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Des anderen Feind Historischer Kriminalroman - William Monk 23 - von Perry, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Des anderen Feind

Eine Mordserie erschüttert London. In dem Viertel Shadwell werden ungarische Einwanderer auf furchtbare Weise umgebracht. Um die Leichen herum sind stets siebzehn in Blut getauchte Kerzen angeordnet. Die Tat eines Wahnsinnigen? Die mit dem Fall beauftragte Polizei unter der Führung von Commander Monk tappt zunächst im Dunkeln. Doch dann kommt Bewegung in die Ermittlungen, denn der Arzt Fitzherbert taucht in der Stadt auf. Nach seinem Einsatz im Krimkrieg ist er schwer traumatisiert, und leidet unter Albträumen, die ihn bisweilen vergessen lassen, wer er ist ... Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen Englands und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 19.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641215477
    Verlag: Goldmann
    Serie: William Monk Bd.23
    Originaltitel: The Enemy Within / 23 Monk
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Des anderen Feind

1

"Schlimme Sache, Sir", murmelte der Constable von der städtischen Polizei kopfschüttelnd und trat zur Seite, damit Monk, der Kommandant der Thames River Police , die letzte der Steinstufen zum Kai erklimmen konnte. Hinter ihm hastete sein Stellvertreter Hooper die Stufen herauf, der erst noch das Ruderboot hatte vertäuen müssen.

Im Hafen, dem Pool of London , herrschte bereits reger Betrieb. Riesige Kräne hoben gewaltige Ballen aus den Laderäumen von Schiffen, um sie auf den Docks abzusetzen. Die Wasserstraßen waren verstopft mit den vor Anker liegenden Booten, mit Lastkähnen, die eifrig beladen wurden, und mit Fähren, die von einem Ufer zum anderen pendelten. Vor der Silhouette der Stadt ragte ein wirres Geflecht aus schwarzen Masten empor.

"Was ist so ungewöhnlich schlimm daran?", erkundigte sich Monk. "Wer ist der Mann überhaupt?"

"Einer von diesen Ungarn."

"Ungarn?" Monks Neugier war geweckt.

"Richtig, Sir. Wir haben hier in der Gegend ein paar davon. Nicht gerade Tausende, aber trotzdem genug."

Der Mann von der städtischen Polizei führte sie vorbei an Stapeln von Nutzholz zu einer Lagerhalle und öffnete ihnen die Tür.

Monk trat als Erster ein; Hooper folgte ihm.

Im Inneren sah es aus wie in jedem anderen Warenlager auch - mächtige Stapel von Nutzholz, versiegelte Kisten und zu Bündeln geschnürte Waren -, nur dass hier in diesem Moment niemand arbeitete.

"Wir haben alle heimgeschickt", erklärte der Constable, als er Monks Blick bemerkte. "Es ist besser, wenn sie nichts von alldem sehen."

"War es einer von ihnen, der den Toten entdeckt hat?", fragte Monk.

"Nein, Sir. Sie wussten gar nicht, dass er hier war. Jeder dachte, er wäre zu Hause - wo er auch hätte bleiben sollen."

Der Polizist setzte sich wieder in Bewegung. An seiner Seite durchquerte Monk die Halle bis zu einer Treppe, die zu den Büros führte.

"Wer hat ihn dann entdeckt?"

"Ein gewisser Mister Dob... und noch irgendwas. Ich kann diese Namen einfach nicht aussprechen."

"Gehen Sie voran", wies Monk ihn an. "Sie haben sicher schon nach dem Gerichtsmediziner schicken lassen?"

"O ja, Sir! Und ich habe nichts angefasst! Das können Sie mir glauben."

Monk befiel eine dunkle Vorahnung, doch er gab dem Mann keine Antwort.

Am Treppenabsatz angekommen, folgten sie einem kurzen Durchgang zu einer Tür. Dahinter war Gemurmel zu vernehmen. Der Polizist klopfte kurz an, dann öffnete er sie und ließ Monk den Vortritt.

Der Raum war hell und für ein Büro ziemlich groß. Natürlich wurde Monk nicht zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert. Im Gegenteil, die Beschäftigung mit Leichen machte einen großen Teil seines Berufs aus. Doch was sich ihm hier darbot, das waren Spuren übelster Gewalt, wie er sie kaum je erlebt hatte. Der durchdringende Geruch von Blut hing nicht einfach in der Luft, er schien vielmehr von jedem Gegenstand auszuströmen, als wäre der arme Mann gegen die Stühle, den Tisch und sogar die Wände getorkelt. Jetzt lag er rücklings auf dem Boden. Das schief und krumm wie ein geborstener Mast aus seiner Brust ragende Armeegewehr mitsamt dem daran befestigten Bajonett erweckte den Eindruck, als würde es jeden Moment aus der Wunde kippen.

Monk blinzelte.

Ein vor der Leiche kniender Herr mittleren Alters unterbrach seine Untersuchung, um sich zu Monk umzudrehen. "Dachte mir schon, dass sie Sie holen würden", bemerkte er trocken. "Das ist keine Aufgabe, die man freiwillig auf sich nimmt, wenn die Möglichkeit besteht, sie jemand anderem aufzuhalsen. Und weil die Lagerhalle am Fluss liegt, trifft es wohl Sie."

"Guten Morgen, Mr Hyde", sagte Monk düster. Er kannte und schätzte den Gerichtsmediziner schon seit Langem. "Was können Sie mir berichten?"

"Der Mann ist seit etwa zwei Stunden tot, würde ich sagen. Medizinisch lässt sich das aber nicht genau begründe

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