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Die unglaubliche Reise des Harry Willemer Roman von Ohnemus, Günter (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Die unglaubliche Reise des Harry Willemer

Ein Road-Movie der besonderen Art: 'Die unglaubliche Reise des Harry Willemer' von Erfolgsautor Günter Ohnemus jetzt als eBook bei dotbooks. Als Sonja in Harry Willemers Taxi steigt, ist sie auf dem Weg nach Luxemburg - und auf der Flucht vor der russischen Mafia, der sie 4 Millionen Dollar gestohlen hat. Kurzerhand entschließt sich Harry Willemer, sie zu begleiten und ahnt nicht, auf was er sich einlässt. Gemeinsam fliehen sie vor den Verfolgern kreuz und quer durch Frankreich, Deutschland und Italien, bis nach Amerika, finden Gefallen an dem neuen Leben und sehnen sich zugleich nach der einstigen Sicherheit. Doch wie lange kann man der eigenen Vergangenheit entkommen? Spannend, einfühlsam und berührend: Mit leisen Zwischentönen erschafft Günter Ohnemus zwei Helden, die sich eigentlich gar nicht kennen und doch zu Verbündeten werden müssen! 'Günter Ohnemus ist wahrscheinlich der coolste Romantiker der deutschsprachigen Literatur.' DIE ZEIT Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die unglaubliche Reise des Harry Willemer' von Erfolgsautor Günter Ohnemus. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Günter Ohnemus, geboren 1946, lebt als freier Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer in München. Er veröffentlichte Erzählungen, Romane und Jugendbücher. Für 'Der Tiger auf deiner Schulter' wurde ihm 1998 der Tukan-Preis der Stadt München verliehen, im gleichen Jahr erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Von Günter Ohnemus erschienen bei dotbooks die Romane 'Die unglaubliche Reise des Harry Willemer', 'Der außergewöhnliche Auftrag des Robert Schirmer' und 'Siebenundsechzig Ansichten einer Frau'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 294
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958249318
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1384 kBytes
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Die unglaubliche Reise des Harry Willemer

Kapitel 2
DONNERSTAG

Möglicherweise wird die junge Frau das Buch nie lesen, und natürlich wird sie nie erfahren, was mit ihrem Trinkgeld passiert ist. Ich bin nicht ganz so wie einer dieser buddhistischen Wandermönche, die mit ihrer Almosenschale herumziehen - ich fahre mit meinem Taxi durch die Stadt und ein bißchen in die Umgebung (und manchmal noch ein bißchen weiter, nach Wien oder Zürich oder Regensburg), aber ich entferne mich nie sehr weit aus München, und ich lebe von dem Geld, das ich mit Taxifahren verdiene, aber das Trinkgeld behalte ich nicht. Ich gebe mein Trinkgeld immer irgendwelchen Pennern. Ich kenne einige von ihnen ganz gut. Manchmal glaube ich, für zwei oder drei von ihnen bin ich die wichtigste Einkommensquelle, naja, war ich die wichtigste Einkommensquelle. Das ist ja jetzt alles für immer vorbei. Ich weiß nicht, wer ihnen jetzt sein Trinkgeld gibt. Die Penner entfernen sich auch nie sehr weit aus der Stadt. Wir waren alle miteinander stationäre Wandermönche, die auf die Ewigkeit warteten oder auf ein Wunder. Auf ein Wunder, das ewig dauert. Oder auf eine Ewigkeit voller Wunder. Aber die Zeit der Wunder ist vorbei, obwohl man manchmal den Rand dieser Zeit wieder zu fassen kriegt: ein Mädchen, eine junge Frau auf der Straße, irgendwo in der Stadt, und dann kommt manchmal so ein Augenblick, in dem diese junge Frau Jessie ist, und ich weiß, daß sie es nicht ist, daß sie es nicht sein kann, und trotzdem ist sie es, und sie ist es nicht, und ich bin da wie irgendein unsichtbarer Geist, der sie beschützt. Einen Augenblick lang. Ein paar Atemzüge.

... Ja, das möchte ich jetzt sein - ein unsichtbarer Geist, der meine Tochter beschützt, oder ich möchte jemanden haben, auf dessen Schoß ich diese lange kalte Straße hinunterrutsche. Dafür bin ich gemacht worden, nicht dafür, Sonja Kowalewskaja zu beschützen und mich mit der Mafia anzulegen.

Sonja ist jetzt gerade in die Stadt gefahren, weil sie ins Kino gehen wollte. Gladiator von Ridley Scott. Ich lasse sie nicht gern allein gehen, aber sie wollte heute abend unbedingt allein sein, wollte einfach allein da in der Dunkelheit des Kinos sitzen und ruhig atmen. Außerdem muß ich meinen Akzent verbessern, sagte sie.

Paß auf, daß du danach kein römisches Englisch sprichst, sagte ich. Sie lachte. Das war gut. Es ist gut, daß sie noch lachen kann. Wir fahren hier in San Francisco immer mit dem Bus oder mit der Straßenbahn, damit wir mit möglichst wenig Leuten reden müssen (also zum Beispiel nicht mit Taxifahrern), weil Sonja einen deutlichen russischen Akzent hat, wenn sie Englisch spricht. Keinen schweren Akzent, aber man kann es hören. Damit wir nicht mit den Busfahrern reden müssen, kaufen wir uns immer ein 7-Tage-Ticket für 15 Dollar, einen Muni Pass. Wir steigen einfach in den Bus, zeigen das Ticket vor, sagen hi und lächeln. Das ist es dann schon. Sonja kann ohne den geringsten Akzent hi sagen. Wenn es sich vermeiden läßt, steigen wir nie zusammen in den Bus, sondern lassen immer ein paar Leute zwischen uns. Und wir setzen uns nie nebeneinander. Das verringert das Risiko, daß wir irgend jemandem bekannt vorkommen, irgendwelchen europäischen Touristen, die unsere Fotos in der Zeitung gesehen haben. Es ist ja nicht nur die Mafia hinter uns her, sondern auch die Polizei, aber ich bin mir sicher, daß uns niemand in Amerika vermutet - noch nicht. Sie suchen uns wahrscheinlich immer noch in Frankreich und Italien. Oder in Osteuropa. Hoffentlich in Osteuropa.

Wir sitzen im Bus nie nebeneinander, und wir stehen auch nicht nebeneinander. Wir sind meistens im hinteren Teil des Busses, in der Nähe der mittleren Tür, und ich bin immer nur so weit hinter Sonja, daß ich jederzeit eingreifen kann, falls etwas passieren sollte. Aber bis jetzt ist sie nur ab und zu einmal von irgendwelchen freundlichen Amerikanern angesprochen worden, und sie

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