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Der Schatten Roman von Hammesfahr, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Der Schatten

Die ehrgeizige Filmproduzentin Stella Helling hat den Halt verloren. Sie trinkt zu viel, verzweifelt an der Behinderung ihres Kindes und an der allgegenwärtigen Schwiegermutter. Stellas einziger Halt ist ihr Mann Heiner, ein Polizeikommissar. Als sie sich ihren größten Erfolg "Der Schatten mit den Mörderaugen" noch einmal anschaut, ist Heiner im Dienst. In der Nacht erwacht sie von einem fürchterlichen Schrei. Am nächsten Morgen ist ihre Schwiegermutter tot und das Baby verschwunden. Und nicht einmal Heiner glaubt seiner Frau, dass in der Nacht ein Filmmonster "der Schatten" leibhaftig im Haus war ... Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie aktuell "Die Sünderin". Der Roman wurde unter dem Titel "The Sinner" mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche Netflix-Serie produziert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641235895
    Verlag: Diana Verlag
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Der Schatten

DER VERBINDUNGSMANN

Donnerstag, 22. April 2004 - und die Tage vorher

Es gab Grenzen, die ein Polizist nicht überschreiten durfte, das wusste Arno Klinkhammer, als er sich morgens um halb neun auf den Weg nach Niederembt machte, wo Therese Helling geboren und aufgewachsen war, wo sie sechsundfünfzig Jahre lang gelebt hatte, wo jeder sie und sie jeden kannte. Persönliche Betroffenheit war so eine Grenze.

Man war nicht Polizist, nur Mensch, nicht rational und bestimmt nicht neutral, wenn man ein Mordopfer gekannt hatte. Und wenn die Mutter eines Kollegen mit eingeschlagenem Schädel in ihrem Badezimmer liegen sollte, machte das persönlich sehr betroffen. Vor allem, wenn man sich vor zwei Tagen noch mit der Frau unterhalten hatte.

Am Dienstagmorgen hatte seine Frau ihm wieder mal demonstrativ eine Haarspange neben den Frühstücksteller gelegt. Das hieß, er musste zum Friseur. Klinkhammer hasste das, hatte schon als Kind immer das Gefühl gehabt, ihm würde etwas abgeschnitten, was er lieber behalten hätte. Seine Abneigung gegen die Schere mochte mit der Geschichte von Samson und Delilah zusammenhängen. Als Kind hatte er sich nach jedem Friseurbesuch erheblich geschwächt gefühlt. Inzwischen lachte er darüber. In seinem Alter hatten kindliche Ängste nur noch Unterhaltungswert. Trotzdem sagte er beim Anblick der Spange: "Damit wollte ich eigentlich noch warten. Sonst muss ich noch mal gehen, bevor wir fliegen."

Im August wollten sie für drei Wochen an die Niagarafälle. Sie machten jedes Jahr rund um ihren Hochzeitstag eine Reise. Für nächstes Jahr waren sogar sechs Wochen Australien geplant, darauf freute er sich jetzt schon sehr.

"Arno", sagte Ines Klinkhammer, "ehe wir fliegen, vergehen noch vier Monate. Ich gehe alle zwei oder drei Wochen zum Nachschneiden."

Bei einer Frau war das auch etwas anderes, fand er. Bei ihm wuchs es oben auf dem Kopf nicht mehr so dicht wie bei Ines. Man sah die Kopfhaut durchschimmern, wenn es frisch geschnitten war. Aber er hatte an dem Dienstag ohnehin in Bedburg zu tun und kannte dort einen Salon, in dem man sich nicht anmelden, aber auch nicht lange warten musste. Etliche Überstunden hatte er auch mal wieder gut, da konnte er ein Viertelstündchen für den Friseur erübrigen.

Arno Klinkhammer war Kriminalhauptkommissar und seit drei Jahren "Leiter Ermittlungsdienst" der Dienststelle Nord in Bergheim, wo nur weniger gravierende Straftaten bearbeitet wurden. Aber er war auch für gravierende häufig unterwegs. Die für Schwerkriminalität zuständigen Kollegen vom KK 11 in Hürth holten gerne seine Meinung ein, das tat auch die Soko Einbruch in der Dienststelle Frechen, die sich seit Jahresbeginn mit den Russen herumplagte.

Sie hielten viel von Klinkhammers Einschätzung, seit er im Frühjahr 2000 entscheidend dazu beigetragen hatte, dass ein aufsehenerregender Fall geklärt und ein Serienmörder verurteilt werden konnte, der bundesweit getötet und sein Domizil in Klinkhammers Revier aufgeschlagen hatte.

Ein Sonderermittler und Fallanalytiker des Bundeskriminalamts hatte sich jahrelang vergeblich bemüht zu beweisen, dass es diesen Serienmörder überhaupt gab. Dann bekam er einen Hinweis auf den Rhein-Erft-Kreis und spannte ausgerechnet Klinkhammer als Laufburschen und Chauffeur für sich ein. Und wenn Klinkhammer mit einer Sorte Mensch gravierende Probleme hatte, waren das übergeordnete Ränge, die ihn kommandierten und sich einbildeten, alles besser zu wissen.

Im Grunde war er ein umgänglicher Mensch und durchaus fähig zur Zusammenarbeit, sonst hätte er seinen Beruf ja auch völlig verfehlt. Er konnte sich sogar unterordnen - wenn er das für sinnvoll hielt. Aber er war auch nicht auf den Kopf gefallen, hatte Menschenkenntnis und ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen. Und wenn ihm etwas zu dumm wurde, ging er seine eigenen Wege. Auf einem solchen hatte er in dem großen Fall den Durchbruch erzielt. Wobei der

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