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Der stille Ruf des Todes Schweden-Thriller von Stadelmann, Michaela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2018
  • Verlag: Textflash
eBook (ePUB)
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Der stille Ruf des Todes

Zwei Mädchen werden als Höhepunkt der gleichen Fashion Show gebucht, ohne voneinander zu wissen: Um die Familienschulden abzubezahlen, unterschreibt Liliana, 15, im sibirischen Bolturino einen Vertrag mit einer Modelagentur, die blutjunge Mädchen für Foto-Shootings und Fashion Shows vermittelt, erotische Aufträge inbegriffen. Statt ein Leben in Saus und Braus zu führen, wird Liliana weit weg von ihrer Familie in einem zugigen Plattenbau in Krasnojarsk untergebracht und mit perfiden Methoden der Modelscouts gefügig gemacht. Als sie nach Malmö engagiert wird, scheint ihr Wunsch nach einer Model-Karriere in Erfüllung zu gehen. Nach der wöchentlichen Routineuntersuchung in der Poliklinik verschwindet die an Magersucht erkrankte Rita spurlos, genau wie der 16-jährige Liam, der vor einem Jahr tot im Malmöer Pildammspark gefunden wurde. Todesursache: Organversagen aufgrund starker Auszehrung, denn Liam litt ebenfalls an einer Essstörung. Der Hinweis, dass Rita mit einer Frau im blauen Mantel mitgefahren ist, bringt die Polizei nicht weiter. Was niemand ahnt: Emily mit dem blauen Mantel ist Modelscout und besessen davon, Rita bei der Malmöer Fashion Show laufen zu lassen. Rita verweigert jedoch die Nahrungsaufnahme. Ihr Zustand verschlechtert sich rapide. Emily will nicht wahrhaben, dass Rita kurz vor dem Kollaps steht und eigentlich schon zu schwach ist, um zu laufen. Sie zwingt Rita dazu, ihren Walk zu trainieren und riskiert damit das Leben des Mädchens. Zwei Schicksale, die mit der Welt der Mode verknüpft sind und beide tödlich enden können. Michaela Stadelmann wuchs in Wesel am Niederrhein auf. Seit 2007 veröffentlicht sie Romane in unterschiedlichen Genres, u.a. Krimis bei Midnight Ullstein unter dem Pseudonym Mikaela Sandberg. Hauptberuflich ist die Autorin als freie Lektorin tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Mittelfranken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 209
    Erscheinungsdatum: 01.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940582867
    Verlag: Textflash
    Größe: 1928 kBytes
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Der stille Ruf des Todes

Oktober 2015

Eine Turnhalle in Bolturino, Sibirien

"Steht gerade! Wo sind eure Brüste? Raus damit! Wer keinen Hintern hat, macht gefälligst ein Hohlkreuz!"

Automatisch drückte Liliana die Schultern nach unten und streckte den Hals. So hatte sie es von der allerersten Ballettstunde an gelernt. Madame hatte ihr beigebracht, dass sie nur so schön aussah.

Die Matrone, die sie heute Morgen von der Busstation abgeholt hatte, unterbrach ihre Wanderung durch die Halle. Einen Moment bestand die Welt nur noch aus ihren schwarz gefärbten Haaren, dem tonnenförmigen Körper und dem ranzigen Geruch nach altem Holz und Schweiß. Sie musterte Liliana eingehend.

"Was ist das?" Grob schob sie die Schultern des Mädchens nach hinten, sodass sich ihr Brustkorb automatisch herauswölbte.

"Jetzt macht sie einen Entenarsch", flüsterte jemand.

Am liebsten wäre Liliana vor Scham gestorben.

"Titten und Hintern!" Ärgerlich lief die Matrone weiter. "Und eine gute Figur. Mehr braucht ihr nicht, wenn ihr Model werden wollt!"

Wenn Madame das gehört hätte! Liliana kam sich lächerlich vor. Auf ihren kleinen, unschuldigen Brüsten bildete sich Gänsehaut. Hinter ihr rasselte und hustete eine uralte Heizung, vielleicht noch persönlich von Stalin zu Sowjetzeiten in Auftrag gegeben. Stumm betete Liliana, dass sie genau hier stehen bleiben durfte, bis sie dran war. Die Heizung war die einzige Wärmequelle.

Verstohlen schielte sie nach links und rechts auf die anderen blassblauen Mädchenkörper in winzigen Bikinis oder Unterwäsche. Dicht gedrängt waren sie vor den deckenhohen Spiegeln aufmarschiert wie zu dünne Soldaten. Unauffällig lehnten sie sich an die abgegriffenen Ballettstangen. Madame hätte das nie geduldet. Aber Madame war nicht mehr wichtig.

"Wie gut, dass ich meinen Push-up-BH mitgenommen habe", wisperte Alina neben ihr. Ihre eiskalten Hände streiften Lilianas nackte Oberschenkel.

Liliana lächelte verkrampft und bemühte sich, nicht zusammenzucken. So ein Push-up war nicht schlecht. Ihren hatte sie vor Aufregung zu Hause liegen lassen.

"Du musst immer geputzte Schuhe haben, Mädchen, wenn du einen Vertrag haben willst", sagte die Matrone. Uljana aus Norilsk biss sich auf die Lippen und errötete. Verschämt senkte sie den Kopf, damit niemand sah, wie ihr die Tränen kamen. Betreten schauten die anderen mageren Mädchen woanders hin. Nur der Spiegel reflektierte Uljanas Tränen gnadenlos bis in die Unendlichkeit. Die Matrone seufzte und reichte ihr ein Taschentuch.

Alina kicherte verschämt. "Da nützt ihr die berühmte rote Sohle auch nichts!"

"Wer nicht still ist, fliegt raus", dröhnte die Stimme der Matrone durch die Turnhalle. Alina fuhr zusammen, Liliana hielt erschrocken den Atem an.

"Ich bin sicher nicht die Erste, die es euch sagt, und ich werde nicht die Letzte sein", fuhr die Matrone fort. "Euer Körper ist euer Kapital. Aber eure Schuhe, Kleider, eure Schminke und euer Auftreten sind die kleinen Empfehlungen, auf die es bei einem Model-Vertrag ankommt!" Ernst glitt ihr Blick über die Mädchen vor den Spiegeln. "Ihr müsst nicht klug sein, um ein angenehmes Leben zu führen. Saubere Fingernägel, geputzte Schuhe und gute Manieren sind die Eintrittskarten in die Häuser der Reichen. Für jede von euch. Auch für dich, kleines Fräulein!" Mit ausgestrecktem Finger kam sie geradewegs auf Alina zu. Alina wäre am liebsten davongerannt, als die Matrone sie zwei Schritte vortreten ließ.

"Deine Schritte sind klein wie dein Mut. Wie heißt du?"

"Alina", flüsterte Alina.

"Wie bitte?"

"Alina!"

Die Matrone atmete auf. "Gut, Alina. Du bist hübsch. Und du bist vielleicht ein bisschen zu klug für diesen ganzen Zirkus. Aber verdirb es den anderen nicht, hörst du?" Sie drohte Alina mit dem Finger. "Wenn du dich nicht benimmst, schicken die Scouts euch alle wieder nach Hause. Ich

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