text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Märchenmörder von Schätzing, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2015
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Märchenmörder

Was hat Aschenputtel mit Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle zu tun? Gab es den Wolf und die sieben Geißlein auf der Titanic? Und spielt Dornröschen tatsächlich im Jahr 2471? Hat Rapunzel in Albanien gelebt? Schneewittchen in Hollywood? Und war Al Capone der Trauzeuge von Schneeweißchen? Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, kennen Sie die Antworten. Dreizehn Topautoren haben aus dreizehn Märchen dreizehn Krimis gemacht: Frank Schätzing, Ingrid Noll, Zoë Beck, Andreas Izquierdo, Stefan Slupetzky, Angela Eßer, Norbert Horst, Thomas Kastura, Sandra Niermeyer, Ralf Kramp, U.A.O. Heinlein, Anke Gebert und Kai Hensel. Mit märchenhaften Illustrationen von Egbert Greven und einem Vorwort von Julius Moll. Zoë Beck, wuchs zweisprachig auf, pendelt zwischen Großbritannien + Deutschland. Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik: Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen, gewann bald darauf diverse Wettbewerbe und gab zahlreiche Konzerte. Heute arbeitet sie als freie Autorin. www.zoebeck.net Angela Eßer wurde in Krefeld geboren, lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Augsburg. Sie ist Herausgeberin von Krimi-Anthologien, veranstaltet Krimi-Kochkurse, organisiert Krimifestivals. www.angelaesser.de Anke Gebert studierte in Hamburg an der Master School Film - mit dem Schwerpunkt Drehbuch. Seit einigen Jahren ist sie freie Autorin von Romanen und erzählenden Sachbüchern und gibt Seminare für Kreatives Schreiben. www.ankegebert.de U. A. O. Heinlein, überzeugter Kölner, Professor für Genetik, Musiker und Publizist, hat in den letzten Jahren für seine Polit-, Wirtschafts- und Wissenschaftsthriller angelsächsischer Prägung ausgesprochen gute Kritiken erhalten. www.uaoh.de Kai Hensel, geboren 1965 in Hamburg, lebt als freier Autor und Reisejournalist in Berlin. Aktuelle Infos findet man unter www.kiepenheuer-medien.de Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar bei der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Für seinen ersten Roman mit KHK Kirchenberg, 'Leichensache', erhielt er den Friedrich-Glauser-Preis 2004 für das beste Krimidebüt; für 'Todesmuster' wurde er mit dem Deutschen Krimipreis 2006 ausgezeichnet. www.norbert-horst.de Andreas Izquierdo, geboren 1968, Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester; aufgewachsen in Iversheim (Nord-Eifel), nach dem Abitur (1987) nach Köln gezogen. www.izquierdo.de Thomas Kastura, geboren 1966, lebt in Bamberg und arbeitet u.a. als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Nach 'Der vierte Mörder' (Platz 1 auf der Krimi-Welt-Bestenliste) erschien 2008 'Das dunkle Erbe'. www.thomaskastura.de Ralf Kramp, lebt heute in der Eifel als Autor + Karikaturist. Für sein Debüt 'Tief unterm Laub' erhielt er 1996 den Eifel-Literatur-Förderpreis. Seit 2007 leitet er mit seiner Frau Monika das 'Kriminalhaus' in Hillesheim mit Deutschlands einzigem Krimi-Café und dem 'Deutschen Krimi-Archiv' mit etwa 30.000 Büchern. www.ralfkramp.de Sandra Niermeyer, lebt seit 1997 in Bielefeld/Nordrhein-Westfalen, arbeitet dort als freie Autorin. 2002 Würth-Literaturpreis. 2003 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 2007 Marlen-Haushofer-Literaturpreis. Veröffentlichungen bisher in Literaturzeitschriften, Anthologien, Zeitungen und Magazinen. Ingrid Noll, geboren am 29.09.1935 in Shanghai. 1949 verließ die Familie China und zog nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie ab 1954 Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn, brach das Studium aber nach einigen Semestern wieder ab und heiratete. Mit dem Schreiben fing sie erst mit 55 Jahren an. Frank Schätzing studierte Kommunikationswissenschaften, ging als Texter in die Werbung und gründete mit Freunden die Kölner Werbeagentur Intevi. Sein Roman 'Der Schwarm' hat seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 3,8 Millionen Exemplaren erreicht und wurde in 27 Sprachen übersetzt. 2004 erhielt Frank Schätzing den Corine-Preis und 2005 den Deutschen Science-Fiction-Preis. www.frank-schaetzing.com St

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 151
    Erscheinungsdatum: 10.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958656727
    Verlag: 110th
    Größe: 1162 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Märchenmörder

Aschenputtel (Gebrüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen)

Nach dem Tod der Mutter ergeht es Aschenputtel schlecht: Der Vater heiratet erneut, doch Stiefmutter sowie die beiden Stieftöchter schikanieren Aschenputtel, wo sie nur können. Trost findet sie nur am Grab der Mutter. Als der Prinz heiraten will, lässt er ein dreitägiges Fest ausrichten, zu dem alle Jungfrauen des Landes eingeladen werden. Aschenputtel darf nicht mit. Am Grab der Mutter findet sie ein prächtiges Kleid und nimmt unerkannt am Fest teil, wo sich der Prinz in sie verliebt. Aschenputtel kann zweimal fliehen, beim dritten Mal verliert sie ihren Schuh. Der Prinz lässt nach ihr fahnden. Aschenputtels Stiefschwestern versuchen vergebens, den zierlichen Schuh über ihre Füße zu ziehen, schneiden sich jeweils Zehe und Ferse ab, aber der Betrug fliegt auf. Aschenputtel hingegen passt der Schuh und so wird sie des Prinzen Braut.

ASCHENPUTTEL

Andreas Izquierdo

Sie stahl wie eine Elster, und ihre Fingernägel waren niemals sauber. Wenn es Nacht wurde in Schottland, wenn Gaslaternen die steilen, engen Gässchen Edinburghs in gelbes Licht tauchten und die Stadt zu Füßen der Burg schlafen ging, dann flog sie davon, über Schindel und schwarzen Kater, und nur wer nicht schlief und sich nach ihr sehnte, konnte sie dann und wann im fahlen Mondlicht tanzen sehen. Sie war die schwarze Fee, die nach kaltem Rauch und heißem Schornstein suchte, die darin abtauchte und sich alles nahm, was durch Fenstergitter und verschlossene Tür gesichert schien. Sie war Königin in der Nacht und Bettlerin am Tag, hat mich beraubt, gerettet und mir die Augen geöffnet für eine Welt, die ich vorher nicht kannte.

Das alles ist jetzt schon Jahre her, seltsam, dass ich gerade jetzt daran denken muss, ausgerechnet hier, vor den eisigen Küsten der Arktis, an Bord unseres Robbenfängers Hope, soweit von Zuhause entfernt. Ich blicke durch das kleine Bullauge hinaus auf eine kalte, schwarze See, höre das Pumpen der Dampfkessel und frage mich, was ich hier, am Ende der Welt, eigentlich suche? Abenteuer? Ich sehne mich nach Abenteuern, doch ohne sie bleibt alles grau.

In einer Kommode neben meine Bett finde ich die Heilige Schrift und darunter einige Dutzend Bögen Papier, und ich denke, vielleicht könnte das die Lösung sein: schreiben. Ihre Geschichte. Meine Geschichte. Und all die Geschichten, die sich noch in mir wie kleine schwarze Feen verstecken. Auf dass ich sie freilasse und sie über Schindel und Kater im Mondlicht tanzen lasse.

Edinburgh, 1874.

Es waren ihre Hände. Zu zart für einen Schornsteinfegerjungen, für den sie sich ausgab. Sie selbst war unter Ruß und Asche nicht zu erkennen, wie sie dastand mit ihrem Vater, der gleichzeitig ihr Lehrmeister war, um den Lohn ihrer Arbeit entgegen zu nehmen: Silbern klimpernd fielen Münzen auf schwarze Haut, während sich ihre Finger zu einer Faust schlossen. Für einen Moment trafen sich unsere Blicke, und es war, als tippte sie gegen mein Herz, und alles schwang und summte und wollte nicht mehr aufhören nachzutönen. Die Hände. Die Augen. Ich musste wissen, wer sie war.

Sie verließ unser Haus, während ich ihr in aller Heimlichkeit aus der Altstadt hinaus folgte, dorthin, wo die Armen wohnten, und ich sah, wie sie sich in einem kleinen Hof mit kalten Wasser die Asche aus dem Gesicht wusch und darunter das schönste Mädchen der Stadt zum Vorschein kam, vielleicht vierzehn Jahre alt. Eine Frau kam aus dem Haus, eleganter, als man es für eine Gegend wie diese vermutet hätte, und rief hart: "Aschenputtel!"

Sie blickte auf und folgte ihr nach drinnen. Heimlich schlich ich an ein fast blindes Fenster und sah sie in der Küche neben dem Herd in der Asche sitzen. Zwei Schwestern hatten Linsen und Erbsen hineingekippt und waren kichernd davongelaufen. Ich dachte an sie. Ste

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen