text.skipToContent text.skipToNavigation

Die Toten von Athen Ein Fall für Detektiv Zafiris. Kriminalroman von Kanaris, Leo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Toten von Athen

Griechenland - authentisch und gefährlich. Mario Filiotis, der sehr sozial und ökologisch gesinnte Bürgermeister der Insel Astypalea, kommt in Athen bei einem mysteriösen Fahrradunfall ums Leben. Privatdetektiv George Zafiris ist der festen Überzeugung, dass sein Freund ermordet wurde. Doch bei Marios Beerdigung liegt nicht der Tote, sondern ein antiker Goldschatz im Sarg. George Zafiris nimmt die Ermittlungen auf und gerät in ein Labyrinth aus Korruption, Betrug und Gewalt. 'Das Bild eines Landes, gegen dessen Dekadenz ein Mann wie Detektiv Zafiris nur mit seiner Ermittlermoral ankommt.' Der Tagesspiegel.

Leo Kanaris ist griechischer und irischer Abstammung, er hat in Italien, Deutschland, Rumänien, der Türkei und Mexiko als Lehrer, Journalist und Animateur gearbeitet. Zurzeit lebt er Im Süden Griechenlands. 'Inseltod' ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 18.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214850
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: George Zafiris .2
    Originaltitel: Blood and Gold
    Größe: 4081 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Toten von Athen

1
Treffen in Maroussi

Athen, September 2015. George Zafiris, Privatdetektiv, saß in einem Café in Maroussi und las einen Polizeibericht. Eine Tasse mit griechischem Mokka stand unberührt vor ihm auf dem Tisch. Der Tag war kühl für diese Jahreszeit, ein leichter Wind strich über das Blatt in seiner Hand.

Am Freitag, dem 29. August, fuhr ein Fahrradfahrer, ein fünfzigjähriger Mann im grauen Anzug, auf der Spyros Louis vom Olympiastadion Richtung Einkaufszentrum Golden Hall. Ein mit Feuerholz beladener Lastwagen befand sich hinter ihm. Aus unbekannten Gründen verlor der Radfahrer das Gleichgewicht und wurde von dem Lkw überfahren. Um 11.03 Uhr ging ein Notruf bei der Polizei ein. Um 11.15 Uhr erreichten die Einsatzfahrzeuge den Unfallort. Der Fahrer des blauen Magirus Deutz HK 4596, der siebenunddreißigjährige Gavrilis Pagakis aus Larissa, wurde wegen fahrlässiger Tötung festgenommen. Das Unfallopfer erlag seinen Verletzungen. Es handelt sich um Mario Filiotis, den Bürgermeister von Astypalea.

George las den Bericht ein zweites Mal, faltete ihn zusammen und legte ihn auf den Tisch.

Ihm gegenüber saß Kriminaldirektor Sotiriou, der Leiter des Dezernats für Gewaltkriminalität, und beobachtete ihn aufmerksam.

"Nun?", fragte Sotiriou.

"Das hat ein Schwachsinniger geschrieben", antwortete George.

"Ich gebe zu, es handelt sich nicht gerade um einen mustergültigen Polizeibericht", erklärte Sotiriou. "Aber das heißt noch lange nicht, dass der Verfasser schwachsinnig ist."

"Okay", sagte George. "Vielleicht ist er nur schlecht ausgebildet. Oder auf Drogen. Vielleicht haben Todesstrahlen aus dem Weltall ihm den Kopf verwirrt. Aber darum geht es doch gar nicht."

"Worum geht es denn?"

"Warum ist Mario Filiotis vom Fahrrad gestürzt? Das passt überhaupt nicht zu ihm."

"Gute Frage."

"Sie müssen doch wissen, wer das geschrieben hat."

Statt einer Antwort starrte Sotiriou ihn ausdruckslos an.

"Also kennen Sie den Verfasser?"

Sotiriou zog eine indirekte Antwort vor. "Er ist kein Schwachkopf."

"Warum sagen Sie das?"

"Er hat den Bericht persönlich an mich weitergeleitet."

"Und was sollten Sie damit machen? Abgesehen von der üblichen Vorgehensweise?"

Sotiriou antwortete nicht.

"Es handelt sich um einen Verkehrsunfall", bemerkte George, "nicht um ein Gewaltverbrechen."

"Richtig."

Sotiriou musterte ihn aufmerksam.

"Okay", sagte George. "Also weiß er mehr."

"Genau das nehme ich an."

"Haben Sie ihn nicht gefragt?"

"Nein."

"Warum nicht?"

Der Kriminaldirektor ignorierte die Frage. "Geben Sie mir den Bericht", sagte er.

George schob das Papier über den Tisch. Sotiriou hielt ein Feuerzeug an eine Ecke des Blattes, das aufflammte und im Aschenbecher in sich zusammenschrumpfte.

"Wie heißt der Beamte?", fragte George.

"Karás", antwortete der Kriminaldirektor. "Polizeileutnant Nikolaos Karás."

"Kann ich mit ihm sprechen?"

"Nur als Privatperson."

"Wie soll ich das anstellen?"

"Er spielt Rugby."

"Rugby?"

"Ganz richtig."

George sah ihn verwirrt an.

"Das ist eine Art Fußball", erklärte Sotiriou. "Man spielt es mit einem olivenförmigen Ball."

"Himmeldonnerwetter, das weiß ich auch."

"Er spielt bei den 'Kriegern von Attika'. Seine Mannschaft trainiert dienstagabends auf dem Olympiagelände, Platz B. Gehen Sie morgen um 20.30 Uhr hin. Schauen Sie die letzten zehn Minuten zu. Er wird Sie finden."

"Und falls ich morgen schon was anderes vorhabe?"

"Wenn Sie den Job wollen, seien Sie da."

"Wer ist mein Klient?"

"Im Augenblick bin ich das."

"Sie?"

"Streng vertraulich."

"Bezahlen Sie mich auch?"

"Es werden Mittel bereitgestellt."

"Öffentliche oder private?"

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen