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Donauherz Kriminalroman von Artmeier, Hilde (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2018
  • Verlag: Emons
eBook (ePUB)
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Donauherz

Ein feingesponnener Kriminalroman aus dem Herzen Bayerns. Bestsellerautor Danilo Jakobi verschwindet unter mysteriösen Umständen an der ligurischen Riviera. Angeheuert von dessen Frau begibt sich Privatdetektivin Anna di Santosa auf die Suche nach ihm, die sie von Regensburg über Mühldorf in Oberbayern bis in die Einsamkeit eines norditalienischen Bergdorfs führt. Als Jakobis Verleger unter Mordverdacht gerät, setzt sich unter der Oberfläche des Erfolgs eine Lawine aus Eifersucht und tödlichem Hass in Bewegung, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Hilde Artmeier, geboren 1964 in Oberbayern, lebt seit dreißig Jahren in und um Regensburg, war lange im fremdsprachlich-kaufmännischen Bereich tätig und arbeitet seit 2000 als freie Schriftstellerin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 28.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960413585
    Verlag: Emons
    Serie: Anna di Santosa .3
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Donauherz

1

"Willkommen im Reich der Feuerelfen, Schattenkrieger und Magie", schloss die Leiterin der Stadtbibliothek ihre kurze Ansprache. "Lehnen Sie sich zurück, meine lieben Zuhörer, und freuen Sie sich auf Patty Wests phantastische Welt!"

Erwartungsvoll blickte sie in den hinteren Bereich des Saals, wo sich eine kleine blonde und ausgesprochen unspektakuläre Frau Anfang vierzig aus dem Schatten einer Säule löste und langsam nach vorn schritt.

Alle Zuhörer, die sich hier im Thon-Dittmer-Palais im Herzen der Regensburger Altstadt versammelt hatten, klatschten begeistert. Die Leiterin der Stadtbibliothek, eine große Frau mit hennaroter Kurzhaarfrisur, begrüßte lächelnd die mit Neugier und Ungeduld erwartete Fantasy-Autorin, überließ ihr die Bühne und nahm in der ersten Reihe neben einem schlanken Mann Platz, der seinen perfekt sitzenden Designeranzug in elegantem Anthrazit mit einer solchen Selbstverständlichkeit trug, als wäre er seine zweite Haut. Nur allmählich verebbte der Beifall.

Draußen war es so kalt, als herrschte noch immer tiefster Winter, dabei hatten wir schon Ende Februar. Hier drinnen aber war es warm von den vielen Menschen, und die Luft knisterte vor Erwartung, als Patty West sich an dem für sie vorbereiteten Tisch niederließ. Sie zupfte ihren rosenholzfarbenen Seidenschal zurecht, schlug das vor ihr liegende Buch auf und begann ohne ein Wort der Begrüßung vorzulesen. Ihre Stimme war hell und trotz Mikrofon eine Spur zu leise.

Die kleine Halle, in der die Matineelesung stattfand, war bis auf den letzten Platz besetzt. Dennoch war es jetzt mucksmäuschenstill, nicht einmal ein Räuspern oder Hüsteln war zu hören. Alle Anwesenden, die meisten von ihnen Heranwachsende wie mein vierzehnjähriger Sohn Vincenzo rechts neben mir, hingen an den Lippen der Autorin. Er wagte kaum zu atmen, so sehr fesselte ihn die Geschichte, seine Knie zuckten in einem wie elektrisierten Takt. Maximilian saß zu meiner Linken, den Blick ebenfalls aufmerksam nach vorn gerichtet.

Ich selbst war nie eine begeisterte Leserin von Fantasy-Romanen gewesen, weder in jungen Jahren noch jetzt. Wenn ich neben meiner Arbeit als Privatermittlerin und Inhaberin einer Modeboutique, noch dazu war ich alleinerziehend, Zeit zum Lesen fand, bevorzugte ich historische Liebesromane oder Familiensagas. Ich legte keinen Wert auf Action. Mein Leben war aufregend genug.

Dennoch zog Patty West auch mich nach und nach in ihren Bann. Mit jedem Wort wurde ihre Stimme lauter und klarer, von ihrem anfänglichen Lampenfieber war rasch nichts mehr zu spüren. Schon nach wenigen Zeilen verstand ich, dass sie nicht nur Talent zum Schreiben hatte, sondern eine ganz eigene Welt auferstehen ließ. Bald war mir, als könnte ich den eisigen Wind und die züngelnden Feuer der fremden Kulissen, die sie heraufbeschwor, tatsächlich spüren und das geheimnisvolle Flüstern der Flammenwesen und Raunen der Schattenkrieger wirklich hören. Sogar das Duftpotpourri aus Dornenblüten und Sonnengras, das die Sinne der Schattenwesen benebelte, schien plötzlich in der Luft zu liegen.

Mein Blick glitt zu dem Mann, neben dem die Leiterin der Stadtbibliothek Platz genommen hatte. Marius Fabek war der Inhaber des "Adrian's Art Verlags" und somit der Mann, der Patty West zu ihrem überraschenden Ruhm und Erfolg verholfen hatte. In den hiesigen Zeitungen pries man den Regensburger Verleger schon jetzt als Entdecker eines neuen, hoffentlich bald überirdisch leuchtenden Sterns am Bestsellerhimmel und prophezeite ihm und seiner Neuentdeckung eine Zukunft wie J. K. Rowling, der Verfasserin der Harry-Potter-Romane.

Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, war Marius Fabek mit der Darbietung seines Schützlings mehr als zufrieden. Ich musterte ihn. Er hatte nichts von der kreativen Lässigkeit und dem alten Glanz an sich, die ich persönlich mit der Bücherwelt verband. Einen Verleger hätte ich mir anders vorgestellt, vielleicht mit bunte

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