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Die Dunkle Seite Krimi von Schätzing, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Die Dunkle Seite

Köln 1999: Ein offenbar harmloser Geschäftsmann fällt einem abgründigen Verbrechen zum Opfer. Er wurde in seiner Wohnung zu Tode gefoltert. Die Tat eines Verrückten? Kommissar Menemenci tappt im Dunkeln. Frank Schätzing, 1957 in Köln geboren. Studium der Kommunikationswissenschaften, Creative Director in internationalen Agentur-Networks. Mitbegründer der Kölner Werbeagentur INTEVI, deren kreativer Geschäftsführer er ist. Anfang der 90er Jahre begann Frank Schätzing, Novellen und Satiren zu schreiben. 1995 erschien sein erstes Buch, der Mittelalterroman 'Tod und Teufel', der vom Start weg ein Bestseller wurde. Auch seine Nachfolge-Werke überzeugten die Kritiker. Für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er den 'KölnLiteraturpreis 2002'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863580506
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Köln Krimi Bd.13
    Größe: 2885 kBytes
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Die Dunkle Seite

Samstag, 21. August

17.00 Uhr. Lindenstraße

Die alte Frau lauschte in die Stille des Hausflurs hinein.

"Herr Üsker?"

Sie hörte schlecht, aber für ihre Begriffe war in der Wohnung im zweiten Stock etwas Schweres umgefallen, als sie eben daran vorbeiging.

Ohnehin verwunderte es sie, dass sie den Mieter seit Tagen nicht zu Gesicht bekommen hatte. Mehmet Üsker besaß einen kleinen Lebensmittelladen an der Ecke, dort, wo die Händelstraße auf die Lindenstraße stieß, nur wenige Häuser weiter. Im Allgemeinen verging kein Tag, an dem er ihr nicht etwas mitbrachte, einen Apfel oder frisches Gemüse. Sie verstanden sich gut. Die alte Frau nahm nicht übermäßig viel Miete, und er dankte es ihr in Form von Naturalien.

Aber Mehmet Üsker schien wie vom Erdboden verschluckt. Der Laden hatte nicht mehr geöffnet, seit sie ihm das letzte Mal im Treppenhaus begegnet war, und das lag mit Sicherheit eine Woche zurück.

Sie zögerte, dann ging sie mit schlurfenden Schritten bis zur Wohnungstür und klopfte zaghaft.

"Herr Üsker, ist alles in Ordnung? Sind Sie da?"

Wieder ein Poltern. Etwas war umgestürzt. Sie fuhr zurück und fühlte ihr Herz heftig pochen.

Vielleicht wäre es sinnvoll nachzusehen.

Sie besaß einen Schlüssel. Nicht, dass sie im Entferntesten die Absicht hatte, in Üskers vier Wänden herumzuschnüffeln. Trotzdem. Seit sie im vorigen Jahr in ihrer eigenen Wohnung gefallen war und Stunden gelegen hatte, bis endlich die Putzfrau kam, lebte sie in ständiger Angst. Mehmet Üsker war ein großer, kräftig gebauter Mann, aber was hieß das schon.

Während sie langsam die Treppe zu ihrer Etage hinaufstieg, das linke Bein nachziehend, überlegte sie, was zu tun sei. Am oberen Absatz blieb sie stehen und horchte noch einmal, ohne dass von unten ein weiteres Geräusch an ihr Ohr drang.

War Üsker verreist?

Er hätte etwas gesagt. Bestimmt hätte er sie besucht oder wenigstens eine Nachricht hinterlassen. Auch am Laden war kein Zettel gewesen. Nichts.

Nacheinander öffnete sie die drei Sicherheitsschlösser zu ihrer Wohnung, trat ein, verriegelte alles wieder sorgfältig und holte das schwere Telefonbuch vom obersten Regalboden neben der Garderobe. Ihre Finger zitterten, als sie die Nummer der Polizei nachschlug.

Etwa zwanzig Minuten später standen zwei Beamte vor ihrer Tür. Durch den Spion konnte sie eine Polizistin mit blonder Dauerwelle erkennen, die seltsam unförmig in ihrer braunen Hose und dem bambusfarbenen Hemd wirkte. Ihr Kollege schob seine Mütze ein Stück zurück und fuhr sich mit dem Ärmel über die Stirn. Es war August und heiß in Köln.

Spontan entschied sie, den Beamten ein erfrischendes Glas Wasser anzubieten und wollte gehen, um es zu holen. Dann fiel ihr ein, dass die Polizisten kein Wasser trinken konnten, solange sie draußen vor der Tür standen.

Die Schlösser wurden wieder entriegelt.

"Frau Bremer?", fragte die Polizistin mit einem Anflug von Desinteresse.

"Ja", strahlte sie. "Möchten Sie ein Glas Wasser?"

Die beiden starrten sie verwirrt an. Dann lächelte der Mann und schüttelte den Kopf.

"Danke, sehr freundlich. Sie hatten angerufen wegen ..."

"Ich habe den Herrn Üsker seit Tagen nicht gesehen", sagte sie mit Nachdruck.

"Herr Üsker?"

"Mein Mieter. Er wohnt in der Wohnung drunter. Da kann doch irgendwas nicht stimmen, oder?"

Ihr entging nicht das Zucken der Belustigung um die Mundwinkel der Polizistin. Das ärgerte sie. Sie mochte alt se

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