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Die sieben Kreise der Hölle Thriller von Wilhelm, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die sieben Kreise der Hölle

Am Ende erwartet euch nur der Tod ... Staatsanwältin Helena Faber zwischen Gesetz und Selbstjustiz.
Als sie sie das letzte Mal sah, spielten sie vor dem Haus ... Seitdem erlebt die Berliner Staatsanwältin Helena Faber den Albtraum jeder Mutter: Ihre Töchter wurden entführt. Und zwar von den Männern, gegen die sie im brisanten Dionysos-Fall ermittelte. Nur einer kann ihr helfen: Rashid Gibran, der trotz seiner Verbindung zum Psychopathen Dionysos auf freiem Fuß ist. Helena kennt die Beweggründe des dubiosen Professors nicht, doch sie wird alles tun, um ihre Töchter zu retten. Es ist der Beginn einer Jagd, die Helena in die Untiefen eines grausamen und mächtigen Menschenhändlerrings führt - und bei der sie so brutal wie ihre Gegner wird ...

Uwe Wilhelm, geboren 1957, hat mehr als 120 Drehbücher unter anderem für Bernd Eichinger, Katja von Garnier und Til Schweiger verfasst, bevor er sich er sich auch dem Sachbuch widmete. Er hat außerdem Theaterstücke geschrieben, zuletzt "Ich, Friedrich der Große", uraufgeführt 2012 am Hans-Otto-Theater in Potsdam, und entwickelt und verlegt mit seiner Firma "Die Hölle Development" Neuschöpfungen alter Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641189181
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Helena Faber .2
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Die sieben Kreise der Hölle

S amstag

1

Sie haben vergessen, was Mama zu ihnen gesagt hat. "Wenn ihr die Fahrräder in die Garage gebracht habt, kommt ihr sofort wieder ins Haus. Ich will nicht, dass ihr im Dunkeln draußen spielt." Das hat sie gesagt. Aber dann ist der schwarze Lieferwagen aufgetaucht. Du bist Kunst, steht in großen, weißen Buchstaben auf die Seitenwände geschrieben. Hinter der Schrift sitzt die Mona Lisa und lächelt rätselhaft. Es ist der Wagen, der das Bild abliefern soll, das Sophie bestellt hat und um das sie so ein großes Geheimnis gemacht hat. Sophie winkt, aber der Wagen hält nicht an. Also müssen sie hinterherlaufen. Sie könnten die Fahrräder nehmen, dann würden sie schneller vorankommen. Aber noch mal zurücklaufen bedeutet vielleicht, den Lieferwagen aus den Augen zu verlieren. Deshalb laufen sie so schnell sie können.

Es war überraschend kühl für Mitte Juni. Die Sonne versank matt hinter den Häusern, und der feine Regen fühlte sich so angenehm feinperlig an, als käme er aus einem Zerstäuber. Wasser spritzte unter den Schuhen, Pfützen leerten und füllten sich bei jedem Schritt aufs Neue. Sophie und Katharina rannten und jauchzten, neigten sich in die Kurve, überholten einander. Die Olympische hoch in Richtung Stadion. Auf die Kreuzung zu, wo es links zum Glockenturm ging und rechts zur Charlottenburger Chaussee und Ikea. Und dann sahen sie den Lieferwagen wieder. Er stand mitten auf dem Platz. Kein weiteres Auto stand dort. Die Scheinwerfer leuchteten, der Motor lief. Die weißen Wolken aus dem Auspuffrohr wurden vom Regen zerschossen. Die Türen zur Ladefläche standen offen, zwei Flügel zur Seite gestreckt wie offene Arme zur Begrüßung.

"Lass uns umdrehen", sagte Katharina.

Aber Sophie wollte nicht umdrehen. Sie hatte vor ein paar Tagen ein Foto von sich auf eine Website hochgeladen. Eine Jury würde unter vielen Einsendungen die schönsten auswählen, bevor sie sie per Computer in ein Gemälde verwandelten, hieß es da. Und dass ein Lieferwagen zu ihr nach Hause käme, um das Bild auszuliefern, falls sie zu den Gewinnern gehören sollte.

Sophie hatte niemandem davon erzählt. Noch nicht mal Katharina, weil sie befürchtete, dass ihre Schwester dann bestimmt auch ein Gemälde hätte machen lassen. Das wollte Sophie nicht. Es sollte ihr Geschenk für Mama sein. Und jetzt war ja vielleicht das Gemälde von ihr in dem Wagen. Oder warum sollte der sonst durch diese Gegend fahren? Bestimmt hatte der Auslieferer sich verfahren.

"Hallo?" Sophie blickte durch die offene Tür. Kein Licht. Kein Geräusch. Als wäre niemand da. Noch einmal.

"Hallo?"

"Auch Hallo."

Die Mädchen erschraken, drehten sich herum. Ein Mann stand hinter ihnen. Er war klein, schmal und trug eine runde, hellblau getönte Brille. Sein Lächeln war freundlich.

"Ihr seid wegen den Gemälden hier?"

"Ja", antwortete Sophie. "Ich heiße Sophie Faber. Ich hab ein Foto von mir hochgeladen."

"Dann wollen wir doch mal schauen, ob du ausgewählt wurdest, Sophie Faber. Kommt rein."

"Wir warten lieber hier draußen", sagte Katharina.

"Habt ihr Angst? Vor mir? Sehe ich aus wie jemand, vor dem man Angst haben muss?"

Sophie und Katharina schauten sich an. Sah der Mann wie jemand aus, vor dem man Angst haben musste? Vielleicht schon. Und trotzdem gingen sie in den Wagen. Hinten ihnen fiel die Tür hart zu. Es hörte sich an, als würde sie sich nie wieder öffnen.

S amstag

2

Sie saßen in der Küche. Wie immer. Nicht im Wohnzimmer, wo mehr Platz war, sondern zu neunt dicht gedrängt um den Küchentisch herum, mit den leer gegessenen Tellern vor sich, den Gläsern mit Rotwein und Weißwein. Sie hörten atemlos zu, als Helena erzählte, wie sie im Elbsandsteingebirge verloren gegangen war. Wie sie den Serienmörder mit dem seltsamen Namen Dionysos gejagt hatte. Dass sie ihr Gedächtnis verloren hatte, dass sie beinahe sein Opfer

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