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Der zehnte Gast Es gibt kein Entkommen. Kriminalroman von Lapena, Shari (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.10.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der zehnte Gast

Das Mitchell's Inn in den Wäldern der Catskill Mountains ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Doch als ein Schneesturm aufzieht, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt unmöglich macht, wird das Hotel zur tödlichen Falle. Denn ein Gast nach dem anderen stirbt unter mysteriösen Umständen. Jeder weiß: Der Mörder muss unter ihnen sein - und es gibt keine Möglichkeit, die Polizei zu alarmieren oder zu fliehen ... Shari Lapena arbeitete als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, bevor sie ihren ersten Roman schrieb. Ihr Thrillerdebüt The Couple Next Door stand wochenlang auf Platz 1 der Sunday-Times-Bestsellerliste und wurde vielfach begeistert besprochen. DER ZEHNTE GAST ist ihr dritter Thriller, mit dem sie an den sensationellen Erfolg der Vorgänger anknüpfen konnte. Shari Lapena lebt mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern in Toronto.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 317
    Erscheinungsdatum: 31.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732577828
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: An Unwanted Guest
    Größe: 1217 kBytes
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Der zehnte Gast

EINS

Freitag, 16:45 Uhr

Die Straße ist voller unerwarteter Kurven und Windungen, während sie immer höher in die Catskill Mountains führt, als würde der Weg umso unsicherer, je weiter man sich von der Zivilisation entfernt. Die Schatten werden tiefer, das Wetter schlechter. Der Hudson River liegt unter ihnen, taucht auf und verschwindet aus dem Blickfeld. Der Wald zu beiden Seiten der Straße hat etwas Lauerndes, als könnte er einen völlig verschlingen; es ist der Wald aus den Märchen. Der leise rieselnde Schnee verleiht dem Ganzen einen gewissen postkartenhaften Charme.

Gwen Delaney hält das Lenkrad fest und blinzelt durch die Windschutzscheibe. Ihr Geschmack sind eher düstere Märchen als Ansichtskarten. Das Licht schwindet, es wird bald dunkel. Der Schneefall macht das Fahren schwieriger und ermüdender. Die Flocken legen sich in einer solchen Fülle auf das Glas, dass sie das Gefühl hat, in einem unerbittlichen Videospiel gefangen zu sein. Zudem ist die Fahrbahn auch noch rutschig. Sie ist dankbar, gute Reifen an ihrem kleinen Fiat zu haben. Das Ganze wird zu einem weißen Durcheinander; es ist schwer zu sagen, wo die Straße endet und der Graben beginnt. Sie ist froh, wenn sie endlich da sind. Sie fängt an, sich zu wünschen, sie hätten eine Unterkunft gewählt, die weniger abgelegen liegt; diese hier ist meilenweit von allem entfernt.

Neben ihr auf dem Beifahrersitz sitzt Riley Shuter, die sich sichtlich angespannt zusammengerollt hat und schweigt. Allein mit ihr in dem kleinen Auto zu sein macht Gwen nervös. Sie hofft, dass es kein Fehler war, mit ihr hierherzufahren.

Der ganze Zweck dieser kleinen Flucht, denkt Gwen, besteht darin, Riley dazu zu bringen, ein wenig abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen. Gwen beißt sich auf die Lippe und starrt auf die Straße vor ihr. Sie ist ein Stadtmensch, hat nie woanders gelebt; sie ist es nicht gewohnt, auf dem Land zu fahren. Es ist so dunkel hier oben. Sie wird immer nervöser - die Fahrt dauert länger als geplant. Sie hätten nicht unterwegs auf einen Kaffee an diesem hübschen beschaulichen Ort anhalten sollen.

Sie ist nicht sicher, was sie erwartet hat, als sie Riley den Vorschlag gemacht hat, dieses Wochenende wegzufahren - abgesehen von einem Tapetenwechsel, einer Gelegenheit, gemeinsam etwas zur Ruhe zu kommen, ohne Riley daran zu erinnern, dass ihr Leben in Trümmern liegt. Vielleicht war das naiv.

Gwen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, zwar schon seit einiger Zeit, doch sie schleppt es mit sich herum, wohin sie auch geht. Trotzdem hat sie beschlossen, es zumindest für dieses Wochenende hinter sich zu lassen. Ein kleines Luxushotel im Landesinneren, gutes Essen, kein Internet, unberührte Natur - genau das, was sie beide brauchen.

Riley sieht nervös aus dem Autofenster, starrt in den schattigen Wald und versucht, sich nicht vorzustellen, dass jede Sekunde jemand vor ihr Auto springt und sie anhält. Sie ballt die Hände in den Taschen ihrer Daunenjacke zu Fäusten. Sie vergegenwärtigt sich, dass sie nicht mehr in Afghanistan ist. Sie ist zu Hause, in Sicherheit, im Staat New York. Hier kann ihr nichts Schlimmes passieren.

Durch ihre Arbeit ist sie ein anderer Mensch geworden. Was sie gesehen hat, hat sie so sehr verändert, dass sie sich selbst kaum noch erkennt. Sie blickt verstohlen zu Gwen. Sie beide standen sich einmal nahe. Riley ist nicht einmal sicher, warum sie sich bereit erklärt hat, mit ihr in dieses abgelegene Landhotel zu fahren. Sie beobachtet Gwen, wie sie sich angestrengt auf die kurvenreiche Straße hinauf in die Berge konzentriert. "Geht's dir gut?", fragt sie unvermittelt.

"Mir?", sagt Gwen. "Ja, alles okay. Wir müssten bald da sein." In der Journalistenschule an der NYU war Gwen die Beständige, Pragmatische von ihnen beiden gewesen. Aber Riley war ehrgeizig - sie wollte dort sein, wo die Dinge passierten. Gwen hatte keine Lust auf Ab

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