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Die Gefangene Roman von Cole, Martina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Gefangene

Susan Dalston hat eines Tages die Demütigungen satt, die sie von Seiten ihres Mannes ertragen muss. Als er auch noch ihre Tochter bedroht, schlägt sie zurück. Martina Cole ist Englands erfolgreichste Krimiautorin. Alle ihre Romane erreichten sofort nach Erscheinen die Nummer-Eins-Position auf den Bestsellerlisten. Coles Bücher spielen in den Brennpunkten der Großstädte, sie sind kompromisslos und authentisch und haben immer starke Frauen im Mittelpunkt. Martina Cole hat einen Sohn und eine Tochter und lebt in Essex.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 15.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641162948
    Verlag: Heyne
    Größe: 681 kBytes
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Die Gefangene

PROLOG

Im Inneren des Gefangenentransporters war es schwülwarm. Die Hitze des Sommertages wurde von den Metallwänden noch verstärkt. Susan Dalston spürte, wie Schweißtropfen zwischen ihren Brüsten hinabliefen, und hob mit einer müden Geste beide Hände an ihre Schläfen.

"Irgendeine Chance auf ein kaltes Getränk?"

Die Vollzugsbeamtin schüttelte den Kopf.

"Wir sind schon fast da, du wirst warten müssen."

Susan beobachtete, wie die Frau einen tiefen Schluck aus einer Pepsidose trank und sich dann genüsslich über die Lippen leckte. Sie zwang sich, auf den Boden zu starren, und bekämpfte den Drang, dieses hochnäsige Miststück ins Gesicht zu schlagen. Genau das wollte die doch - dass Susan Dalston handgreiflich wurde und sich mit einer unbedachten Bewegung ihr Berufungsverfahren versaute. Doch Susan blickte der Beamtin stattdessen fest in die Augen und grinste.

"Was ist denn so lustig?"

Sie schüttelte mit gespielter Traurigkeit den Kopf. "Ich habe nur gerade gedacht: Sie Arme, an so einem Tag hier drin zu sitzen. Echt unfair, oder? Und den ganzen Rückweg nach Durham haben Sie auch noch vor sich. Ein langer Tag, was?"

Die Beamtin nickte. "Stimmt, aber ich werde heute Abend in meinem schönen Bett liegen, fernsehen und mit dem Schwanz meines Alten spielen. Und was wirst du tun? Ich habe wenigstens etwas, worauf ich mich freuen kann."

Der Wagen kam ruckartig zum Stehen. Susans Handgelenke schmerzten von den Handschellen. Sie wusste, dass die Beamtin sie hätte abnehmen können, aber ihr war auch klar, dass sie dies niemals tun würde. Danby war eine stahlharte Schließerin, das sagten alle, und Susan wollte ihr nicht die Gelegenheit geben, ihr eine Bitte abzuschlagen. Als Lebenslängliche, als Mörderin, hatte sie sich schon vor geraumer Zeit damit abgefunden, dass mit Menschen wie Danby nicht leicht auszukommen war.

Sie schienen es zu genießen, die Gefangenen herumzukommandieren, und auf gewisse Weise verstand Susan das sogar. Sie hatte gehört, dass Danbys Mann anderen Frauen nachstieg, ihre Kinder ständig Schwierigkeiten in der Schule hatten und das Haus der Familie in Kürze an die Bank zurückfallen würde.

Die Schließerinnen tratschten genauso viel wie die Insassen.

Susan konnte auch durchaus nachvollziehen, warum Danby das Bedürfnis hatte, jeden um sich herum schlecht zu machen. Das lag wohl in der Natur des Menschen. Und es war Danbys Art, mit ihrem beschissenen Leben und dem beschissenen Job fertig zu werden.

Der Transporter fuhr wieder an, und Susan stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Der Verkehr in London war entsetzlich, vor allem am frühen Nachmittag. Seit halb sechs morgens saß sie nun schon in diesem Wagen, und nur einmal hatten sie angehalten, damit sie auf die Toilette gehen und einen Happen essen konnte. Danby hatte sich einen Picknickkorb mitgenommen und nach Herzenslust gegessen und getrunken, wohl wissend, dass Susan nichts tun konnte, als ihr gefesselt und verbissen dabei zuzusehen.

Das Sichtfenster zur Fahrerkabine wurde geöffnet, und eine Männerstimme dröhnte: "Wir haben es gleich geschafft, Mädels. Noch zehn Minuten, dann können wir alle endlich die Beine ausstrecken."

Der Fahrer ließ das Fenster offen, und David Bowies "Life on Mars" drang an Susans Ohren. Wieder schloss sie die Augen und seufzte tief.

Danby starrte sie mit verschlossener Miene an.

"Dalston!"

Es war nicht mehr als ein eindringliches Flüstern.

Susan schlug die Augen auf und drehte den Kopf gerade noch rechtzeitig zur Seite, dass der letzte Schluck von Danbys Pepsi sein Ziel knapp verfehlte. Die dunkle Flüssigkeit spritzte über ihre weiße Häftlingskleidung.

"Die lassen dich nicht raus, Madam. Nicht, wenn ich es verhindern kann."

Es war eine leere Drohung, das wussten sie beide.

Susan hielt den Kopf gesenkt und starrte wieder auf den Boden.

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