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Der Zorn von Dreher, Samuel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der Zorn

Samuel Dreher findet keine Ruhe. Abermals wird die Stadt Kraisbach von einer Mordserie heimgesucht. Bis auf die Tatsache, dass alle Opfer im Bezug zum Polizeipräsidium stehen, gibt es keine Zusammenhänge. Bis auf den Zorn eines Mannes, welcher als Auftraggeber hinter den brutalen Morden steht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 17.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739284637
    Verlag: Books on Demand
    Serie: Samuel Dreher 6
    Größe: 321 kBytes
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Der Zorn

Eine verlorene Kindheit

Mit einem Hauch von Zärtlichkeit betrachtete er seinen nackten perfekten Körper. Lächelnd berührte er mit seinem Zeigefinger die kleine Narbe an seiner Brust. Fast perfekt, korrigierte er sich in Gedanken. Aber dieses winzige Wundmal verunstaltete ihn nicht, es passte sich im Gegenteil fast perfekt in sein Tattoo ein. Vielleicht war sie sogar der Beginn dieses grandiosen Kunstwerks gewesen, dass jetzt seinen Körper schmückte?

Zum Glück konnte man nicht in ihn hinein sehen, nicht sein wirkliches ich, seine Seele betrachten. An die er im Übrigen nicht glaubte. Innerlich war er nämlich übersät von Narben. Es war ein Wunder, dass er an dem was man ihm angetan hatte nicht zerbrochen war. Er hatte viel Schreckliches überlebt und war aus allem letztendlich als Sieger hervorgegangen. Und bald würde er endgültig frei sein, eine neue Identität haben, finanziell unabhängig sein - und vielleicht würde er sogar glücklich sein? Ein wenig - so hoffte er zumindest.

Aufgewachsen war er die ersten Jahre bei seiner Mutter. Bei einer Frau, die mit der Erziehung ihres Kindes mehr als überfordert gewesen war. Sie liebte ihren kleinen Sohn selbstverständlich, irgendwie, auf ihre ganz besondere eigene Art. Das Problem war, dass sie noch so jung und völlig überlastet mit der Erziehung eines Kindes war. Im Grunde bekam sie ihr eigenes Leben nicht in den Griff. Was das Schlimmste war, sie war Alkoholikerin! Und zwar eine ziemlich starke harte Trinkerin, ein hoffnungsloser nicht therapierbarer Fall; wie im Grunde die meisten Alkoholkranken.

Was seine Mutter mit kaum zwanzig Jahren soweit gebracht hatte, sich täglich mit Wodka zuzudröhnen, hatte er nie erfahren. Bei ihrem Tod war er noch viel zu jung und zu verstört gewesen und später war es ihm auch nicht gelungen die Wahrheit zu erfahren. Aber er war sich ziemlich sicher, dass sein Großvater daran schuld war. Dieser hartherzige Mann war dumm, blöd, böse, engstirnig, hinterhältig, egoistisch und überaus brutal.

Aber auch das begriff er erst im Laufe der Jahre. Im Laufe der Jahre, diese Worte klingen meist überaus pathetisch. Tatsächlich könnte man auch sagen, dass er Tag für Tag, also 365mal im Jahr, in zehn Jahren hochgerechnet 3650mal - insgesamt also Tausende von Tage lang, menschlicher Niedertracht, Verzweiflung, Gemeinheit und Trostlosigkeit ausgesetzt gewesen war. Im Grunde grenzte es an ein Wunder, dass er doch noch ein selbstständig denkender Mensch geworden war.

Auf jeden Fall traf diesen alten bösen Menschen, der sich sein Großvater nannte und seine engstirnigen, primitiven Freunde mit Sicherheit ein Großteil der Schuld an dem bedauernswerten Leben das seine Mutter gehabt hatte.

Anfangs bemühte sich seine Mamado, wie er sie als kleines Kind nannte, sehr um ihn. Die Schwangerschaft war zwar nicht gewollt gewesen. Sein Erzeuger, Vater wollte er diesen Mann nun wirklich nicht nennen, hatte sich nie um ihn gekümmert. Der Kerl hatte Doris Krawl ab und zu etwas Geld überwiesen. Das war aber schon das gesamte Spektrum seines Engagements als Vater gewesen. Mit dem kleinen Scheißer, wie er seinen Sohn nannte, wenn er überhaupt einmal von ihm sprach, wollte er sonst nichts zu tun haben.

"Zu klein, noch viel zu blöd. Wenn er größer ist, kümmere ich mich schon um ihn. Dann mache ich aus ihm einen richtigen Mann! Einen deutschen Mann!"

Das Geld reichte in dem kleinen muffigen Haus, dass er mit seiner Mutter bewohnte, vorne und hinten nicht. Anfangs bemühte sich Doris Krawl noch um Arbeit. Sie wollte es auf jeden Fall schaffen und sie wollte unbedingt eine gute Mutter sein. Aber das war als alleinerziehende Frau mehr als schwierig. Sie hatte absolut Niemanden der sie unterstützte. Aber dafür gab es eine Menge Menschen - soll man sie tatsächlich so bezeichnen? - die aus der nötigen Distanz neugierig und gespannt zusahen, wie die arme Frau langsam an ihrem Schicksal zerbrach und zu Grunde ging

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