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Die Saat des Bösen Thriller von Costantini, Roberto (eBook)

  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Die Saat des Bösen

Der zweite Thriller mit Commissario Balistreri: suggestiv, kraftvoll, atemberaubend spannend Libyen, Sechzigerjahre: Salvatore Balistreri gilt als "wichtigster Italiener von Tripolis" mit großem politischen Einfluss. Sein Sohn Michele verbringt die Zeit lieber mit Freunden - seiner Blutsbrüderbande. Doch als die Nachbarstochter ermordet wird, erhält seine unbeschwerte Kindheit einen tiefen Riss. Kurze Zeit später, am Tag des Gaddafi -Militärputsches, stirbt auch noch Micheles Mutter. Ein tragischer Zufall? Zwanzig Jahre später arbeitet Michele als frustrierter Polizeikommissar in Rom. Als eine Spur auf die mysteriösen Tode in Libyen verweist, beginnt er sofort zu ermitteln. Bald darauf tauchen libysche Feinde wieder auf. Und mit ihnen einer seiner Blutsbrüder von damals ... Die Saat des Bösen ist eine packende Reise in zwei entgegengesetzte Welten - ein faszinierender, genial konstruierter Thriller. Roberto Costantini, 1952 in Tripolis geboren, hat eine erfolgreiche Laufbahn als Ingenieur und Unternehmensberater hinter sich und ist heute Dozent an einer freien Universität in Rom. Sein Debüt 'Du bist das Böse' - der erste Band einer Trilogie - wurde noch vor der Veröffentlichung an zahlreiche wichtige internationale Verlage verkauft, sprang sofort nach Erscheinen auf die Bestsellerliste und erhielt überbordendes Lob von Medien und Publikum. Auch der zweite Band 'Die Saat des Bösen' wurde in Italien zu einem riesigen Erfolg. Der dritte Band 'Das Böse vergisst nicht' erscheint im Frühjahr 2017.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 656
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641121648
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Alle radici del male
    Größe: 3540 kBytes
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Die Saat des Bösen

Freitag, 25. Mai 1962

Auf dem staubigen Platz unter dem glühenden blauen Himmel stehen sich die beiden Cowboys Auge in Auge gegenüber, die Revolver in den Halftern, die Hände jederzeit bereit zu ziehen. In der Menge, die das Duell verfolgt, steht auch die junge Frau, die erst Kirk geliebt hat, dann Rock und nun wer weiß wen.

Nur das Rattern des Filmprojektors ist im dunklen Vorführsaal des Alhambra-Kinos zu hören. Ich mustere das unbewegte Gesicht meines Großvaters, als Rock Hudson und Kirk Douglas die letzten Blicke austauschen.

"Wer gewinnt, Großvater? Wer ist schneller?"

Ganz früher hat mein Großvater Giuseppe Bruseghin, Jahrgang 1899, als Bauer in Venetien gelebt und war dem König von Piemont treu ergeben. Nach der Niederlage von Caporetto und dem Durchbruch der Österreicher gehörte er zu den wenigen, die nicht sofort Uniform und Gewehr fortwarfen und sich auf dem nächsten Gehöft verkrochen. Für Waffen und Schießereien hat er nicht viel übrig, und Westernfilme erträgt er nur mir zuliebe.

"Im Leben gewinnt nicht immer der, der als Erster schießt, Michelino."

Er tätschelt meinen Kopf. Ich schiebe seine Hand fort, weil ich das nicht mag, aber er legt sie gleich wieder drauf.

Kirk ist schneller, Rock drückt einen Augenblick später ab. Ein ewiger Moment der Stille, in dem sich ihre Blicke zum letzten Mal kreuzen. Dann sieht Kirk zu der jungen Frau hinüber und sackt in sich zusammen. Als er auf der Erde liegt, rennt sie zu ihm hin. Zu ihm und nicht zu Rock, der das Duell gewonnen hat.

"Großvater, verlieben sich die Frauen nicht immer in den Sieger?"

Meine Worte gehen im Schimpfen unserer Sitznachbarn unter.

Manchmal stellt Großvater sich taub, aber ich weiß, dass er einfach nur nicht antworten will. 1940 hat sich sein Sohn Toni der faschistischen Gioventù; italiana del littorio angeschlossen und zog in diesen verdammten Krieg. Am letzten Gefechtstag kam er ums Leben, immer noch in der Uniform der Faschisten, während ringsum alle die Flucht ergriffen. Der König, sein Sohn und die Politiker hatten längst das Weite gesucht, und die Soldaten waren eingeschlossen zwischen den Partisanen auf der einen und den Deutschen auf der anderen Seite. Während die Faschisten nach Norden türmten, lief Toni in den Süden und damit seinen Feinden geradewegs in die Arme.

Kurz nach Toni starb meine Großmutter, an Typhus und am gebrochenen Herzen. Großvater musste seine Tochter allein großziehen. Italia las schon als junges Mädchen Nietzsche und vergötterte Mussolini und ihren Bruder Toni wie Helden.

Immer wenn ich Großvater zu sehr an Toni erinnere, gibt er mir keine Antwort.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Kirk absichtlich mit ungeladener Waffe zum Duell erschienen ist. Fassungslos starre ich auf den Nachspann. Wenn Kirk wusste, dass in seinem Revolver keine Patrone war, muss vor dem Schusswechsel irgendetwas in seinem Blick gelegen haben, das mir entgangen ist.

Das Dach des Alhambra-Kinos gleitet beiseite und öffnet sich auf den blauen Himmel über Tripolis. Der Geruch von Eukalyptusbäumen und Pferdemist, das Geratter von Kutschen und Karren und das klagende Nachmittagsgebet des Muezzin dringen herein.

Die erste Vorstellung, die um zwei Uhr nachmittags beginnt, ist vorüber. Als die Platzanweiserin mit Getränken und Eis durch die Reihen kommt, kauft Großvater mir ein Tütchen cacawia , geröstete Erdnüsse, und steht auf, um zu gehen.

"Großvater, lass uns den Film noch einmal ansehen, bitte!"

Diesen Wunsch hört er nicht zum ersten Mal, und er weiß, dass ich mich zu Hause nur la

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