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Die Oma und der Punk Kriminalroman von Jöst, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2016
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)

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Die Oma und der Punk

Für manche Abenteuer ist man nie zu alt! 'Die Oma und der Punk' von Simone Jöst jetzt als eBook bei dotbooks. Oma Emma hat die Nase voll! Erst vertreibt ihre geldgeile Familie sie aus ihrer Villa und nun soll sie in dieser 'Seniorenresidenz' versauern. Kurz entschlossen haut sie ab - und trifft Jule, eine ... nun ja, extrovertierte junge Frau mit bunten Rastalocken und schweren Stiefeln. Mangels Alternativen folgt Emma ihr in deren WG. Schlimmer kann das alles ohnehin nicht mehr werden, glaubt sie. Falsch gedacht! Denn Jule nimmt es mit Recht und Ordnung nicht immer ganz genau und so schlittern die beiden von einem Abenteuer ins nächste. Flippig, rasant, spannend: Das coolste Krimi-Duo seit Langem! Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Oma und der Punk' von Simone Jöst. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Simone Jöst lebt im Odenwald. Beflügelt von der Lust, sich ständig neue Geschichten auszudenken, stolperte sie beinahe zufällig in das Krimigenre. Seitdem publizierte sie zahlreiche Krimi-Kurzgeschichten und arbeitete als freie Mitarbeiterin in einem kleinen Verlag. Sie ist Herausgeberin diverser Krimianthologien und liebt nichts mehr als schwarzen Humor und weiße Schokolade. Bei dotbooks veröffentlicht sie: 'Die Oma und der Punk''Die Oma und der Punk auf heißer Spur' Die Website der Autorin: www.simonejoest.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 343
    Erscheinungsdatum: 29.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958247925
    Verlag: dotbooks
    Größe: 402 kBytes
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Die Oma und der Punk

Mittwoch

Im Fernsehen sah das ganz einfach aus. Der Held schwingt sich mit Leichtigkeit über das Balkongeländer, springt geschmeidig zwei Meter in die Tiefe und landet auf den Füßen oder rollt sich elegant ab. Emmas müde Gelenke hielten einem solchen Sprung nicht mehr stand. Ihre Flucht aus dem Seniorenheim bedurfte einer etwas längeren und gründlicheren Planung.

Der Mond blinzelte durch die Baumkronen im Park und zeichnete bizarre Schatten an die Fassade der Seniorenresidenz. Emma stand auf ihrem Balkon, tippelte mit den Fingerspitzen nervös auf die Lehne eines verblichenen Plastikstuhls und überlegte. Ihr Vorhaben war aberwitzig und weit weg von allem, was man Vernunft nannte.

Auf dem Rücken trug sie den pinkfarbenen Rucksack ihrer Enkelin. Trixi hatte ihn vergessen, als sie mit ihrer Mutter einen dieser scheinheiligen Pflichtbesuche gemacht hatte. Der Beutel war klein und leicht genug, um darin die nötigsten Dinge wie Geld und Pass zu verstecken. Das Mädchen wird den Verlust nicht lange bedauert haben. So, wie Emma ihre Schwiegertochter kannte, hatte sie Trixi bestimmt schon einen Ersatz in der Stadt gekauft.

Eine kühle Brise blies durch Emmas graues Haar. Zwei Bettlaken, die sie heimlich aus der Wäschekammer entwendet hatte, knotete sie mit größter Sorgfalt an ihren Enden zusammen und zerrte daran, um sicherzugehen, dass sie sich nicht voneinander lösten. Dann zog sie die Verandatür ihres Zimmers von außen zu und lauschte in die Nacht. Die Blätter der Pappeln wirbelten im Wind, rauschten sanft und untermalten das Tremolo ihres Herzschlags. Die Melodie der Panik, dachte Emma und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn.

"Jetzt nur Ruhe bewahren, altes Mädchen", sprach sie sich Mut zu und fädelte die Laken um eine der eisernen Stangen des Balkongeländers, bis beide Enden gleich lang und lose nach unten in den Park baumelten. Später, wenn sie unten angekommen war, musste sie die Tücher nur noch hinabziehen und mitnehmen, um die Spuren ihrer Flucht zu beseitigen. Wenn das Pflegepersonal ihr Fehlen am nächsten Morgen bemerkte, würde zuerst das Gebäude nach ihr abgesucht werden, denn die Ausgänge waren nachts verschlossen und videoüberwacht. Irgendwann, wenn sogar die Suche in der Parkanlage vergebens bliebe, müsste sich die Heimleitung eingestehen, dass die alte Dame spurlos verschwunden war. Zu diesem Zeitpunkt würden sie dann aller Wahrscheinlichkeit nach Emmas Sohn Konstantin benachrichtigen und vielleicht auch noch die Polizei. Bis dahin blieb ihr genügend Zeit unterzutauchen.

Soweit die Theorie. Der schwierigste Teil ihres Abenteuers bereitete ihr viel mehr Sorgen. Sie musste über das Balkongeländer steigen. Für eine ältere Dame ohne sportliche Ambitionen, dafür mit Arthrose in den Gelenken, war das eine große Herausforderung. Um ihre altersbedingte Restmobilität voll ausschöpfen zu können, hatte sie sich zu diesem Anlass die erste Jeans ihres Lebens gekauft. Die Kinnlade der Verkäuferin war schier zu Boden geklappt, als Emma sich lauthals über ihren noch einigermaßen knackigen Hintern darin freute und sich vor dem Spiegel im Laden drehte.

Emma bekreuzigte sich und schaute nach links und rechts durch die Parkanlage. Es war niemand zu sehen. Die Lichter in den Zimmern ihrer Mitbewohner waren längst erloschen. Die Nachtschwester hatte den letzten Rundgang vor einer halben Stunde beendet und sich wie jede Nacht in die kleine, verqualmte Kaffeeküche zurückgezogen. Nur das Schnarchen von Oma Krause aus dem Nachbarzimmer drang mehr oder minder leise durch das gekippte Fenster nach draußen.

Emma spürte ein Kribbeln in ihrem Bauch und fühlte sich genau wie damals, als sie 13 war und der pickelige Nachbarsjunge den Romeo vor ihrem Zimmerfenster gab, während ihr Vater nebenan fernsah. Ihre Hände waren feucht. Sie umklammerte das Geländer und hob ihr rechtes Bein langsam hinüber, denn heute war sie definitiv keine 13 mehr, und ihre Knochen ächzt

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