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Die Einsamkeit des Todes Kriminalroman von Johann, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Einsamkeit des Todes

Alles, was du fürchtest, liegt tief vergraben im Schnee ... Ausgerechnet auf einer Hochzeit erfährt Max Leitner, dass seine Verlobte Sarah eine Affäre mit seinem Bruder hat. Max löst die Verlobung und wirft Sarah noch in der Nacht aus seiner Wohnung. Zwei Jahre später erhält Max anonyme Botschaften, in denen behauptet wird, er hätte Sarah in jener Nacht getötet. Er forscht selbst nach und stellt fest, dass seine Exverlobte tatsächlich seit der Hochzeit verschwunden scheint. Dann wird in einem Wald im Chiemgau der Koffer gefunden, den Sarah damals mitnahm. Und im selben Wald liegt eine Leiche ... Petra Johann, Jahrgang 1971, ist promovierte Mathematikerin. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Forschung und in der Softwarebranche, bevor sie ihre wahre Berufung fand: Menschen umbringen - wenn auch nur auf dem Papier. Petra Johann ist im Ruhrgebiet aufgewachsen, mittlerweile lebt sie in Bayern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 16.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641160531
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1021 kBytes
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Die Einsamkeit des Todes

30. August 2014

1

Max Leitner lehnte an der Bar und sah den Freundinnen beim Tanzen zu. Die Party war in vollem Gange. Es war noch nicht Mitternacht, doch bereits jetzt war absehbar, dass die Feier das Etikett "Traumhochzeit" verpasst bekommen würde. Die Trauung war so romantisch gewesen, wie Laura es sich gewünscht hatte - blumengeschmückte Kutsche zur Kirche inklusive. Außerdem hatte sie reichlich Stoff für Anekdoten geboten - von dem Blumenmädchen, das sich vor lauter Aufregung über der Kirchenschwelle erbrach, bis zum Kutschpferd, das ausgerechnet der Bürgermeisterin auf die neuen Pumps äpfelte -, um der Gemeinde noch für lange Zeit in Erinnerung zu bleiben. Andy hatte eine grandiose Rede gehalten, die nicht nur seine frisch angetraute Braut zu Tränen gerührt hatte. Und auch Max hatte sich seiner Trauzeugenpflichten einigermaßen gewandt entledigt.

Mittlerweile war der offizielle Teil inklusive Festmenü vorbei. Die älteren Gäste hatten die Heimreise angetreten oder sich in ihre Hotelzimmer verzogen, und der DJ spielte nach den obligatorischen Walzern zu Beginn nun Hits der letzten drei Jahrzehnte. Laura rockte mit ihren drei besten Freundinnen auf der Tanzfläche ab, alle strahlend und rosig und überdreht, mittendrin Tobi, nach Max' Einschätzung der einzige Mann im Raum, der mit den Mädels an Schwung und Anmut mithalten konnte. Max selbst hatte sich zwar von Sarah für einen langsamen Walzer auf die Tanzfläche ziehen lassen, doch damit hatte er sich seiner Ansicht nach zur Genüge blamiert.

Jetzt beobachtete er, wie Laura, Sarah, Miriam und Jessica zu Left Outside Alone eine übermütige Choreographie aufführten, die sie sich vor zehn Jahren zu Abiturzeiten ausgedacht hatten. Er griff zu seinem Mineralwasser, da legte sich ein mächtiger Arm im verschwitzten, weißen Hemd um seine Schultern.

Andys Bass übertönte mühelos die laute Musik. "Auf Laura und mich!" Er stieß seine Champagnerflöte gegen Max' Glas, dass es bedenklich klirrte. "Aber eins muss ich dir sagen, Max: Ich werde dir nie verzeihen, dass du ausgerechnet auf meiner Hochzeit nüchtern bleibst. Wann hat man je davon gehört, dass der Trauzeuge mit Wasser anstößt? Hättest du nicht irgendwen bestechen können, deinen Notdienst zu übernehmen?" Andy setzte sein Glas an die Lippen und trank es in einem Zug halb leer.

Max machte dasselbe mit seinem Wasser. "Und wann hat man je davon gehört, dass der Bräutigam zu besoffen ist, um seinen ehelichen Pflichten in der Hochzeitsnacht nachzukommen?"

Andy grinste anzüglich. "Da besteht keine Gefahr, mein Junge! Oder hast du schon mal eine attraktivere Braut gesehen? Und nach allem, was ich mitbekommen habe, hat Laura nicht nur einen Riesenaufwand betrieben, das Kleid auszusuchen, sondern auch das Darunter." Er machte ein schmatzendes Geräusch mit seinen fleischigen Lippen. "Außerdem ist das erst mein viertes oder fünftes." Er trank einen weiteren großen Schluck und stellte das leere Glas dann auf dem Bartresen ab. "Nicht, dass ich überhaupt den Unterschied zu Aldi-Champagner herausschmecken würde. Ich hoffe, das Zeug ist den horrenden Preis wert, den sie dafür berechnen."

"Warum hast du dann nicht irgendeinen billigen Fusel bestellt, wenn du den Unterschied ohnehin nicht bemerkst?"

"Weil ..." Andy machte mit seinem freien Arm eine ausholende Geste, die den Bankettsaal voller Gäste umfasste und Lauras exzentrischem Patenonkel, der just in dem Augenblick an ihnen vorbeitaperte, fast das Toupet vom Kopf gefegt hätte. "Weil ihn vielleicht irgendeiner hier bemerken würde. Außerdem ist für Laura das Beste gerade gut genug."

Er sah zufrieden in die Runde, was er Max' Ansicht nach auch sein durfte. Sie feierten im Seehotel in Prien direkt am Chiemsee, und wesentlich besser konnte man es im Chiemgau tatsächlich nicht bekommen. Allerdings wusste Max, dass Laura auch mit einer Party in der Scheune ihres Vaters zufrieden gewesen wäre. Hauptsache, es fei

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