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Die Stimmen der Toten Thriller von MacBride, Stuart (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Stimmen der Toten

Vor acht Jahren hat der 'Inside Man' vier Frauen ermordet, drei weitere Opfer überlebten schwer verletzt. Allen wurde der Unterleib aufgeschlitzt und eine Puppe eingenäht. Dann brach die Serie ab. Ash Henderson war als Detective Inspector bei den Ermittlungen dabei, doch der Killer entkam. Mittlerweile sind Hendersons Familie und seine Karriere zerstört, nachdem er zum Spielball der gefährlichsten Unterweltgröße im schottischen Oldcastle wurde. Als nun erneut eine Frau tot aufgefunden wird, eine Plastikpuppe im Unterleib, bekommt Henderson die Chance, den Mörder doch noch zu fassen. Und sich zu rächen. Stuart MacBride hatte in zahlreichen Berufen gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. "Die dunklen Wasser von Aberdeen", sein erster Roman um den Ermittler Logan McRae, wurde als bestes Krimidebüt des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die brillanten Spannungsromane des Schotten aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 14.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641153663
    Verlag: Goldmann
    Serie: Ash Henderson Bd.2
    Originaltitel: A Song for the Dying
    Größe: 1321 kBytes
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Die Stimmen der Toten

3

"Leider beobachten wir nach wie vor eine beklagenswerte Häufung von Gewalttaten seitens Mr Henderson." Dr. Altringham klopfte mit den Knöcheln auf die Tischplatte, als wäre es ein Sargdeckel. Er blies sich die fransigen grauen Ponysträhnen aus den Augen und rückte seine Brille zurecht. "Ich kann eine Entlassung zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht empfehlen. Er stellt eindeutig eine fortgesetzte Gefahr für die Öffentlichkeit dar."

Zwanzig Minuten ging das nun schon so, und noch immer hatte ich mich nicht aus meinem Stuhl gehievt, um zu ihm hinüberzuhumpeln und ihm mit meinem Krückstock den Schädel einzuschlagen. Was eine ziemliche Leistung war in Anbetracht meiner angeblichen "Gefährlichkeit". Vielleicht war es der beruhigende Einfluss von Officer Barbara Crawford. Sie hatte sich rechts neben meinem orangefarbenen Plastikstuhl aufgebaut, und ihr dicker Schlüsselbund baumelte ein paar Zentimeter neben meinem Ohr.

Babs hatte eine Figur wie ein Kleiderschrank. Tattoos schauten unter ihren Ärmeln heraus, schlängelten sich um ihre Handgelenke und über die Rückseiten ihrer fleischigen Hände. Stacheldraht und Flammen. " FAITH " prangte auf den Knöcheln der einen Hand, " HOPE " auf der anderen. Ihre kurzen Haare standen in kleinen grauen Stacheln vom Kopf ab, die Spitzen blond gefärbt. Sehr trendy.

Wie üblich hatten sie die Möbel umgestellt, sodass der große Tisch einem einzelnen Stuhl in der Mitte des Raums gegenüberstand. Ich und Babs auf der einen Seite, der ganze Rest auf der anderen. Zwei Psychiater, ein abgerissener Sozialarbeiter mit großen eckigen Brillengläsern und die stellvertretende Gefängnisdirektorin, die sich wie für eine Beerdigung gekleidet hatte. Und alle redeten sie über mich, als ob ich gar nicht da wäre. Da hätte ich auch gleich in meiner Zelle bleiben und mir den Stress sparen können.

Wir wussten doch sowieso alle, worauf das hier hinauslief: Entlassung abgelehnt.

Meine Rippen knacksten von der gestrigen Schlägerei, als ich mich auf meinem Stuhl nach vorne lehnte. Jedes Mal dasselbe, mit ermüdender Regelmäßigkeit. Das Einzige, was sich änderte, war die Besetzung. O'Neil war vor vier Monaten in der Dusche abgestochen worden. Taylor war entlassen worden, nachdem er die Hälfte seiner Strafe abgesessen hatte. Danach waren es zwei andere primitive Gorillas, die mir in den Fluren auflauerten und mir Mrs Kerrigans "Botschaften" überbrachten. Und danach wieder zwei andere.

Ich konnte machen, was ich wollte, immer wieder landete ich hier, am ganzen Leib grün und blau geschlagen.

Entlassung abgelehnt.

Es war mir sogar gelungen, den Typen zu stellen, der O'Neil ersetzt hatte. Ich hatte ihn allein in der Gefängniswäscherei erwischt. Hatte ihm beide Arme und das linke Bein gebrochen, jeden einzelnen Finger ausgerenkt und dazu das Kiefergelenk. Mrs Kerrigan hat einfach jemand anders seinen Platz einnehmen lassen. Und ich kassierte noch eine Extra-Abreibung, sozusagen außer der Reihe.

Die stellvertretende Direktorin und die Psychologen konnten so viele Entlassungsprüfungen ansetzen, wie sie wollten - es stand jetzt schon fest, dass ich diesen Knast nur in einem Leichensack wieder verlassen würde.

Ich schloss die Augen. Ließ es brennen.

Der Gedanke, hier nie mehr rauszukommen.

Der Krückstock war kalt zwischen meinen Fingern.

Ich hätte Mrs Kerrigan erledigen sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte. Ihr die Hände um den Hals legen und sie würgen, bis ihr die Augen aus den Höhlen traten, die Zunge anschwoll und schwarz wurde, bis sie mit ihren Händen nach meinen krallte, während ich gnadenlos zudrückte und ihr Brustkorb sich hob und senkte, nach nicht vorhandener Luft ringend ...

Aber nein. Das konnte ich doch nicht tun, oder? Musste ja den braven Jungen spielen. Den verdammten Idioten.

Und was hatte ich nun davon? Ich saß hier fest, bis

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