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Die Niemalsbraut von Bauer, Angeline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2014
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Die Niemalsbraut

Das Leben ist nicht leicht für Karoline, die jüngste Tochter vom Niedermoosbacher-Hof. Der Vater hatte auf einen Sohn gehofft, die Schwestern machen sie verantwortlich für den Tod der Mutter im Kindbett. Dazu kommt das unselige Versprechen, das die sterbende Mutter ihrem Mann abverlangte: Die sechs Töchter müssen der Reihe nach heiraten, Johanna als Älteste zuerst, Karoline als Jüngste zuletzt. Doch Johanna wird von einem Mann bitter enttäuscht und beschließt, nie zu heiraten. Als sie in den Bergen verunglückt und weitere Schwestern unter rätselhaften Umständen sterben, richtet sich der Verdacht auf Karoline. War sie tatsächlich bereit, für den Mann, den sie liebt, über Leichen zu gehen, oder ist sie selbst Opfer eines unheilvollen Spiels? Ein spannender, psychologisch bis ins Detail ausgearbeiteter Roman über ein unseliges Versprechen, das das Verhältnis unter den Schwestern systematisch vergiftet und eine junge Liebe im Keim zu ersticken droht.

Angeline Bauer startete als klassisch ausgebildete Tänzerin ins Berufsleben. 1991 schloss sie die Ausbildung zur psychologischen Beraterin ab und leitete eine eigene Praxis, bis sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Neben Sachbüchern, Ratgebern, heiter-frechen Frauenromanen und vielen Kurzgeschichten entstanden seither auch vier historische Romane. 2006 und 2009 war sie für den Sir Walter Scott Preis sowie den Literaturpreis Die Delia nominiert. Angeline Bauer lebt am Ort der Handlung von Die Niemalsbraut in Grassau am Chiemsee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 27.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475541742
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 671 kBytes
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Die Niemalsbraut

Prolog

17. Februar anno 1869

Schon seit vier Stunden lag Marianne Klamm, die Niedermoosbacher-Bäuerin, in den Wehen, und ihre Schmerzensschreie hallten durchs Haus. Die Kinder saßen auf der Holztreppe, die vom Flur hinauf in den Oberstock führte; Johanna, die Älteste, zuunterst und ihre Schwestern hinter ihr aufgereiht wie die Orgelpfeifen. Johanna war neun Jahre alt, Vroni und Reni, die Zwillinge, sieben, dann folgten Antonia mit drei und Therese mit zwei Jahren.

Ob es ein Glück oder ein Unglück war, dass jetzt noch einmal ein Kind kam, musste sich erst noch erweisen. Die Mutter hatte gesagt, es würde ein Glück sein, wenn es ein Bub wäre, aber ein Unglück, wenn sie zu ihren fünf Mädchen noch ein sechstes bekäme.

Einen Buben hatte es auch einmal auf dem Niedermoosbacher-Hof gegeben, aber der war mit drei Jahren an Diphtherie gestorben. Hans hatte er geheißen, so wie sein Vater, und war eineinhalb Jahre nach den Zwillingen zur Welt gekommen. Am Abend nach seiner Beerdigung hatte Johanna gehört, wie die Mutter zum Vater gesagt hatte: "Wenn's doch nur die Vroni oder die Reni erwischt hätte, aber ausgerechnet den Buben!" Da war sie froh gewesen, dass die Mutter nicht sie dreingegeben hätte.

Als endlich die Hebamme kam und der Bauer ihr die Haustür öffnete, wehte ein kleiner Haufen Schnee mit ihr herein und blieb hinter dem Trittbrett liegen. Den Blick auf den weißen Fleck gerichtet, zog sich Johanna das wollene Tuch noch enger um die Schultern, gerade so, als könne sie damit die innere Kälte besiegen, die sie bei jedem Schrei ihrer Mutter erschaudern ließ. Sie hatte geglaubt, wenn die Hebamme endlich da sein würde, ginge es der Mutter wieder besser, und sie würde aufhören so schrecklich zu schreien. Aber sie schrie nur immer noch lauter, und die Schwestern weinten, und Johanna selbst betete zum lieben Herrgott, dass die Mutter den Buben endlich aus ihrem Leib herauspressen konnte, und dass er ihr danach kein neues Kind mehr hineinlegen sollte.

Hans Klamm trat plötzlich vor Johanna hin. An seinen Augen sah sie, dass er schon die ganze Maßflasche von dem starken Bier getrunken hatte, das ihm der Unterknecht vom Postwirt geholt hatte. Er packte sie am Arm, zog sie hoch und schubste sie Richtung Küche. "Hab' dir doch gesagt, du sollst der Hebamme heißes Wasser bringen."

Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie wollte nicht hinauf, hatte Angst, weil die Mutter so schrecklich schrie. Doch der Vater kannte kein Erbarmen. "Du gehst jetzt da rauf - ich kann nicht, ein Mann hat da nichts zu suchen."

Johanna rannte in die Küche, drückte die Tür zu und wischte sich mit dem Ärmel die Tränen ab. Kurz sah sie sich um, als wäre sie hier fremd. Links von ihr befand sich der Rauchfang, ein Stück weiter hinten der gemauerte Herd, auf dem ein offenes Feuer loderte. Darüber hing an einem Schwenkbalken, der wie ein Galgen aussah, der Kessel mit heißem Wasser. Draußen vor dem Fenster war stockfinstere Nacht, und auch drinnen war es nicht viel heller. Die Flammen auf dem Herd flackerten und ließen Schatten an den rußigen Wänden tanzen, sonst brannte kein Licht.

Das Mädchen nahm die Petroleumlampe vom Regal, um sie mit einem Holzspan anzuzünden. Sie stellte die große Schüssel, in der sonst immer die Kartoffeln auf den Tisch kamen, auf den Rand des Herdes, schöpfte mit einer Kelle heißes Wasser hinein, ging dann zur Tür, um sie zu öffnen.

Ihre Schwestern saßen noch wie zuvor auf der Treppe. Die Zwillinge starrten dumpf vor sich hin, die zwei Kleinen heulten zum Erbarmen.

Der Vater stand weiter vorne bei der Tür, dort wo ein

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