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Doggerland. Fehltritt Kriminalroman von Adolfsson, Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.12.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 27.12.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Doggerland. Fehltritt

Die Doggerland-Trilogie – die neueste Krimientdeckung aus Skandinavien

Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Kommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, wacht betrunken neben ihrem arroganten Chef in einem Hotelzimmer auf. Etwa zur gleichen Zeit wird eine Frau brutal in ihrem Haus erschlagen. Das Opfer ist ausgerechnet die Ex-Frau des Mannes, mit dem Hornby gerade die Nacht verbracht hat. Ihr Chef kann den Fall nicht übernehmen, da er zu den potentiellen Verdächtigen gehört. Hornby wittert eine große Chance – sie soll den Fall übernehmen und kann endlich zeigen, dass sie mehr drauf hat. Zuvor muss sie jedoch noch ein anderes Alibi für ihren Chef finden. Hornby beginnt zu suchen. Das Mordopfer kam in einem Kollektiv zur Welt. Nahm dort das Unheil seinen Anfang? An der rauen Küste Doggerlands deckt Karen Eiken Hornby eine alte Lüge auf, die das ganze Land erschüttern wird.

Maria Adolfsson wurde in Stockholm geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Pressesprecherin für verschiedene Unternehmen. DOGGERLAND ist ihr erster Krimi um Kommissarin Karen Eiken Hornby.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 27.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843718332
    Verlag: Ullstein
    Originaltitel: Felsteg
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Doggerland. Fehltritt

4

Die Autobahn zwischen Dunker und Langevik erstreckt sich sechs Kilometer entlang Heimös südöstlicher Küste, dann überquert sie die lange Halbinsel Skagersnäs und setzt sich in nordöstlicher Richtung noch einmal eineinhalb Kilometer fort. Karen spürt, wie ihr der Schweiß den Rücken hinunterläuft, während sie die Kälte der Klimaanlage gleichzeitig zum Zittern bringt. Karen klammert sich noch fester ans Lenkrad und schielt immer wieder auf den Tachometer. Sie hat zwar ihre Zweifel, ob die Verkehrspolizisten an solch einem Morgen Geschwindigkeitskontrollen vornehmen, aber allein der Gedanke daran, wieder von einem bekannten Gesicht angehalten zu werden und vielleicht auch noch pusten zu müssen, ist etwa ebenso verlockend wie die Vorstellung, noch eine Nacht mit Jounas Smeed zu verbringen. Und meiner Karriere würde es vermutlich ähnlich stark schaden, denkt sie. Denn trotz der relativ großzügigen gesetzlichen Regelung - ein Ergebnis sehr pragmatischer Politiker, die bei einer Änderung mehr zu verlieren als zu gewinnen hätten - würde der Promillegehalt in ihrem Blut heute sicherlich jede Grenze sprengen. Diese Erkenntnis dreht ihr schlagartig den Magen um, und sie drosselt die Geschwindigkeit weiter. Das jetzt bloß nicht. Never .

Es ist wenig Verkehr, Autos überholen sie nur mit mehreren Minuten Abstand. Karen lockert ihren Griff ums Steuer und entspannt ihre Schultern. Später am Tag, wenn sie ein paar Stunden Schlaf hatte, wird sie den gestrigen Abend noch einmal Revue passieren lassen, sich alles, was geschehen ist, vor Augen führen, sich selbst Rechenschaft ablegen und zu Reue und Askese verurteilen. Dann gibt es ein paar Wochen keinen Tropfen Alkohol, Zigaretten überhaupt nicht mehr, jeden Tag wird gejoggt, Krafttraining gemacht und gesund gegessen. Erst die Ermittlungen, dann die Verurteilung, so ist das bei ihr. Die Gene der Verwandtschaft von Noorö sitzen tief. Nicht so tief, dass sie sie von der Sünde abhalten könnten, aber immerhin bewirken sie, dass sie die schlimmsten Fehltritte mit Reue erfüllen. Nicht aus Furcht vor der Rache Gottes oder der Angst, nicht in den Himmel zu kommen; eher weil sie den Preis im irdischen Leben fürchtet. Diesmal wird der Chef der Kriminalpolizei von Doggerland ihr die Hölle heißmachen. Sticheleien, Grinsen, Andeutungen. Aber ebenso wenig wie sie einfach weiterarbeiten kann, als wäre nichts passiert, hat sie eine Lösung im Visier. Ein paar Wochen Urlaub werden das Problem kaum beseitigen, denn was kommt danach? Auf volles Risiko gehen und die Kündigung einreichen? Die Branche wechseln, und das in ihrem Alter? Nichts davon scheint eine Alternative zu sein, deshalb verdrängt sie den Gedanken an ihre Zukunft, doch sie kann nicht verhindern, dass immer mehr Erinnerungen vom vergangenen Abend auftauchen und sich puzzleartig zusammenfügen.

Der letzte Samstag im September. Sie hatte Marike, Kore und Eirik im "The Rover" auf ein Bier getroffen, bevor das traditionelle Austern-essen begann. Marike war schlecht drauf gewesen, weil ihr eine Glasur beim Brennen misslungen war, und diese Panne zwei Wochen Arbeit zunichtegemacht hatte. In die Rezeptur hatte sie große Hoffnungen gesetzt. Zudem verabscheute Marike Estrup Austern, was sie auch mit einem ungewöhnlich deutlichen dänischen Akzent zum Ausdruck brachte. Mit der Zeit hatten sich die Freunde an Marikes halsbrecherische Mischung aus Dänisch und Doggerisch gewöhnt und festgestellt, dass man an dem Grad, wie sehr ihr Akzent durchschlug, erkennen konnte, in welcher Stimmung sie sich befand; gestern hatte diese Art Geigerzähler riesige Ausschläge verzeichnet, und es war beinahe unmöglich gewesen, ihrem nordjütländischen Schimpfen zu folgen.

Kore und Eirik hingegen waren bester Stimmung gewesen. Zwei Tage zuvor hatten sie den Zuschlag für ein Haus in Thingwalla erhalten und dann den Freitagabend damit verbracht, sich Sorgen über die Tilgung des Kredits zu machen und über die Einrichtung zu str

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