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Die stille Bestie Thriller von Carter, Chris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die stille Bestie

Profiler Robert Hunter vertraut nur wenigen Menschen. Eigentlich gibt es nur einen, für den er immer seine Hand ins Feuer legt. Lucien Folter, seinen Freund aus Studientagen. Beide können Menschen besser lesen als jeder andere. Hunter vertraute Folter seine engsten Geheimnisse an. Bis dieser plötzlich verschwand. Jetzt kommt ein Anruf. Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden: Robert Hunter ... Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Mittlerweile lebt Chris Carter als Vollzeit-Autor in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 11.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710923
    Verlag: Ullstein
    Serie: Robert Hunter 6
    Größe: 2331 kBytes
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Die stille Bestie

1

"Morgen, Sheriff. Morgen, Bobby", rief die rundliche, dunkelhaarige Kellnerin mit dem kleinen Herz-Tattoo am linken Handgelenk von ihrem Platz hinter dem Tresen. Sie brauchte gar nicht erst auf die Uhr zu sehen, die rechts neben ihr an der Wand hing. Sie wusste auch so, dass es kurz nach sechs war.

Jeden Mittwochmorgen, ohne Ausnahme, betraten Sheriff Walton und sein Deputy Bobby Dale Noras Truck Stop Diner am Rande des Städtchens Wheatland im südöstlichen Wyoming, um ihren Hunger auf Süßes zu stillen. Man munkelte, dass es in Noras Diner die beste Pie von ganz Wyoming gab. Jeden Tag ein anderes Rezept. Mittwochs war Apfel-und-Zimt-Pie an der Reihe - Sheriff Waltons Lieblingssorte. Er wusste, dass die erste Ladung um Punkt sechs Uhr aus dem Ofen kam, und es gab einfach nichts Köstlicheres als den Geschmack von frisch gebackener Pie.

"Morgen, Beth", grüßte Bobby zurück, während er sich das Regenwasser von Jacke und Hose wischte. "Ich sag's Ihnen, da draußen haben sich alle Schleusentore geöffnet", setzte er noch hinzu und schüttelte sein Bein aus, als hätte er in die Hose gemacht.

Sommerliche Regenschauer waren im Südosten Wyomings nichts Ungewöhnliches, doch das Unwetter an diesem Morgen war das bislang heftigste der Saison.

"Morgen, Beth", sagte nun auch Sheriff Walton. Er tupfte sich Gesicht und Stirn mit einem Taschentuch trocken und ließ dann den Blick flüchtig durch den Gastraum des Diners schweifen. Zu dieser frühen Stunde, noch dazu bei strömendem Regen, herrschte deutlich weniger Betrieb als sonst. Nur drei der fünfzehn Tische waren besetzt.

Am Tisch unmittelbar neben der Tür saßen ein Mann und eine Frau und frühstückten Pancakes. Sie mochten etwa Mitte zwanzig sein, und der Sheriff vermutete, dass ihnen der zerbeulte silberne VW Golf gehörte, der draußen auf dem Parkplatz stand.

Am Nachbartisch saß ein großer, verschwitzter Mann mit kahlrasiertem Schädel. Er brachte gut und gerne hundertsechzig Kilo auf die Waage, und die Berge an Essen, die er vor sich stehen hatte, wären ausreichend gewesen, um zwei sehr hungrige Menschen satt zu machen. Vielleicht auch drei.

Der letzte der drei Fenstertische war von einem großen, grauhaarigen Mann mit buschigem Hufeisenschnurrbart und krummer Nase belegt. Seine beiden Unterarme waren mit verblassten Tätowierungen bedeckt. Er war bereits mit dem Frühstück fertig und hing nun schlaff auf seinem Stuhl, spielte mit einer Zigarettenschachtel und sah nachdenklich vor sich hin, als habe er eine schwierige Entscheidung zu treffen.

Sheriff Walton zweifelte keine Sekunde lang daran, dass diesen beiden Männern die zwei großen Trucks draußen gehörten.

Am Ende des Tresens schließlich saß ein adrett gekleideter Mann irgendwo zwischen vierzig und fünfzig, trank schwarzen Kaffee und aß einen Donut mit Schokoladenglasur. Sein Haar war kurz geschnitten und wohlfrisiert, sein modischer Bart akkurat gestutzt. Er blätterte in einer Ausgabe der Morgenzeitung. Ihm musste der dunkelblaue Ford Taurus gehören, schätzte Sheriff Walton.

"Sie kommen gerade richtig", sagte Beth und zwinkerte dem Sheriff zu. "Ich habe sie eben aus dem Ofen geholt." Sie deutete ein Schulterzucken an. "Als ob Sie das nicht ganz genau wüssten."

Der Duft von frischer Apple Pie mit einem Hauch Zimt erfüllte das Lokal.

Sheriff Walton grinste breit. "Wir nehmen das Übliche, Beth", sagte er und setzte sich an den Tresen.

"Kommt sofort", antwortete Beth, ehe sie in der Küche verschwand. Sekunden später kam sie mit zwei dampfenden, extragroßen Stücken Pie garniert mit Honig und Sahne zurück. Sie versprachen Genuss in Vollendung.

"Ähm ...", sagte der Mann am anderen Ende des Tresens und hob zaghaft den Finger wie ein Schüler, der sich im Unterricht meldet. "Gibt es davon noch mehr?"

"Reichlich", antwortete Beth und lächelte ihn an.

"In dem Fall hätte ich auch gern ein Stück."

"Ich auch"

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