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Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens Kriminalroman von Bottini, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2017
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

"Platz 1 Deutscher Krimipreis 2018" Banat/Rumänien 2014: Ioan Cozma hat abgeschlossen mit der Welt. Der Kripo-Kommissar lebt allein, es sind nur noch ein paar Jahre bis zu seiner Pensionierung; wenn er nicht groß auffällt, wird auch niemand in seiner Vergangenheit wühlen. Es ist besser so. Doch die Welt will ihn nicht in Ruhe lassen. Ausgerechnet Cozma wird die Ermittlungsleitung in einem brutalen Mordfall übertragen: Die junge Lisa Marthen, eine Deutsche, wurde erstochen aufgefunden. Ihrem Vater gehört ein landwirtschaftlicher Großbetrieb, und der Verdacht fällt auf einen seiner jungen Feldarbeiter, der in Lisa verliebt war und seit ihrem Tod verschwunden ist. Als eine Spur nach Mecklenburg führt, macht Cozma sich auf den Weg - und muss feststellen, dass er dort nicht der Einzige ist, der für Gerechtigkeit sorgen will ... Oliver Bottini zeigt, wie sich die radikale Einsamkeit des Menschen durch Gier und Machthunger noch verstärkt. Doch eines bricht sich immer wieder Bahn - der Glaube an etwas Gutes und an Menschlichkeit. Die Spannung zwischen diesen Polen ist es, durch die Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens Krimifuchs Ein paar Tage Licht Der kalte Traum

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 08.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189662
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Größe: 1699 kBytes
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Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Mecklenburg-Vorpommern

7. / 8. April 2011

Sie verbrachten die Nacht auf Freitag im Haus in Prenzlin, fuhren am späten Vormittag weiter, gegen den Widerstand der Kinder, die das Haus liebten und Dänemark blöd fanden.

"Ihr wart noch nie in Dänemark", sagte Winter.

"Weil wir es blöd finden", erwiderte Emmy.

"Ist doch nur für ein Wochenende."

"Und wenn wir in Dänemark vor Langeweile sterben?", fragte Leon.

Auf der Autobahn wurden sie fröhlicher, keine Rede mehr vom Sterben, Winter hatte sie an seine Versprechen für Blåvand erinnert. Sie spielten ihr Lieblingsspiel, Sänger raten. "'On the Floor'", sagte Emmy und begann zu singen, und Leon rief: "Jennifer Lopez mit Pitbull!", und fiel mit hoher Stimme ein. Winter hatte wie immer Mühe, den Text zu verstehen, zwei Jahre Schulenglisch in den Achtzigern bei einer Lehrerin, die nie über Güstrow hinausgekommen war, da konnte man nicht viel erwarten. Er hob den Blick zum Rückspiegel und musste lächeln. Emmys sich sanft wiegender Kopf, der Mund noch ein bisschen unsicher mit der Zahnspange, ein entrückter Blick aus dem Seitenfenster. Er ahnte, dass sie an die Pferde dachte, die er ihr versprochen hatte, Pferde am Strand von Blåvand. Wo er die herbekommen sollte, wusste er noch nicht.

Versprich mir was für Dänemark, Papa.

Was denn?

Weiß nicht, irgendwas Tolles.

Mir auch, Papa!

Leon hatte er ein Quad-Rennen in den Dünen versprochen, der Vater gegen den Sohn plus Revanche. Winter hatte keine Ahnung, ob es in Blåvand Quads gab. Ob Neunjährige Quad fahren durften.

Dünen gab es vermutlich.

Pferde und Quads im Sand von Blåvand also, dachte er zufrieden. Er hatte schon Unmöglicheres möglich gemacht.

"La la la, la la", sangen die Kinder, das immerhin verstand er.

Eine Windböe drückte schwer gegen den Wagen, plötzlich war der Sturm da, der für Mecklenburg vorhergesagt worden war, und mit ihm die Anspannung. Windstärke 10, Nordost; noch immer stieg der Adrenalinspiegel, wenn Stürme kamen. Winter war in seiner Jugend zu oft draußen gewesen auf den Feldern, hatte gerettet, was zu retten war, wenn Unwetter über das flache Land rasten.

Claudias Fingerspitzen berührten seinen Arm. "Fährst du bitte langsamer?"

"Nein, schneller ", sagte Emmy. "Das ist eine Autobahn."

"Viel schneller!", rief Leon.

"Weitersingen", sagte Winter, während er das Tempo drosselte.

Sie fuhren aus dem Waldstück in die ungeschützte Ebene hinaus. Der Wind drückte und lärmte, die Kinder sangen wieder.

Auch die Versprechen wurzelten, wie der Respekt vor Stürmen, weit in der Vergangenheit. Ein anderes Leben, ein anderes Land. Eine andere Frau ... Manchmal hatten das Leben und die Frau wie gelähmt unter einem tiefen grauen Himmel gelegen. Winters Versprechen waren sanfte Versuche gewesen, Licht vorzutäuschen. Ja, Rom wäre toll. Versprich mir, dass ich irgendwann nach Rom komme ... Dass ich irgendwann losfahren kann und nicht mehr stehen bleiben muss, außer wenn ich will, und du fährst natürlich mit.

Versprochen, Anett.

Er war eines Tages stehengeblieben. Anett nicht.

Die nächste Böe, er lenkte gegen, hielt den Citroën in der Mitte der Spur.

"Der Pitbull von Jennifer Lopez kann singen?", fragte Claudia.

Leon brach in Gelächter aus, Emmy verzog fast angewidert das Gesicht. Emmy und ihre Mutter, da war der Wurm drin seit einer Weile. Winters Blick streifte Claudia. Die Wangen angespannt und blass, unter den schmalen Augen viele neue Fältchen, um den Mund ein trotziger Zug. Er wusste, dass sie mit sich rang, im Durcheinander ihrer Gefühle um die Familie kämpfte. Um ihn. Sie hatte sich verliebt, in irgendjemanden aus dem Büro. Alles

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