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Der Totenzeichner Thriller von Etzold, Veit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Totenzeichner

Ein Leichenfund gibt der Berliner Polizei Rätsel auf. Dem Mordopfer wurden mysteriöse Zeichen in die Haut geritzt, die Clara Vidalis bekannt vorkommen. Handelt es sich um kultische Symbole? Als die Obduktion der Leiche weitere grausame Details ans Licht bringt, wird klar, dass es einen ähnlichen Modus Operandi schon einmal gab: Vor zehn Jahren versetzte ein Serienkiller den Westen der USA in Angst und Schrecken. Einen Sommer lang trieb er dort sein Unwesen, bevor er sich mit der blutigen Botschaft verabschiedete: 'It's not over, till it's over'. Ist der Totenzeichner zurückgekehrt?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 16.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732506736
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Clara Vidalis Bd.4
    Größe: 1632 kBytes
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Der Totenzeichner

Prolog

Los Angeles

Es war Sommer in der Stadt der Engel. Die Männer vom Los Angeles Police Department, kurz LAPD, nannten diesen Sommer des Jahres 2004 den "Blutsommer" . Die Presse war als Erste auf diesen Namen gekommen, und die Einsatzkräfte hatten ihn weiter verwendet, denn er passte sehr gut.

Blutsommer 2004.

Ein brutaler Killer hatte diesem Sommer seinen blutigen Stempel aufgeprägt. Die Ermittler hatten diesen Psychopathen noch immer nicht geschnappt. Und wie es aussah, hatte er soeben wieder zugeschlagen.

Los Angeles, dachte Detective Brooks. Stadt der Engel.

Brooks verzog das Gesicht. Es wusste beim besten Willen nicht, was dieser verkommene, oberflächliche, kranke, abartige Haufen Schmutz von einer Stadt mit Engeln zu tun haben könnte, dazu fehlte Brooks seit Jahren die Fantasie. Himmlische Zustände herrschten hier nicht, ganz im Gegenteil.

Brooks war seit zwanzig Jahren beim LAPD und hatte in seiner Karriere schon einiges gesehen. Schlimme Dinge. Albtraumhafte Bilder. Hunderte von Opfern, von denen die meisten erschossen worden waren. Eine Kugel ins Herz. Oder in den Kopf. Oder beides.

Los Angeles , dachte er wieder einmal. Stadt der Engel. Dass ich nicht lache.

Brooks fragte sich oft, warum er überhaupt noch hier war. Warum er nicht endlich verschwand. L. A. war ein von der Sonne beschienenes Grab, ein Ort, wo man verwesen konnte, ohne dass jemand es bemerkte. Manche merkten es nicht einmal selbst. Sie verwesten bei lebendigem Leibe und wussten nichts davon.

Fast achtzehn Millionen Einwohner lebten im Großraum Los Angeles, dem riesigen Moloch, der sich Jahr für Jahr einen Kilometer weiter in die Wüste fraß, bis er irgendwann Las Vegas erreichen würde und zwei verfluchte Städte endlich verschmolzen wären. Dann hatte ein rachsüchtiger Gott es einen fernen Tages einfacher, sie vom Antlitz der Erde zu tilgen.

Bei Sodom und Gomorrha , dachte Brooks, musste Gott zweimal zuschlagen. Bei L. A. und Las Vegas reicht es womöglich, wenn er einmal hinlangt. Hoffen wir's.

Los Angeles lag auf der berühmt-berüchtigten San-Andreas-Spalte, einer geologisch instabilen Verwerfungszone. Seit 1800 war die Stadt von neun großen Erdbeben heimgesucht worden, aber totzukriegen war sie nicht. Hier gab es die meisten Verbrechen, die meisten Geistesgestörten, den meisten Smog und die schießwütigsten Cops, wobei Letzteres nur eine Reaktion auf die Umstände war. Das beste Wetter gab es hier auch, könnte man hinzufügen, die Sonne Kaliforniens. Über nasskalte Tage konnte man sich in L. A. selten beklagen, eher über zu viel Hitze, die besonders dann unappetitlich wurde, wenn eine verwesende Leiche in einem Zimmer lag und die Klimaanlage ausgefallen war.

So wie der Tote, den sie an diesem Tag fanden.

Brooks hatte vor einer Viertelstunde den Anruf erhalten, und gemeinsam mit fünf Officers des LAPD hatte er die Tür des großen Hauses aufgebrochen.

"Warum ist es hier so dunkel?", fragte Brooks nun.

Die Strahlen starker Taschenlampen zuckten durch den Eingangsflur, tasteten sich durch die Dunkelheit, während die Männer jede Sekunde darauf gefasst waren, auf etwas Furchtbares, Abscheuliches zu stoßen.

"Jemand hat die Sicherung rausgerissen. Deshalb geht auch die Klimaanlage nicht." Einer der Officers zuckte die Schultern. "Vorher hat er noch die Jalousien runtergelassen."

Es war eine bizarre Situation. Draußen schien die kalifornische Sonne von einem azurblauen Himmel, hier drin herrschte tintenschwarze Nacht. Außerdem war es brütend heiß, die Luft dumpf und schwül und drückend, weil die Klimaanlage keinen Strom mehr bekam. Mit anderen Worten: Alles war so, wie Kalifornien und diese Stadt immer schon waren. Die düsteren Seiten Hollywoods, die Hippies, die Satanisten, die Serienkiller. Glänzende Oberfläche, pechschwarze

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