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Die Bedrohung Thriller von Greenberg, Louis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Bedrohung

Unsere Welt, einige Jahre weiter. In den westlichen Gesellschaften hat es eine Rückbesinnung auf das Analoge gegeben, alles Digitale wird als Bedrohung empfunden. Green Valley, eine in sich geschlossene Kleinstadt und gleichzeitig Versuchsfeld der IT-Firma Zeroth, ist eine Ausnahme. Die Bewohner leben in einer perfektionierten virtuellen Realität. Doch dahinter verbirgt sich ein schreckliches Geheimnis ...

Louis Greenberg, geboren in Johannesburg, studierte Englisch und Geschichte. Seine Abschlussarbeit schrieb er über Sex und Familie im modernen Vampirroman und begann eine Karriere als Autor. Neben Short Stories und Gedichten verfasste er mehrere Romane. Als Teil des Bestseller-Autorenduos S. L. Grey setzt er seine Vorliebe für zeitgemäße Horrorstoffe um. Greenberg lebt in England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641224066
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher .43938
    Originaltitel: Green Valley
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Die Bedrohung

1

Davids Stimme war nichts weiter als ein merkwürdiges, gedämpftes Echo, das einer leisen, undeutlichen Simulation glich. Ich wickelte mir das straff gespannte Telefonkabel um den Finger und lauschte nach einer unterschwelligen Sprachmelodie, um mich zu vergewissern, dass es tatsächlich David und keine Zeroth-Simulation war.

"Was, wenn es zu spät ist?", fragte er. "Ich meine, was, wenn sie inzwischen tot ist? Wenn ein Kind verschwindet, und es ... na ja, innerhalb der ersten Stunden nicht gefunden wird ..."

Diese verrauschte Abfolge ängstlicher, unsicherer Worte klang so gar nicht nach dem Mann, den ich mal dermaßen angehimmelt hatte, dass ich ihn heiratete. "So was darfst du nicht denken", sagte ich. "Dazu gibt es keinen Anlass." Ich hatte seit acht Jahren nichts mehr von David gehört und in dieser Zeit kaum an ihn gedacht. Die Nachricht, dass Kira vermisst wurde, kam mir seltsam unwirklich vor. Ich begriff einfach nicht, was dieser Umstand zu bedeuten hatte. "Wann hast du sie das letzte Mal gesehen? Ich meine, in der Wirklichkeit?"

"Äh ..." David zögerte. "Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube, gestern Abend. Aber was spielt das für eine Rolle - ob in der wirklichen Welt oder woanders?"

Fabian trat in den Türrahmen des Arbeitszimmers und warf mir einen besorgten Blick zu. Ich hob die Hand und formte mit den Lippen die Worte Alles in Ordnung , dann rollte ich mit dem Stuhl zur Tür und stieß sie mit dem Zeh ein Stück zu. Dabei spannte sich das Hörerkabel, sodass der Apparat hinter mir klirrend und polternd über den Schreibtisch rutschte.

"Vielleicht auch gestern Morgen", fuhr David fort. "Ich bin mir sicher, dass ich gesehen habe, wie sie etwas gegessen und sich dann auf den Weg zum Mathecamp gemacht hat. Aber ich kann auch in den Protokollen nachschauen."

Was David als Nächstes sagte, ging in dem heftigen Rauschen unter, und ich drückte den Hörer fester ans Ohr. Eigentlich hätte man meinen können, dass die Zeroth Corporation - oder was von ihr noch existierte - wenigstens in der Lage war, eine anständige Telefonverbindung zustande zu bringen. Das Rauschen wurde schwächer, und am anderen Ende der Leitung stöhnte David: "Oje. Meine kleine Zara. Was soll ich jetzt bloß tun?"

"Zara? Sie heißt Kira. Es ist doch Kira, die verschwunden ist, oder?" Vielleicht war das Ganze nur eine Verwechslung - und überhaupt nicht mein Problem.

"Ja, richtig", erwiderte er, begleitet von erneutem Rauschen. "Zara ist eine von den anderen. Es ist nicht leicht ... nicht leicht, den Überblick zu behalten, was -"

"Ja?", fragte ich. "Du wurdest unterbrochen."

"Manchmal ist es schwer zu sagen, was real ist."

"Du musst dich erinnern, David. Es ist wichtig, dass du dich an jede Einzelheit erinnerst, damit ich dir helfen kann."

"Ich werd's versuchen."

Ich drehte mich um und warf durch den Türspalt einen Blick in den Flur, wo ich Fabians Schatten sehen konnte, der eine beschützende Haltung eingenommen hatte. "Kannst du mich reinholen?", murmelte ich in die Sprechmuschel. "Jetzt sofort?"

"Nach Green Valley?" Er machte eine Pause. "Das geht nicht. Das weißt du doch, Lucie", fuhr er dann in einem bedächtigen Tonfall fort, als würde er einem kleinen Kind irgendetwas erklären, als wäre ich diejenige, die den Verstand verloren hatte. "Green Valley ist eine abgeschlossene Enklave. Da kommt niemand rein oder raus."

"Das stimmt nicht, David", sagte ich eindringlich. Vielleicht wollte ich auf diese Weise bloß meine Sorge um Kira verdrängen. Aber das Einzige, was mir spontan durch den Kopf schoss, war: Was für eine Chance sich Sentinel hier bot. Ich durfte mir diese Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen. "Ihr werdet mit Vorräten versorgt. Seit Green Valley von der Außenwelt abgeriegelt wurde, gehen dort Lieferanten ein und aus. Ich weiß, dass du eine Möglichke

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