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Die Maske des Samariters von Feller, Toni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Die Maske des Samariters

An einem Abend im August entdecken zwei Spaziergänger am Ufer des Rheins den Kopf einer Frau. Die seit Tagen vermisste, hochschwangere Daniela Keller wurde brutal ermordet und in der Badewanne zerstückelt. Die bewegende Darstellung von diesem und sieben weiteren spektakulären Fällen gibt einen außergewöhnlich tiefen Einblick in kaum vorstellbare Abgründe der menschlichen Psyche. Sie vermittelt aber auch auf realistische Weise die schwierige und verantwortungsvolle Arbeit der Kriminalpolizei. Der Autor schildert aufwühlend -weit über einen nüchternen Polizeibericht hinausgehend- das meist furchtbare Geschehen und fängt darüber hinaus die vielfältigen Emotionen der Beteiligten ein.

Toni Feller, Jahrgang 1951, Maschinenbaustudium, danach Polizeilaufbahn, Kriminalhauptkommissar und 26 Jahre Mitglied der Mordkommission sowie über 10 Jahre Mitglied der Verhandlungsgruppe beim Polizeipräsidium Karlsruhe, seit September 2011 in Pension. 1994 erste Veröffentlichung eines Lyrikbandes, bis heute insgesamt 12 Bücher verschiedener Genre, 12 Bühnenstücke (Komödien), Drehbuchvorlagen für drei Dokumentarfilme, Publikationen in Fachzeitschriften, mehrere Auszeichnungen des Arbeitskreises Heimatpflege Nordbaden, Sieben TV-Auftritte als Buchautor u.a. bei Susanne Fröhlich (MDR), Markus Lanz (ZDF) und Frank Elstner (SWR).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 25.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958651111
    Verlag: 110th
    Größe: 194 kBytes
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Die Maske des Samariters

Seit es Menschen gibt, gibt es auch Verbrechen. Ob es nun Kain war, der mit dem Mord an seinem Bruder Abel den Anfang machte, sei dahingestellt. Fest steht, dass es schon bei den ersten Menschen Hass und Neid, Gier und Lust gab, Gefühle und Triebe, die unter bestimmten Umständen zu Verbrechen führen können. Diese Anlagen wurden über alle Generationen hinweg vererbt und sind bei den Menschen aller Kontinente, Länder und Schichten bis in die heutige Zeit wirksam.

Als ich die ersten Bilder des Balkankrieges sah, war ich fassungslos. Bis dahin hatte ich die naive Vorstellung, dass die Judenvernichtung im Dritten Reich der letzte große barbarische Akt der westlichen Zivilisation gewesen war und dass die ganze zivilisierte Welt durch dieses abschreckende Beispiel für immer von solchen Gräueltaten befreit wäre. Nie habe ich mir träumen lassen, dass es in Europa oder der übrigen westlichen Welt jemals wieder Menschen geben würde, die unschuldige, wehrlose kleine Kinder und ihre Mütter zusammentreiben, um sie vor einem mit Baggern ausgehobenen Massengrab zu erschießen oder anderweitig niederzumetzeln.

Durch diese Bilder und auch durch die Ereignisse des 11. September 2001 musste ich einmal mehr begreifen, dass Menschen nach wie vor zu extremen Grausamkeiten fähig sind, obwohl doch gerade der Mensch mit seinem Verstand weit darüber stehen müsste, Probleme mit Mord und Totschlag zu lösen. Die schärfste Logik und noch so fundierte Geistes- und Naturwissenschaft vermögen sich diesem Phänomen, wenn überhaupt, nur anzunähern.

Seit es Verbrechen gibt, muss es auch zwangsläufig Menschen geben, die sie bekämpfen. Wie sonst könnte die Menschheit überleben. Ein demokratischer Staat überträgt diese Aufgabe in der heutigen Zeit unter anderem auf Polizisten, Staatsanwälte und Richter.

Ich bin selbst Polizist, Kriminalbeamter im Range eines Kriminalhauptkommissars, der auch heute noch, nach 26 Dienstjahren, an "vorderster Front" kämpft. Seit 1985 bin ich Mitglied der Mordkommission Karlsruhe und seit 1996 Angehöriger der Verhandlungsgruppe, die bei Geiselnahmen und Erpressungen eingesetzt wird. Hauptsächlich bin ich aber im normalen Arbeitsalltag als Sachbearbeiter für so genannte Leichensachen, Brand-, Gewalt, Sexual- und Betrugsdelikte tätig. Meinen Job mache ich gern. Ich bin mit Leib und Seele Polizist. Die Energie, die man dazu braucht, um mit viel Engagement seine Polizeiarbeit einigermaßen gut zu machen, schöpfe ich aus der Überzeugung, dass ich nicht für meinen Chef, für den Staatsanwalt oder für das Gericht arbeite, sondern ganz allein für mich. Ob es nun ein großer oder auch nur ein ganz kleiner Fall ist, bin ich stets bestrebt, meine bescheidenen Fähigkeiten so einzusetzen, dass ich das Maximum an Gerechtigkeit heraushole, weil mir das ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit gibt. Dabei achte ich darauf, nicht selbstgerecht zu sein und vor allem beim Seiltanz von Recht und Unrecht, nicht auf die falsche Seite zu rutschen, was oft gar nicht so einfach ist.

Sternstunden für mich sind immer wieder die Gelegenheiten, in denen ich Menschen eine Hilfe sein kann. Meistens betrifft das die Opfer von Straftaten, in besonderen Fällen aber auch Straftäter.

Meinem obersten Gebot, dass auch der schlimmste Straftäter immer noch ein Mensch ist und als solcher auch behandelt werden muss, ist allerdings dann nur sehr schwer zu folgen, wenn es um Täter geht, die sich an Kindern vergangen haben oder um solche, die permanent extrem Menschen verachtende Verhaltensweise an den Tag legen. Der Umgang mit solchen Individuen erfordert ein hohes Maß an Beherrschung und Konzentration.

Ich habe es mir zum Prinzip gemacht, jedem Straftäter im frühestmöglichen Stadium seiner Befragung das Angebot zu machen, fair miteinander umzugehen und bin damit bislang sehr gut gefahren. Das Spiel mit offenen Karten hat oft einen größeren Reiz als jenes mit verdeckten. Meinem Gegenüber mache ich klar, dass i

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