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Die sieben Gründe zu töten Thriller von Wilhelm, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die sieben Gründe zu töten

Im Angesicht des Bösen stellt sich die Frage: Was bist du bereit, für die zu tun, die du liebst? Die ehemalige Staatsanwältin Helena Faber steht vor dem Nichts. Sie hat ihren Job und ihre Freiheit verloren, ihre Ehe ist gescheitert, und ihre beiden Töchter wurden vor ihren Augen entführt. Die Ältere, Katharina, konnte befreit werden, aber deren kleine Schwester Sophie bleibt verschwunden. Eine Spur führt nach Saudi-Arabien und obwohl ihre Mutter es mit allen Mitteln verhindern will, macht Katharina sich alleine auf die Suche nach Sophie. Eine gefährliche, eigentlich unmögliche Reise, die für Katharina den Tod bedeuten könnte. Helena hat keine Wahl - sie muss Katharina helfen, wenn sie nicht beide Kinder verlieren will ... Uwe Wilhelm, geboren 1957, hat mehr als 120 Drehbücher unter anderem für Bernd Eichinger, Katja von Garnier und Til Schweiger verfasst, bevor er sich er sich auch dem Sachbuch widmete. Er hat außerdem Theaterstücke geschrieben, zuletzt "Ich, Friedrich der Große", uraufgeführt 2012 am Hans-Otto-Theater in Potsdam, und entwickelt und verlegt mit seiner Firma "Die Hölle Development" Neuschöpfungen alter Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 20.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223212
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Helena Faber .3
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Die sieben Gründe zu töten

Sophie

Februar 2020

Ilias' Mutter Fida hat mich zu sich gerufen. Sie will mir zeigen, wie man sich rechtgläubig anzieht und so. Deswegen bin ich schon sehr früh aufgestanden und habe mich gereinigt, wie sie es mir vor einer Woche gezeigt hat. Nicht nur Zähneputzen und Haare kämmen wie immer, sondern ich habe auch meine Schamhaare rasiert und unter den Achseln die Haare entfernt. Außerdem Fingernägel und Fußnägel geschnitten. Parfüm lege ich nicht auf, weil es sein kann, dass ich Qassim treffe. Und Fida hat gesagt, Parfümieren ist verboten, wenn man einem Mahaarim begegnet. Das sind Männer, die eine Frau nicht heiraten darf. Also der Vater, Schwiegervater, Opa, Bruder, Halbbruder, Sohn, Enkelsohn und so weiter. Ich finde das mit dem Parfüm total übertrieben. Als würde Qassim sich sofort auf mich stürzen, weil ich gut rieche. Bei Tarik bin ich mir nicht so sicher. Manchmal sieht er mich so eigenartig an, dann lächelt er und spitzt den Mund, als würde er mir einen Kuss zuwerfen. Dabei weiß er doch, dass ich die Frau von Ilias bin. Egal. Ich befolge die Regeln, damit man mir nichts vorwerfen kann. Und weil ich irgendwann eine gute Muslima sein will. Auch wenn das alles so kompliziert ist, dass ich denke, ich werde es mir nie im Leben merken können. Ich habe jetzt schon ein ganzes Buch vollgeschrieben, wie ich richtig beten muss und so.

Es ist ein guter Moment, zu Fida zu gehen, weil Ilias heute seinen Vater trifft. Er ist nach dem Aufstehen ziemlich aufgeregt gewesen. Vielleicht nimmt er mir die Firma weg, hat er dauernd gesagt. Aber ich weiß nicht einmal, welche Firma damit gemeint ist. Ilias ist eigentlich für den Bau der Kinos zuständig. Und es geht nur langsam voran, hat er mir erzählt. Weil es immer noch einflussreiche Leute gibt, die behaupten, dass Kinos haram sind und das Tor zur Hölle. Weil es Filme gibt, wo man sieht, wie zwei sich küssen und ins Bett gehen. Oder Frauen nicht verschleiert sind und Auto fahren. Na und?, habe ich gefragt. Das ist überall in der Welt erlaubt. Wieso machen die so ein Theater? Ilias ist dann wütend geworden und hat gesagt, ich würde das nicht verstehen. Was er aber nicht versteht, ist, dass wenn eine Sache verboten ist, dann ist doch auch das Geld verboten, das man damit verdient. Ich habe ihm gesagt, dass er mit seinem Vater darüber sprechen soll.

Ich habe wieder das Tuch über den Kopf gelegt, das meine Haare und mein Gesicht verhüllt. Wenn ich über den Hof gehe und einem Mann begegne, darf er auf keinen Fall mein Gesicht sehen. Ich kann nur ganz langsam die Treppe runtergehen, weil ich durch den schwarzen Stoff nicht gut sehen kann. Wie eine alte Oma schleiche ich Stufe für Stufe hinunter. Bevor ich die Tür zum Hof aufmache, schaue ich nach, ob jemand in der Nähe ist. Zum Glück ist der Hof leer, weil alle noch beim Morgengebet sind. Und die, die nicht beten, bleiben an ihren Arbeitsplätzen und warten, bis das Gebet vorbei ist. Ich bete immer noch nicht. Und eigentlich dürfte ich nicht in den Hof gehen, aber es ist ein so schöner Ort, dass ich es einfach mache. Die Wege sind mit weißen Marmorplatten ausgelegt. Überall blühen Blumen, der Rasen ist so dicht wie ein Teppich. In der riesigen Voliere, die meterhoch ü ber dem Brunnen aus Marmor und Gold schwebt, sch wirren Kanarienvögel umher und machen einen unglaublichen Lärm, als würden sie mich vor etwas warnen wollen. Aber sie machen während der Gebetszeiten immer so einen Lärm, vielleicht wollen sie mit dem Muezzin wetteifern.

Fida ist mit dem Gebet schon fertig. Sie erwartet mich in der Tür zu ihrem Haus. Es ist das zweitgrößte nach Qassims Haus. Ich staune immer noch, wie reich die sein müssen. An jeder Ecke steht Porzellan herum, wahnsinnig viele Sachen sind aus Gold. Und erst die Möbel. Es ist ein bisschen wie in Sanssouci in Potsdam, wo wir ein paar Mal waren. Ilias hat mir erzählt, dass sein Vater überall in der Welt alte Mö

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