihre Mutter starb, war Monika noch ein kleines Mädchen, aber jetzt sieht sie die Möglichkeit, endlich etwas mehr Huber das Schicksal ihrer Mutter zu erfahren. Ihre Untersuchungen führen sie zunächst in die Praxis des Psychologen, der sich jedoch höchst verschlossen zeigt und jegliche Auskunft verweigert. Doch Monika lässt nicht locker. In der Stockholmer Anwaltskanzlei, in der ihre Mutter bis zu ihrem Tod gearbeitet hat, stößt sie schließlich auf entscheidende Hinweise. Je mehr Details Monika Pdersen ni Erfahrung bringt, desto näher kommt sie dem tragischen Leben ihrer Muter - und den wahren Umständen ihres Todes. REZENSION 'Monika Pedersen ist eine sehr angenehme Bekanntschaft: umgänglich, normal, ehrgeizig und unsicher. Aber nicht ohne Überraschungen. Monika Pedersen und Åsa Nilsonne müssen unbedingt weitermachen.' - Dagens Nyheter 'Åsa Nilsonne ist die neue schwedische Krimi-Königin: Hier verbinden sich Spannung und Dynamik mit großer Sachkenntnis.' - Ostra Smaland 'Åsa Nilsonne verbindet Spannung mit menschlicher Wärme.' - Dagens Nyheter 'Schweden hat eine neue Krimikönigin: Asa Nilsonne.' - Östgöta Correspondenten AUTORENPORTRÄT Åsa Nilsonne, 1949 geboren, hat sich mit ihren Romanen um die humorvolle und ehrgeizige Polizistin Monika Pedersen eine begeisterte Leserschaft erobert. Åsa Nilsonne lebt in Stockholm, ist verheiratet und hat drei Söhne. Sie arbeitet als Psychiaterin und Forscherin am Karolinska Institut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 316
    Erscheinungsdatum: 08.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711440933
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 3599 kBytes
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Der Psychologe

2

Jetzt öffnete er die Tür und trat einen Schritt zurück, um sie eintreten zu lassen. Er lächelte, sein gewohntes Lächeln und sagte mit gewohnter Stimme "Willkommen."

Monika ließ sich wie immer auf dem Sofa nieder und fragte sich, wo sie anfangen sollte.

Am Ende zog sie einfach das Buch aus der Tasche und legte es auf den Couchtisch.

"Ich habe gerade eine Fallstudie in diesem Buch gelesen, die so gut auf Babs passt, dass sie es eigentlich sein muss."

Niels' Blick streifte das Buch, dann hob er den Kopf und schaute aus dem Fenster, wo es jedoch offenbar nichts Besonderes zu sehen gab.

"Papa?"

Am Ende blickte er sie mit ausdrucksloser Miene an.

"Darüber will ich nicht sprechen", sagte er tonlos.

"Du brauchst nur eine einzige Frage zu beantworten. War Babs bei diesem Mann in Behandlung?"

Ihr Vater schwieg eine Weile.

"Hör auf damit, das habe ich doch schon gesagt. Woher hast du dieses Buch überhaupt?"

"Aus der Krankenhausbücherei."

Er schaute jetzt wieder aus dem Fenster, und sie stellte mit einem unbehaglichen Schauder fest, dass die Existenz des Buches keinerlei Überraschung für ihn darstellte.

"Du hast davon gewusst, ja? Du hast gewusst, dass Olzén über Babs geschrieben hat, aber du hast kein Wort gesagt."

"Ich sage, dass du damit aufhören sollst. Sie ist jetzt seit zweiundzwanzig Jahren tot, und es bringt nichts, in den alten Geschichten herumzuwühlen."

"Dann weißt du also auch von seiner Behauptung, dass sie ermordet worden ist."

"Ich will nicht darüber reden. Ich meine es ernst."

"Spielt es keine Rolle, was ich will? Ich will wissen, ob Fräulein F. in dem Buch Babs ist."

Doch die Worte schienen von Niels' gekrümmtem Rücken abzuprallen. Er hatte sich mühsam aufgerichtet und war in die Diele gegangen, wo er seinen Mantel anzog, um das Haus zu verlassen, fort von diesem Gespräch, mit dem er nicht umgehen konnte. Sie wusste, dass es einige Stunden dauern würde, bis er zurückkehrte, durchnässt und halb erfroren. Sie wusste auch, dass er durch die Tür kommen würde, als sei nichts geschehen, er würde wie immer "Hallo" rufen, und wenn Monikas Fragen noch immer unbeantwortet waren, wenn sie noch immer wütend oder empört war, würde er sie gequält und beleidigt ansehen: Alles sollte wieder gut sein. Alles sollte sein wie immer.

So war es immer gewesen.

Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.

Monika schlug mit der Faust auf die Armlehne des Sofas - verdammt, warum hatte sie in all diesen Jahren keine Gegenstrategie entwickelt? Wieso konnte er sie mit so einfachen Mitteln manipulieren? So dass eine Frage, der er den Rücken kehrte, einfach zu Boden fiel und starb?

Aber diesmal sollte das nicht passieren.

Sie schaute sich in der Wohnung um.

Niels hatte das Kapitel Babs in der Tat endgültig abgeschlossen. Es gab nirgendwo ein Foto von ihr, weder Aschenbecher noch Stofftiere. Früher hatte die Sofaecke, wo Monika jetzt saß, ein wuscheliger großer Eisbär in Beschlag genommen, während in der Küche ein hübsches Stoffhuhn Staub gesammelt hatte. Babs hatte ihr Bett mit so vielen Schmusetieren geteilt, dass gar nicht alle Platz gehabt hatten und wie Opfer einer schrecklichen Katastrophe in den seltsamsten Stellungen und mit blinden Augen auf dem Boden herumlagen. Babs nahm oft ein Schmusetier auf den Schoß oder in den Arm und liebkoste es in einer Weise, wie sie Monika oder Niels niemals liebkost hatte.

Der Eisbär, das Huhn, der Muminvater, sie alle waren verschwunden gewesen, als Monika eines Tages aus der Schule gekommen war. Ins Kinderheim in der Sowjetunion, hatte Niels gemurmelt, für Kinder, die sie brauchen. Für Monika, die oft heimlich an den Tieren geschnuppert hatte, da Babs' Duft noch in ihrem Fell hing, waren die Tiere eine viel deutlichere Erinnerung gewesen als Fotos, aber sie hatte nicht dagegen protestiert, da es ohnedies zu spät war.

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