text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Donaugrab von Graf-Riemann, Lisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.02.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
8,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Donaugrab

Ein vermisster Jugendlicher, ein Brandanschlag und ein Todessturz halten Hauptkommissar Stefan Meißner und die Ingolstädter Kripo in Atem. Dann gibt es im Auffangbecken des Donaukraftwerks einen grausigen Fund, und die Brandstiftung ist vielleicht nur das Vorgeplänkel zu einem Amoklauf. Kommissar Meißner und seine junge Kollegin Marlu Rosner stehen bei der Aufklärung des Falls im Licht der Öffentlichkeit. Verworrene Beziehungen und eine dringende Angelegenheit aus seinem komplizierten Privatleben erfordern zudem Meißners ganze Aufmerksamkeit. Lisa Graf-Riemann, 1958 in Passau geboren, ist freie Lektorin und Autorin. Sie hat lange in der Nähe von Ingolstadt gelebt und war als Dolmetscherin für die örtliche Polizei und die Bundespolizei am Flughafen München tätig. Sie hat außerdem ein gutes Dutzend Sprachlehrbücher, Selbstlernkurse und Schülerhilfen verfasst. Lisa Graf-Riemann lebt im Berchtesgadener Land, in der Nähe von Salzburg. 'Donaugrab' ist ihr zweiter Kriminalroman im Emons Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 29.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863586553
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Oberbayern Krimi Bd.2
    Größe: 2943 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Donaugrab

DREI

"Die Tanners, Gabriels Eltern, was sind das für Leute?", fragte Meißner den Kollegen Holler auf der Fahrt zum Tilly-Gymnasium.

"Der Vater ist gelernter Spengler. Hat die letzten zehn Jahre bei einem Zulieferbetrieb gearbeitet, wurde aber vor einem Jahr gekündigt. Seitdem ist er arbeitslos. Gabriels Mutter ist Angestellte bei der Stadtverwaltung."

"Die Eltern gehören also zu dem, was Sozialwissenschaftler 'Bildungsferne Schicht' nennen?"

Holler nickte. "Die Mutter ist stolz darauf, dass der Bub den Übertritt ins Gymnasium geschafft hat. Aber seitdem hat er keine guten Noten mehr und kaum neue Freunde gefunden. Er hängt meistens mit Hauptschülern rum, seiner ehemaligen Clique."

"Und was sagt der Vater?"

"Der Vater? Ich glaube, der hat bis jetzt noch gar nichts gesagt."

Sie bogen in den Hof des Gymnasiums ein und parkten den Wagen auf einem der freien Plätze für die Lehrer. Das Tilly war das jüngste der fünf Ingolstädter Gymnasien und lag am Rande der Altstadt, schon im Grüngürtel der ehemaligen Festungsstadt, dem Glacis. Für die Schule war von den Architekten in den sechziger Jahren fast ebenso viel Beton verbaut worden wie für das Stadttheater. Das Tilly wirkte im Vergleich zu den historischen Bauten der Altstadt moderner, aber auch nicht mehr wirklich neu. Heute, fünfzig Jahre später, hätte man anders gebaut. Gewagter, luftiger, farbiger, wer weiß, vielleicht sogar fröhlicher.

Die Sekretärin meldete sie beim Direktor an. Dr. Vogt war ein schwerer, etwa fünfundfünfzigjähriger Mann im grauen Trachtenanzug. Er hatte volles graues Haar, einen gepflegten Vollbart und feuchte Hände mit kurzen dicken Fingern.

"Die ganze Schule macht sich natürlich Sorgen um den Buben. Gabriel ist ein ruhiger, ordentlicher Schüler. Aber ich weiß nicht, wie ich Ihnen helfen kann. Die Schule kann ja nicht wissen, was in den Familien passiert. Ob der Junge Sorgen hat, oder ob im häuslichen Umfeld etwas nicht stimmt. Darauf haben wir keinen Einfluss."

"Vielleicht haben seine Sorgen ja auch etwas mit der Schule zu tun, wenn wir davon ausgehen, dass er ausgerissen ist. Er hat im letzten Jahr nur schlechte Noten gehabt."

"Ach, wissen Sie, der Anfang am Gymnasium ist oft ein bisschen schwer. Die Kinder müssen sich erst an die neue Umgebung und die höheren Anforderungen gewöhnen, die bei uns an sie gestellt werden."

"Sind Gabriels Leistungen denn mittlerweile besser geworden?"

"Wenn es um Noten geht, müssen Sie mit seinem Klassenlehrer, Herrn Dr. Körner, reden. Ich bin nicht über den Stand jedes einzelnen Schülers informiert."

"Wo finden wir Dr. Körner?"

Vogt erkundigte sich bei seinen Sekretärinnen.

"Er hat Unterricht im Physiksaal I. Frau Bergmann wird Sie hinbringen."

Frau Bergmann hatte eine blaue Haarsträhne, die ihr aus dem kurz geschnittenen blonden Haar in die Stirn hing, und trug ein Kleidchen über der Jeans, das bei jedem Schritt gegen die Rückseite ihrer Oberschenkel wippte. Meißner und Holler liefen wie hypnotisiert hinter ihr her. Von hinten sah Frau Bergmann aus wie achtzehn, von vorn wie einundfünfzig und keinen Tag jünger.

Dr. Körner war ihnen keine große Hilfe. Er sagte, dass Gabriel Tanner ein stiller Schüler sei, der nicht viele Freunde in der Klasse habe. Eher der Typ Einzelgänger, der sich nicht aktiv einbringe. Auf die schlechten Noten seines Schülers angesprochen, meinte er, das Gymnasium sei eben nicht für jeden Schüler die beste Schulform. Ehrgeiz und ein gewisser Leistungswille seien schon nötig, um hier erfolgreich zu sein. Aber beides könne ja noch kommen. Gabriel müsse einfach mehr aus sich herausgehen, Ziele erkennen und sie dann auch verfolgen.

Die beiden Polizisten kamen sich vor wie bei einem Elternsprechtag. So viele gute Ratschläge auf einmal.

"Hast du damals in der sechste

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen