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Detektivin Dora Myrl - Eine Dame dem Täter auf der Spur Kriminalfälle: Der falsche und der wahre Erbe, Der Krückstock, Die Sibylle, Auf der Lokomotive, Ein Versteckspiel, Künstliche Flügel, Wer gewinnt?... von Bodkin, Matthias McDonnell (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2016
  • Verlag: e-artnow
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Detektivin Dora Myrl - Eine Dame dem Täter auf der Spur

Dieses eBook: 'Detektivin Dora Myrl - Eine Dame dem Täter auf der Spur' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Inhalt: Der falsche und der wahre Erbe Die versteckte Violine Der Krückstock Die Sibylle Wer gewinnt? Ein Seidenknäuel Auf der Lokomotive Des Großonkels Vermächtnis War es eine Fälschung? Ein Versteckspiel Gewogen und zu leicht erfunden Künstliche Flügel Matthias McDonnell Bodkin (1850-1933) war ein irischer Nationalist, Politiker, Journalist und Schriftsteller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 09.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026872238
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1756 kBytes
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Detektivin Dora Myrl - Eine Dame dem Täter auf der Spur

Die versteckte Violine

Inhaltsverzeichnis

"Ich käme gerne, Sylvia, aber ich kann nicht."

"Du mußt, Dora!"

"Das ist leicht gesagt. Ich habe einen dringenden Fall zu bearbeiten, der bis morgen fertig sein muß. Wo soll ich die Zeit hernehmen?"

"Du wirst es schon einrichten."

Die beiden Mädchen hatten am Nachmittag in Doras freundlichem, kleinem Wohnzimmer behaglich bei einer Tasse Tee gesessen. Jetzt sprang Sylvia so hastig auf, daß ihr seidenes Kleid raschelte; schelmische Grübchen zeigten sich in ihren Wangen und ihre Augen leuchteten. Sie mußte wohl eine angenehme Überraschung für die Freundin auf dem Herzen haben, die sie nur noch mit Mühe zurückhielt.

Dora folgte ihr mit den Blicken.

"Höre Sylvia, ich bin zwar Geheimpolizistin, aber dein Rätsel kann ich nicht raten. Wenn du es etwa in deinem neumodischen seidenen Ärmel verbirgst, dann nur heraus damit! -"

Sylvia stellte sich in freudiger Erregung vor sie hin.

"Signor Nicolo Amati wird bei uns spielen. So, nun weißt du's."

Dora Myrl dachte an keinen Widerstand mehr.

"Natürlich komme ich," sagte sie lächelnd.

"Ob du Zeit hast oder nicht?"

"Unter allen Umständen!"

Eine solche Gelegenheit hätte sich auch niemand entgehen lassen, geschweige denn ein Mädchen wie Dora Myrl, der die Lebenslust in allen Fingerspitzen prickelte.

Ganz London - das heißt, das ganze gebildete und kunstliebende Publikum Londons, war noch immer voll davon, daß der berühmte Mäcen und Musikkenner, Lord Mellecent, bei einer Reise, die er mit seiner Tochter Sylvia durch Norditalien machte, in einem unter Weinlaub verborgenen Dörfchen am Ufer des Po einen wunderbaren Violinisten mit einer himmlischen Geige entdeckt hatte.

Der Lord war sofort überzeugt gewesen, daß die Geige ein Meisterwerk von Antonio Stradivarius sein müsse, und der Geiger erwies sich als ein direkter Nachkomme von Nicola Amati, dessen Namen er trug. Seit Jahrhunderten hatte sich das kostbare Instrument von Generation zu Generation in der hochbegabten Familie Amati vererbt und für die einfachen Dorfbewohner Musik gemacht. Bei Hochzeiten hatte es zum Tanz aufgespielt und an den Gräbern hatte es seine Klage erschallen lassen. Unter allen Geigern aber, die je mit dem Bogen seine Saiten gerührt hatten, galt der junge Nicola für den ausgezeichnetsten. Er wußte seiner wunderbaren Violine Töne zu entlocken, die lieblicher waren als das Vogelgezwitscher zur Frühlingszeit und wehmütiger als das Stöhnen des Herbstwindes in den entlaubten Bäumen.

Lord Mellecent geriet außer sich vor Entzücken und konnte sich von dem sonnigen Dörfchen nicht losreißen, bis es ihm nach einem Monat gelang, den Geiger samt seiner Violine nach dem nebligen London zu entführen. Man munkelte sogar, die blauen Augen seiner goldhaarigen Tochter Sylvia seien bei dieser Eroberung nicht ganz unbeteiligt gewesen.

Nicolo Amati hatte seine Kunst nicht auf theoretischem Wege erlernt. Die zauberhaften Melodieen, die er zu spielen verstand, wurden ihm nur, wenn man so sagen darf, durch das Gehör als Erbteil übermittelt. Seine ganze Seele war voll Sang und Klang, und die Musik entströmte den Saiten seines Instruments mit solcher Leichtigkeit, wie der Nachtigall ihr Lied aus der Kehle quillt. Als er nun die Meisterwerke der großen Komponisten kennen lernte, sah er sich in eine neue Welt versetzt, die ihm ungeahnte Genüsse bot.

Im Frühling war er nach London gekommen, und als man die Ankündigung las, daß er im Anfang des Herbstes zum ersten Male öffentlich auftreten werde, wurden die Gemüter von fieberhafter Erwartung erfüllt.

So standen die Dinge, als Lord Mellecents Tochter ihrer Freundin Dora Myrl die aufregende Nachricht verkündigte, daß der Künstler, noch vor dem öffentlichen Konzert, bei einem Empfangsabend in ihrem elterlichen Hause spielen würde.

Beide Mädchen waren Schulgefährtinnen gewesen. Die um drei

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