text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Tote im Moor Thriller von Buder, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.07.2015
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Tote im Moor

Mörderisch und unergründlich. Alice, eigensinnig, widerspenstig und Anhängerin des Philosophen Wittgenstein, hat jede Menge Ärger. Sie muss sich auf einer neuen Schule behaupten, sie muss verhindern, dass man ihren Geburtstag feiert, und dann wird auch noch ihre einzige Freundin verdächtigt, einen Mord begangen zu haben. Für die Polizei gibt es keinen Zweifel, dass Lisa Bork ihren Vater mit einem Messer getötet hat. Zu allem Überfluss wird auch noch ein Toter im Moor gefunden. Alle glauben, dass der Tote schon seit ewigen Zeiten dort lag - nur Alice nicht. Ein besonderer Schauplatz: das Allgäu - eine Heldin, die keiner gleicht: Alice, die Philosophin, löst ungewöhnliche Kriminalfälle.

Christian Buder wurde 1968 in Memmingen geboren. Er studierte zuerst Betriebswirtschaft und dann Philosophie in Marburg, Paris und Chicago. Als freier Autor und Journalist schrieb Christian Buder Artikel für 'Die Zeit' und andere Zeitschriften. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Berlin. Im Aufbau Taschenbuch Verlag liegen seine Kriminalromane 'Die Eistoten' und 'Der Tote im Moor' vor.2015 erschien von ihm 'Schwimmen ohne nass zu werden. Wie man mit Philosophie glücklich wird'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 17.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841209030
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 4514 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Tote im Moor

TEIL ZWEI
Dunkles Schweigen

1.

Der Bus fuhr nur dreimal am Tag. In der Früh, dann nachmittags und noch am Abend. Er fuhr in Hindelang los und klapperte jedes Kaff in den umliegenden Bergen ab. Seit dem Unfall am Tobel fuhren keine alten Linienbusse mehr, in denen im Winter die Scheiben beschlugen, so dass man immer den Eindruck hatte, man fuhr durch Nebel.

"Heute Abend fährt kein Bus mehr nach Kaltenloch", sagte Tom und studierte den Busfahrplan, auf dem auch Wittgenstein seinen Bus nach Gestern gesucht hatte. "Zu Fuß", fügte er hinzu, "brauchen wir über eine Stunde, und davon halte ich bei diesem Wetter gar nichts."

Nichts überstürzen, sagte ihr Verstand, doch Alice hatte das Gefühl, dass sie keine Zeit vergeuden durfte. Alles begann mit der schüchternen Lisa, die mit ein paar Strichen Theosophus Rexner skizzieren konnte und die in Alice etwas sah, was sie später einmal Freundschaft nennen würden. Dieses Mädchen hatte seinem Vater die Kehle durchgeschnitten und ihm beim Sterben zugesehen. Nur aus welchem Grund sollte sie ihren Vater umbringen? Lisa hatte kein Motiv, aber sie hatte das Messer in der blutigen Hand gehalten. Dagegen waren in Kaltenloch einige froh, dass Josef Bork das Zeitliche gesegnet hatte. Doch selbst wenn etwas dran war, dass der Bürgermeister und einige Gemeinderatsmitglieder seinen Tod wünschten, so war es ein Unterschied, etwas zu wünschen und es zu tun. In Leo Faulkners Enzyklopädie des Verbrechens schrieb der ehemalige Kriminalinspektor aus Chicago: Es gibt mehr Menschen, als wir denken, die zu einem Mord bereit wären. Ihnen fehlt lediglich die Gelegenheit oder die Erlaubnis. Es sind wenige, die einen Mord systematisch planen, und noch weniger, die ihn durchführen.

Alice lief auf der Stelle und verfluchte die öden Berge, zwischen denen sie eingesperrt war. Keine U-Bahn, keine Linienbusse, ja, es gab nicht einmal einen Fahrradweg, sondern nur diesen einen Bus, der drei Mal am Tag seine Schleifen zog.

"Ich muss sie heute noch sprechen", sagte Alice.

Tom tippte auf seinem Handy. "Ein Taxi ist scheißteuer, können wir vergessen", murmelte er. "Ich habe da eine Idee."

Zwei Minuten später hielt ein weißer VW -Bus vor ihnen. Auf der Tür war das Logo des Hotels.

"Ich hatte vergessen", sagte Tom, als der Wagen anfuhr, "dass es ein Shuttle gibt, das zwischen dem Hotel und der Klinik verkehrt. Es ist ein Fahrtdienst des Hotels für Gäste, die sich in der Klinik behandeln lassen, aber im Hotel wohnen."

"Weiß dein Vater, dass ihr nach Kaltenloch fahrt?", fragte der Fahrer mit polnischem Akzent. "Ich will keine Schwierigkeit."

"Alles in Ordnung", antwortete Tom, "ich habe Bescheid gesagt."

Alice wusste allerdings, dass Tom mit Sicherheit weder seinem Vater noch seiner Mutter Bescheid gesagt hatte.

"Wen holen Sie in Kaltenloch ab?"

"So eine reiche Laska ... Wie sagt ihr in Deutsch so schön? In Polen haben wir viel mehr Ausdrücke für Frauen."

"Tussi", sagte Tom.

"Ja genau, ich meine so eine reiche Tussi, die sich in der Klinik ihre Ballermänner vergrößern lässt." Der Fahrer lachte und schaute über den Rückspiegel nach hinten. "Sorry, Kinder, ich meine natürlich ihre ... na, ihr wisst schon."

"Mamma-Augmentation heißt der medizinische Fachterm, und ich bin schon zwölf."

"... morgen, um genau zu sein", fügte Tom hinzu.

"Wie schön, Mamma ... was für ein Ausdruck! In Polen haben wir viel mehr dafür. Deutsch ist eine Sprache für Ersatzteile, für Panzer und Gesetzbücher, aber nicht gut für Liebe. Lernt eine andere Sprache, wenn ihr mal ... na, ihr wisst schon ... wollt. Nun, ich fahre die Tussi jeden Morgen in die Klinik. Mir ein Rätsel diese Tussi ... ist mindestens schon sechzig oder mehr, gibt aber Tausende Euros für ihre Haare aus und erst dieses widerliche Parfüm."

Der Fahrer amüsierte sich eine

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen