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Der Tod bohrt nach Kriminalroman von Archan, Isabella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2018
  • Verlag: Emons
eBook (ePUB)
9,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 28.06.2018 per Download lieferbar

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Der Tod bohrt nach

Vergiftung, Entführung und Mord. Während Dr. Leocardia Cardiffs zahnärztlichem Nacht-Notdienst taucht ein seltsamer Patient auf, der etwas von Mord stammelt. Welche Wahl bleibt Leo da? Keine. Sie fühlt dem Bösen auf den Zahn und kommt einer Entführung auf die Spur - und auch eine Leiche lässt nicht lange auf sich warten. Hauptkommissar Zimmer und sein Team ermitteln, doch auch Leo setzt den Bohrer an.

Isabella Archan wurde 1965 in Graz geboren. Nach Abitur und Schauspieldiplom folgten Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Seit 2002 lebt sie in Köln, wo sie eine zweite Karriere als Autorin begann. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in Rollen in TV und Film zu sehen, unter anderem im Kölner 'Tatort', in der 'Lindenstraße' und in 'Diese Kaminskis', und vor allem mit ihrem eigenen Programm zu ihren Krimis auf der Bühne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 28.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960413578
    Verlag: Emons
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Der Tod bohrt nach

2

Ich bin kein Fan von nächtlichen Notdiensten. Wirklich nicht.

Aber heute Abend gibt es einen, den ich geradezu enthusiastisch angenommen habe: den Papa-geht-leider-nicht-Bereitschaftsdienst.

Was für ein tolles Wort für Scrabble, auch wenn hier die Mitspieler lautstark ihr Veto einlegen würden.

Schade, dass meine Töchter aus dem großen Spielealter heraus sind.

Es ist ungerecht. Wenn die Kinder klein sind, dann lässt man sie gewinnen, um Heulereien zu vermeiden, sind sie jedoch später endlich so weit, dass man seine eigenen Siegchancen ausspielen kann, dann wollen sie auf keinen Fall mehr die Abende mit Mama bei einem Brettspiel verbringen.

Lieber machen sie Party. Crazy und great , wie Luise sagen würde.

Heute gibt es eine solche Party bei Nathalies Freund Vinzenz. Nein, nicht Linus, der sie entjungfert hatte. Diese Sache hat sich schneller erledigt, als ich Zeit hatte, endlich mein Verhütungsgespräch mit ihr zu führen. Ein paar Tränen sind geflossen, und dann stand Vinzenz, der rothaarige Schlaksige mit den silbernen Turnschuhen, vor unserer Haustür und hat sie abgeholt.

Vinzenz' Eltern haben ein riesiges Haus in Rodenkirchen, nahe dem Rhein, und er wird in zwei Monaten, wenn er endlich seinen Führerschein hat, sofort ein eigenes Auto bekommen. Gefällt mir nicht, kommt mir alles zu verblendet reich vor, aber immerhin ist Vinzenz höflich und gibt nicht an, eher das Gegenteil.

Die ganze Klasse ist bei ihm eingeladen, auch Luise geht mit ihrem Freund Nils hin. Beide Mädels sind zurzeit mit festen Freunden unterwegs, und sie sind erwachsener geworden, oft erwachsener als ich.

Hoffentlich wird die Party lahm und langweilig, denn ein wenig in Sorge bin ich immer. Der Wochenendnotdienst ist auch dafür eine gute Ablenkung.

Hätte ich keine Bereitschaft gehabt, hätte ich heute Abend meinen Vater, Dr. Gerwald Hubertus, dem ich meinen zweiten Vornamen, Huberta, verdanke, treffen müssen. Da meine Mutter, Agathe, mir ihren Nachnamen, Kardiff, vermacht hat, wollte er damit ein Teil meines Lebens bleiben. Ich verschweige dieses Huberta allerdings vor der Welt, so gut es geht.

Er und seine zweite Frau wollten mich unbedingt besuchen kommen. Man hätte sich ewig lange nicht gesehen, und überhaupt gäbe es so vieles zu bereden. "Man" - kein "wir" oder "du und ich", nur man.

Nein, man hat keine Lust. Man mag nicht.

Ich, Leocardia Huberta, will nicht.

Nicht ohne meine Töchter, die immer ein Gesprächsthema mit Opa zu haben scheinen. Und nicht mit seiner Gemahlin, die ohne Punkt und Komma quatscht, nicht einmal Luft holen habe ich sie gesehen in ihren endlosen Monologen. Ich bin zwar froh, dass Papa mit jemandem zusammen ist, der sich um ihn kümmert, aber bitte, bitte keinen ganzen Abend mit meiner Stiefmutter.

Bei so einem Zusammentreffen würde ich noch dazu endlich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und von meinem neuen Freund erzählen müssen. Sie würde mich löchern und Papa mir mit seinen Kommentaren den letzten Nerv rauben.

Ich höre meinen Vater schon wortwörtlich fragen: Leocardia, wenn dein neuer Freund schon an der Quelle sitzt, könnte er doch meinen letzten Strafzettel zerreißen, oder? - Nein, Papa, dafür ist mein Liebster nicht zuständig. - Gott, was macht er denn dann? - Mein Freund, der ist zwar Polizist, aber Mordermittler, Hauptkommissar Jakob Zimmer.

Endlich sind meine Gedanken an einer schönen Aussicht angekommen.

Jetzt ein Zwischenstopp.

Jakob und ich sind ein Paar. Wir sind zusammen. Er und ich. Der Hauptkommissar und die Zahnärztin. Titel einer neuen TV -Serie, erste Staffel.

Unfassbar, dass wir es doch noch geschafft haben.

Auch vor mir selbst muss ich diese Tatsache öfter wiederholen, denn nach dem unendlich langen Hin und Her und den seltenen Dates mit unsicherem Ausgang haben wir tatsächlich die nächste Stufe erklomme

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