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Die Hand Gottes Thriller von Kerr, Philip (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2016
  • Verlag: Tropen
eBook (ePUB)
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Die Hand Gottes

Im Fußball muss man mit allem rechnen. Selbst mit Mord auf dem Spielfeld. Scott Manson, Cheftrainer und Ermittler wider Willen, ist zurück im grausamen Geschäft des Spitzensports. Griechenland im Hochsommer: Die Sonne brennt, auf den Rängen im Hexenkessel des Karaiskakis Stadions toben die Fans. Scott Manson und sein Team vom skandalträchtigen Erstligisten London City wollen nur das Champions League Spiel gewinnen und nichts wie zurück ins kühle England. Da bricht Scotts Topstürmer vor laufenden Kameras tot zusammen. Die griechische Polizei stellt die gesamte Mannschaft unter Verdacht, und der ukrainische Clubchef und Ex Mafiaboss Sokolnikow verlangt schnelle Aufklärung. Doch als wenig später ein totes Escortgirl aus dem Hafenbecken von Piräus gefischt wird, weiß Scott, dass der Schuldige nicht unter seinen Spielern, sondern in der Chefetage von London City zu finden ist. Ein Spiel gegen den Gegner aus den eigenen Reihen beginnt. Philip Kerr, geboren 1956 in Edinburgh, war New-York-Times-Bestsellerautor. Für seine Bestseller "Game over" und "Das Wittgensteinprogramm" wurde er u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Kerr war begeisterter Anhänger von Arsenal London. Er ist im März 2018 verstorben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 19.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608109368
    Verlag: Tropen
    Serie: Scott Manson Bd.2
    Originaltitel: Hand of God
    Größe: 2692 kBytes
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Die Hand Gottes

PROLOG

Jeder kennt José Mourinhos Spitznamen: The Special One . Mich dagegen nennt die Sportpresse neuerdings The Lucky One , den Glückspilz.

Nach dem Tod von João Zarco (Pech) hatte ich das Glück, bei London City Interimstrainer zu werden, und noch größeres Glück, den Job nach der Saison 2013/2014 auch zu behalten. London City schloss die Saison auf dem vierten Platz ab – mit viel Glück, wie es hieß. Mit ähnlich großem Glück erreichten wir auch das Finale des Capital One Cup und das Halbfinale des FA Cup. Beide verloren wir.

Ich persönlich fand eigentlich, dass es schon verdammtes Pech war, dass wir keinen einzigen Titel abräumten, aber die Times sah das anders:

Wenn man alles bedenkt, was sich in den vergangenen sechs Monaten am Silvertown Dock abspielte – die Ermordung eines charismatischen Trainers, das tragische Ende einer vielversprechenden Torwartkarriere, die laufenden Ermittlungen der Steuerbehörden im sogenannten 4F-Skandal (Freie Fahrt für Fußballer) –, kann London City mit diesem Saisonergebnis mehr als zufrieden sein. Ein Großteil der Erfolge des Vereins geht zweifellos auf den hartnäckigen Eifer des Trainers Scott Manson zurück, dessen so leidenschaftliche wie eloquente Trauerrede auf seinen Vorgänger im Internet abertausendfach angeschaut wurde. Der Spectator verglich Manson in diesem Zusammenhang sogar mit keinem Geringeren als Marcus Antonius. Wenn wir José Mourinho The Special One nennen, dann muss Scott Manson The Clever One heißen; und The Lucky One trifft sicher auch zu.

Ich persönlich würde mich eigentlich nicht gerade als Glückspilz bezeichnen. Schon gar nicht, nachdem ich achtzehn Monate im Wandsworth Prison für ein Verbrechen einsaß, das man mir angehängt hatte.

Als ich noch aktiver Spieler war, hatte ich nur einen einzigen Aberglauben: Ich habe grundsätzlich bei jedem Elfmeter meine ganze Kraft in den Schuss gelegt.

Ich weiß nicht, ob die Spieler von heute allgemein abergläubischer sind als wir damals, aber wenn ich mir ihre Tweets und Facebook-Einträge von der WM in Brasilien so ansehe, dann spielt das Glück für sie eine ähnlich große Rolle wie für die Besucher eines Wunderheiler-Kongresses in Las Vegas. Keiner unserer Jungs geht groß in die Kirche, Moschee oder Synagoge, also darf man sich wohl über ihren Aberglauben nicht wundern; wahrscheinlich ist er sogar die einzige Religion, mit der diese meist ahnungslosen Geister überhaupt klarkommen. Als Trainer gehe ich freundlich, aber bestimmt gegen jeden Aberglauben meiner Spieler vor, auch wenn das natürlich ein hoffnungsloser Kampf ist. Ob es jetzt um ein pedantisch ausgeführtes, so unpraktisches wie langwieriges Ritual vor dem Spiel geht, um eine magische Trikotnummer, einen Glücksbart oder ein T-Shirt mit dem Bild des Duke of Edinburgh (kein Witz!): Aberglaube gehört zum modernen Fußball wie Insiderwetten, Kompressionsshirts und Kinesio-Tape.

Natürlich ist Fußball in vieler Hinsicht Glaubenssache, aber es gibt auch Grenzen. Wenn es nicht mehr damit getan ist, mal eben auf Holz zu klopfen, gerät man schnell ins Reich der Illusionen und des blanken Wahnsinns. Die einzigen Normalen beim Fußball sind doch meistens die armen Schweine, die sich den ganzen Zirkus anschauen; dummerweise sehen die das mittlerweile oft selbst so.

Nehmen wir zum Beispiel Iñ;árritu, unseren jungen, hochtalentierten Mittelfeldspieler, der gerade für Mexiko in Gruppe A mitmischt: Laut zahlreichen Tweets an seine hunderttausend Follower gibt ihm Gott pers&ou

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