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Die Tote ohne Namen Kay Scarpettas sechster Fall von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2010
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Die Tote ohne Namen

Weihnachten in New York. Eine nackte Frauenleiche wird im Central Park entdeckt. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte über die Identität der Toten. Doch der Umstand, dass ganze Fleischstücke aus dem Körper herausgetrennt wurden, erinnert die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta an einen der schlimmsten Verbrecher, mit denen sie je zu tun hatte. Zwölf Grad unter null. Die etwa dreißigjährige Frau war in jener Nacht gezwungen worden, Stiefel und Kleider auszuziehen und barfuß bis in die Mitte des Brunnens zu gehen. Dort musste sie sich splitternackt gegen die Brunnenfigur lehnen, endlose Minuten in eisiger Kälte ausharren, während ihr Leben sie Stück um Stück verließ. Ihr Peiniger setzte dem Martyrium schließlich mit einem Kopfschuss ein Ende. Kay Scarpetta ahnt, dass ihr Erzfeind Temple Gault nun in New York sein Unwesen treibt und mit diesem Mord seine grauenhafte Visitenkarte hinterlassen hat. Doch wer ist die tote Frau in Wirklichkeit? Die Lösung des Rätsels liegt tief unter der Erde verborgen. Patricia Cornwell, 1956 in Miami, Florida, geboren, arbeitete als Polizeireporterin und in der Rechtsmedizin, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren bahnbrechenden Thrillern um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta begann. Ihre Bücher wurden mit allen renommierten Preisen ausgezeichnet und sind weltweit Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 28.01.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455403039
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Serie: Kay Scarpetta 6
    Originaltitel: From Potter's Field
    Größe: 743 kBytes
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Die Tote ohne Namen

1

Der Abend des 24 .?Dezember war kalt, tückisches schwarzes Eis bedeckte die Straßen, Verbrechen knisterten über den Scanner. Es kam nur selten vor, dass ich nach Einbruch der Dunkelheit durch das Armenviertel von Richmond chauffiert wurde. Normalerweise saß ich selbst am Steuer. Normalerweise war ich die einsame Fahrerin des blauen Leichenwagens, mit dem ich die Schauplätze gewaltsamer, unerklärlicher Todesfälle aufsuchte. Aber heute Abend saß ich auf dem Beifahrersitz eines Crown Victoria, Weihnachtslieder kamen über den Sender, Polizisten sprachen in Codes miteinander.

"Sheriff Santa ist da vorn rechts abgebogen. Wahrscheinlich hat er sich verfahren", sagte ich.

"Tja, ich glaube, er ist high", sagte Captain Pete Marino, der das Morddezernat dieses gewalttätigen Viertels leitete, durch das wir fuhren. "Schau dir seine Augen an, wenn wir das nächste Mal anhalten."

Es überraschte mich nicht. Sheriff Lamont Brown besaß einen Cadillac, trug schweren Goldschmuck und wurde von den Bürgern für die Rolle geliebt, die er im Augenblick spielte. Diejenigen von uns, die die Wahrheit kannten, wagten es nicht, auch nur ein Wort davon verlauten zu lassen. Schließlich ist es ein Sakrileg zu behaupten, es gebe den Weihnachtsmann nicht, aber im Falle dieses Santa Claus war der Heiligenschein eine unglaubliche Anmaßung. Sheriff Brown schnupfte Kokain und steckte jedes Jahr vermutlich die Hälfte dessen, was für die Armen gespendet wurde, in seine eigene Tasche. Er war Abschaum, und erst kürzlich hatte er dafür gesorgt, dass ich als Geschworene antreten musste. Die Abneigung zwischen uns beruhte auf Gegenseitigkeit.

Die Scheibenwischer quälten sich über das Glas. Schneeflocken streiften Marinos Wagen, wirbelten darauf zu wie scheue, in Weiß gekleidete, tanzende Mädchen. Sie schwärmten um Natriumdampflampen und wurden so schwarz wie das Eis, das die Straßen überzog. Es war bitterkalt. Die meisten Menschen in der Stadt waren zu Hause bei ihren Familien, lichtergeschmückte Bäume erhellten Fenster, in Kaminen prasselten Feuer. Karen Carpenter träumte von einer weißen Weihnacht, bis Marino ärgerlich einen anderen Sender suchte.

"Vor Frauen, die Schlagzeug spielen, habe ich keinen Respekt." Marino drückte den Zigarettenanzünder.

"Karen Carpenter ist tot", sagte ich, als ob sie das vor weiteren Beleidigungen schützte. "Und außerdem hat sie bei diesem Lied nicht Schlagzeug gespielt."

"Na klar." Er zog eine Zigarette aus der Schachtel. "Stimmt. Sie hatte eine dieser Essstörungen. Hab vergessen, wie das heißt."

Der Mormonen-Tabernakel-Chor stimmte ein Halleluja an. Am nächsten Morgen wollte ich nach Miami fliegen und meine Mutter, meine Schwester und Lucy, meine Nichte, besuchen. Meine Mutter war seit Wochen im Krankenhaus. Früher hatte sie so viel geraucht wie Marino. Ich kurbelte mein Fenster einen Spaltbreit herunter.

"Und dann hat ihr Herz ausgesetzt – daran ist sie letztlich gestorben", sagte er.

"Daran stirbt letztlich jeder", sagte ich.

"Nicht hier in dieser Gegend. Hier sterben die Leute an Bleivergiftung."

Wir fuhren zwischen zwei Streifenwagen – rote und blaue Lichter blinkten – in einem Korso von Polizisten, Reportern und Fernsehteams. Wann immer wir hielten, stellten die Vertreter der Medien ihren weihnachtlichen Eifer unter Beweis, indem sie sich mit Notizblöcken, Mikrophonen und Kameras vordrängten. Begeistert und überaus sentimental berichteten sie, wie Sheriff Santa, übers ganze Gesicht strahlend, vergessenen Kindern und ihren vor

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