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Die Stunde der Schuld Roman von Roberts, Nora (eBook)

  • Verlag: Blanvalet
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Die Stunde der Schuld

Sie änderte ihren Namen, sie änderte ihr Leben - aber jemand will sie nicht gehen lassen ...
Naomi Carson war elf, als sie ihrem Vater eines Nachts in den Wald folgte. Sie vermutete dort ihr Geburtstagsgeschenk, ein neues Fahrrad. Stattdessen machte sie eine grausige Entdeckung, die ihre Welt zerbrechen ließ - denn ihr Vater war nicht der Mann, für den ihn alle hielten. Trotz allem wuchs Naomi zu einer starken jungen Frau heran und bereiste als erfolgreiche Fotografin die Welt. Nun hat sie beschlossen, ihr unstetes Leben aufzugeben und endlich sesshaft zu werden. Sie verliebt sich in ein altes Haus an der Küste - und in den attraktiven Xander Keaton, doch als im Wald bei ihrem Haus eine Frauenleiche auftaucht, scheint der Albtraum von Neuem zu beginnen ...

Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 1981. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.
Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201685
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Obsession
    Größe: 2332kBytes
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Die Stunde der Schuld

1

29. August 1998

Sie hätte nicht sagen können, was sie geweckt hatte, und ganz gleich, wie oft sie die Nacht in Gedanken wieder durchlebte, ganz gleich, wohin der Albtraum sie jedes Mal jagte, sie kam nie dahinter.

Der Sommer verwandelte die Luft in nassen, brodelnden Eintopf: einen Eintopf, der nach Schweiß und aufgeweichtem Grünzeug roch. Der summende Ventilator auf ihrer Kommode rührte lediglich darin herum, trotzdem war es, als schliefe man in dem Dampf, der aus dem Topf aufstieg.

Aber sie war daran gewöhnt, auf sommerfeuchter Bettwäsche zu liegen, bei weit geöffneten Fenstern, durch die das unermüdliche Zirpen der Grillen drang - in der schwachen Hoffnung, dass eine leichte Brise durch die Jalousien wehen würde.

Es war nicht die Hitze, die sie weckte, auch nicht das leise Donnergrollen des Gewitters, das sich in der Ferne zusammenbraute. Naomi war mit einem Mal hellwach, als hätte jemand sie geschüttelt oder ihr ins Ohr geschrien.

Sie setzte sich auf, blinzelte in die Dunkelheit und hörte trotzdem nichts außer dem Surren des Ventilators, dem hohen Gesang der Zikaden und dem trägen, wiederholten Schu-hu einer Eule: alles ländliche Sommergeräusche, die sie so gut kannte wie ihre eigene Stimme. Kein Grund also für dieses bange Gefühl, das ihr auf einmal die Kehle zuschnürte.

Wach spürte sie plötzlich die Hitze, wie in heißes Wasser getauchte Gaze legte sie sich um jeden Körperteil. Sie wünschte sich, es wäre bereits Morgen und sie könnte sich hinausschleichen und sich im Fluss abkühlen, bevor die anderen wach würden.

Aber zuerst die Pflicht, so lautete die Regel. Nur war es so heiß , dass sie das Gefühl hatte, die Luft wie einen Vorhang auseinanderziehen zu müssen, um überhaupt einen Schritt vor den anderen setzen zu können. Und es war Samstag (oder würde es alsbald sein), und manchmal lockerte Mama an Samstagen die Regeln ein bisschen - sofern Daddy gute Laune hatte.

Auf einmal grollte der Donner. Entzückt sprang sie aus dem Bett und stürzte ans Fenster. Sie liebte Gewitter. Wie sich die Bäume im auffrischenden Wind bewegten, wie der Himmel dunkel und unheimlich wurde, wie die Blitze zuckten und leuchteten.

Vielleicht würde dieses Gewitter ja Regen, Wind und kühlere Luft bringen. Vielleicht ...

Sie stützte die Arme auf das Fensterbrett und richtete den Blick fest auf die Mondsichel, die dunstig durch die Hitze und die Wolken schimmerte.

Vielleicht ...

Sie wünschte es sich so sehr - ein Mädchen, das in zwei Tagen zwölf würde, aber immer noch an Wünsche glaubte. Ein schweres Gewitter, dachte sie, mit Blitzen und Donner wie Kanonengrollen.

Und einer Unmenge Regen.

Sie schloss die Augen, hob ihr Gesicht und versuchte, die Luft zu riechen. Dann stützte sie das Kinn auf und musterte die Schatten.

Wieder wünschte sie sich, es wäre bereits Morgen, und da Wünsche nichts kosteten, wünschte sie sich auch gleich, es wäre schon der Morgen ihres Geburtstags. Sie wünschte sich so sehr ein neues Fahrrad. Sie hatte diesbezüglich unzählige Andeutungen fallen gelassen.

Sie stand eine Weile da, in ihrem Sabrina-total-verhext-T-Shirt, ein großes, schlaksiges Mädchen, dem - obwohl sie es täglich überprüfte - immer noch keine Brüste wuchsen. In der Hitze klebten ihr die Haare im Nacken. Sie schob sie über die Schulter. Am liebsten hätte sie sie kurz geschnitten - so richtig kurz, wie diesen Pixie-Schnitt in ihrem Märchenbuch, das die Großeltern ihr geschenkt hatten, bevor sie einander nicht mehr hatten treffen dürfen.

Aber Daddy fand nun mal, Mädchen müssten lange Haare haben und Jungen kurze. Deshalb wurden ihrem kleinen Bruder in Vick's Barbershop in der Stadt auch regelmäßig die Haare geschnitten, während sie selbst ihr Haar nur zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden durfte.

Andererseits wurde Mason ihrer Meinung nach ohnehin maßlos verwöhnt, weil

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