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Die letzte Minute Thriller von Abbott, Jeff (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die letzte Minute

Sie nahmen ihm alles - jetzt will er es zurück! Er wurde hereingelegt, als Verräter gebrandmarkt, aus der CIA ausgeschlossen, seine Frau liegt im Koma und sein Kind wurde entführt. Für Sam Capra gibt es nur noch ein Ziel: Er muss seinen Sohn aus der Gewalt einer mächtigen Geheimorganisation befreien. Die stellt ihre Forderung: Wenn Capra seinen Sohn lebendig wiedersehen will, muss er einen Mord begehen. Die Suche nach Daniel wird zum gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit. Jeff Abbott wurde 1963 in Dallas geboren. Er studierte Englisch und Geschichte und arbeitete einige Jahre in der Werbung, bevor er sich dem Schreiben widmete. Seine Romane wurden bereits mehrfach für die weltweit bedeutendsten Krimipreise nominiert und ausgezeichnet, darunter dreimal für den Edgar Award, zweimal den Anthony Award und einmal den Barry Award. Jeff Abbott lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Austin, Texas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 14.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641087135
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Last Minute
    Größe: 750 kBytes
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Die letzte Minute

1

Manhattan, Upper West Side

Ich klopfte an die grüne Tür und wusste, ich würde in spätestens fünf Minuten entweder tot sein oder die Wahrheit kennen.

Der Mann öffnete die Wohnungstür, gerade als ich ungeduldig die Faust hob, um ein zweites Mal anzuklopfen. Er sah nicht wie ein Mann aus, der mit Menschenhandel Geld verdiente. Eher wie ein Buchhalter. Er trug einen dunklen Anzug, eine gelockerte, silber und pink gestreifte Krawatte und eine rechteckige Stahlrandbrille. Der Mann strahlte eine gewisse Nervosität und Ungeduld aus. Seine Lippen glänzten fettig von einem Thai-Fast-Food-Gericht, und die Düfte der Mahlzeit - möglicherweise seiner letzten - hingen noch in der Luft.

Er schaute zuerst mich an, dann die zierliche Frau neben mir, und warf schließlich einen Blick auf seine Uhr.

" Sie und Ihre Frau haben sich verspätet, Mr. Derwatt", sagte er. " Um eine Minute."

Er irrte sich in drei Punkten. Erstens hieß ich nicht Derwatt. Zweitens war ich mit Mila, der Frau an meiner Seite, nicht verheiratet. Drittens waren wir absolut pünktlich; ich hatte sogar gewartet, bis der Minutenzeiger genau auf zwölf Uhr stand, bevor ich klopfte. Aber ich zuckte großmütig die Achseln, und er öffnete die Tür und ließ Mila und mich eintreten. Er musterte sie misstrauisch, nur für eine Sekunde, doch es entging mir nicht. Milas Blick sprang zu den beiden stiernackigen Schlägertypen, die beim Esstisch standen. Dann schlug sie - scheinbar eingeschüchtert - die Augen nieder.

Gut geschauspielert. Mila könnte allein mit ihrem Blick einen ausgewachsenen weißen Hai in Schach halten.

Ich streckte dem Buchhalter die Hand entgegen. " Frank Derwatt. Meine Frau Lilia."

" Mr. Bell." Er schüttelte mir nicht die Hand, ich ließ sie sinken und lachte, wie um die Peinlichkeit zu überspielen. Ich trug eine Jeans, ein pinkfarbenes Polohemd und darüber einen marinefarbenen Blazer. Mila hatte einen schrecklichen geblümten Rock aufgetrieben, der wahrscheinlich ihrer bizarren Vorstellung von einer durchschnittlichen amerikanischen Hausfrau aus einem gutbürgerlichen Vorort entsprach. Dazu trug sie eine pinkfarbene Handtasche. Man hätte annehmen können, dass wir mehr an einer Mitgliedschaft im Country Club interessiert waren als an einer illegalen Adoption.

" Ich dachte, wir würden uns hier allein treffen", sagte ich. Mila blieb dicht an meiner Seite, gab sich verängstigt.

Der Buchhalter wischte sich mit einer Serviette die Thai-Sauce von den Lippen. Ich hätte ihn am liebsten an der Kehle gepackt, gegen die Wand geworfen und gezwungen, mir zu sagen, wo mein Sohn ist. Doch dann hätten sie meinen Jungen wahrscheinlich umgebracht, also verhielt ich mich weiter wie der nervöse Möchtegern-Dad, den ich spielte.

" Drehen Sie sich zur Wand", forderte mich einer der Schlägertypen auf. Er trug sein rotes Haar in einem Bürstenschnitt, sein Gesicht war voller Sommersprossen. " Beide."

Wir taten, was er verlangte. Ich stellte die kleine Aktentasche ab, die ich bei mir hatte.

Ich wagte keinen Einwand, schließlich sahen sie in mir einen aufgeregten rechtschaffenen Bürger, wie ich es früher vielleicht tatsächlich einmal war. Ich war ohne Funkgerät und ohne Waffe gekommen, nur mit meiner Wut, die ich tief in mir trug. Der Rotschopf filzte mich gründlich. Auch Mila.

" Frank", sagte sie ängstlich, während der Typ sie durchsuchte. Sie spielte ihre Rolle wirklich überzeugend.

" Keine Sorge, Liebling, das dauert nicht lang", beruhigte ich sie. " Und dann bekommen wir unser Baby."

Mila stieß einen leisen Seufzer aus, eine Frau, die sich von diesem Geschäft das Glück ihres Lebens erhoffte.

" Mr. und Mrs. Derwatt sind sauber, Mr. Bell", verkündete der Rothaarige und trat zum Tisch zurück. Ich drückte kurz Milas Hand.

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